ASYL: Uri ist für grössere Flüchtlingsströme gerüstet

Zurzeit werden Uri zwei bis drei Flüchtlinge pro Woche zugewiesen. Bald dürfte die Zahl steigen. Platz ist vorerst genug vorhanden.

Markus Zwyssig
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Fast alle Flüchtlinge reisten über das Meer nach Europa. 3,692 ertranken beim Versuch. (Bild: AP Photo/ Santi Palacios)

Fast alle Flüchtlinge reisten über das Meer nach Europa. 3,692 ertranken beim Versuch. (Bild: AP Photo/ Santi Palacios)

«Uri ist vorbereitet, auch wenn im Frühling grössere Flüchtlingsströme einsetzen würden.» Das betonte Gesundheitsdirektorin Barbara Bär am Mittwoch im Landrat auf eine entsprechende Frage von Petra Simmen (SVP, Altdorf).

In den Wintermonaten habe sich die Asylproblematik in Uri beruhigt, sagte Bär. «Zurzeit werden dem Kanton zwei bis drei Personen pro Woche zuge­wiesen.» Uri muss gemäss Kontingent 0,5 Prozent der Flüchtlinge, die in die Schweiz kommen, aufnehmen. «Das Rote Kreuz (SRK) bereitet aber derzeit intensiv – allenfalls benötigte – grössere Kapazitäten vor», so Bär.

Im Frühling dürften die Flüchtlingsströme wieder zunehmen, so Bär. Das SRK bestätige, dass bis Ende Juni ausreichend Platz für die Unterbringung zur Verfügung stehe, so Bär. Mit der Einsetzung des Führungsstabs Asyl und der Erarbeitung des Grobkonzepts, das der Regierungsrat verabschiedet hat, sei man auch für aussergewöhnliche Lagen gerüstet, wenn mehr als 100 Asylbewerber auf Uri zukommen würden. Man nutze die Gelegenheit, die Anliegen beim Bund immer wieder einzubringen, sagte Bär.

Musterbrief ist kein Thema

Die Urner Regierung sieht sich aber nicht veranlasst, diesbezüglich ein Schreiben nach Bern zu schicken. Die Zentralschweizer Regierungskonferenz hat an einer Sitzung im Dezember die Asylproblematik diskutiert. Auf Anregung des Kantons Schwyz wurde ein Musterbrief erarbeitet. Den Zentralschweizer Kantonen wurde freigestellt, ob sie einen solchen Brief nach Bern schicken wollen oder nicht. Schwyz und Obwalden haben das Schreiben an den Bund weitergeleitet.

Auch der Urner Regierungsrat habe diesen Schritt geprüft, wie Barbara Bär in der Landratssession sagte. «Wir sind aber zum Schluss gekommen, dass zurzeit kein unmittelbarer Handlungs­bedarf besteht, einen Brief nach Bern zu schicken.»

Markus Zwyssig