ASYLWESEN: Seelisberger Gemeinderat bietet Hand für neue Lösung im Asylstreit

Der Gemeinderat von Seelisberg ist erfreut, dass die Urner Regierung ihre Pläne für ein Asylzentrum mitten im Dorf sistiert hat. Die Gemeinde biete nun Hand für konstruktive Lösungen. Sie sei grundsätzlich bereit, Asylsuchende aufzunehmen.

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Auf eine Asylunterkunft in Seelisberg im Hotel Löwen (links im Bild) wird verzichtet. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Auf eine Asylunterkunft in Seelisberg im Hotel Löwen (links im Bild) wird verzichtet. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Der Seelisberger Gemeinderat teilte nach einer Sitzung am Donnerstag mit, er begrüsse die Entscheide des Urner Regierungsrats vom Dienstag. Dieser will nach heftigen Protesten vorläufig auf ein Asylzentrum für bis zu sechzig Bewohner im 700-Seelen-Dorf verzichten. Zudem erarbeitet er innert sechs Monaten zusammen mit den Gemeinden ein Konzept zur künftigen Unterbringung von Asylsuchenden im Kanton.

Der Regierungsrat habe gute Voraussetzungen geschaffen, damit in die Frage der Unterbringungsmöglichkeiten die nötige Ruhe einkehre, heisst es in der Mitteilung. Der Gemeinderat sehe mit Zuversicht dem runden Tisch unter der Leitung des Landammanns entgegen.

Gemeindepräsident Karl Huser erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, Seelisberg sei grundsätzlich bereit, Asylsuchende aufzunehmen. Der Ort habe eine lange Tradition als fremdenfreundliche Tourismusdestination.

Die Verteilung müsse aber gerecht auf alle Gemeinden erfolgen, sagte Huser weiter. Ob das Hotel Löwen für den Gemeinderat dereinst grundsätzlich als Unterkunft für Asylsuchende in Frage kommt, liess der Gemeindepräsident offen. (sda)