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ATTINGHAUSEN: Die «Tälläbuebä» bedanken sich bei Rolf Lee

Eigentlich ist ein Jodlerabend etwas Fröhliches. Doch bei den «Tälläbuebä» und den vielen Gästen kam am Samstag auch etwas Wehmut auf – wegen eines Abschieds nach 37 Jahren.
Der Jodlerklub Tälläbuebä konzertierte letztmals unter der Leitung von Dirigent und Pianist Rolf Lee, hier bei der Aufführung des «Siloballä-Blues». (Bild: Robi Kuster (Attinghausen, 24. Februar 2018))

Der Jodlerklub Tälläbuebä konzertierte letztmals unter der Leitung von Dirigent und Pianist Rolf Lee, hier bei der Aufführung des «Siloballä-Blues». (Bild: Robi Kuster (Attinghausen, 24. Februar 2018))

Obwohl das Motto «Dä Liit zur Freid» hiess, herrschte am vergangenen Samstag am Jodlerabend der «Tälläbuebä» nicht nur Freude. Nach 37 Jahren verliess nämlich Dirigent Rolf Lee den Klub als musikalischer Leiter. Es war sein letztes Konzert mit den Jodlern aus Attinghausen.

Er verlasse den Klub mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagte er. Das lachende Auge betreffe die von seinen Schultern gefallene Last, immer da zu sein, das Beste zu geben sowie Jodlerfeste, Auftritte oder Jodlerabende vorzubereiten. Mit einem weinenden Auge denke er hingegen an die langjährige Kameradschaft und an die vielen Erfolge. Umso glücklicher zeigte er sich, dass man mit Corina Ferrari eine Nachfolgerin gefunden habe.

Vorerst leitete aber Rolf Lee seinen letzten Jodlerabend mit Liedern, die ihm am Herzen liegen. Dazu gehörten zum Beispiel «Bätruef» von Joe Wallimann oder der «Siloballä-Blues» von Dölf Mettler als Zugabe, glänzend am Klavier begleitet von Rolf Lee.

Ansonsten bevorzugte der Klub lange vorwiegend Lieder des Zuger Komponisten Robert Fellmann. Die Tälläbuebä gaben mit dem «Schnittertanz» eine Kostprobe davon. Man griff aber auch auf Werke von Komponisten aus andern Kantonen zurück. Zum Zug kamen etwa Adolf Stähli, Franz Stadelmann oder Fred Kaufmann. Mit Letzterem starteten die «Tälläbuebä» am Samstagabend vor vollem Haus. «Am Jodlertisch» beschreibt auch das Geschehen in einem Klub nach den anstrengenden Proben und Auftritten.

«Natürjütz» befindet sich im Aufwind

Der «Natürjütz» spielte beim Jodlerklub Tälläbuebä lange Zeit eine untergeordnete Rolle. Dies änderte sich aber mit gefälligen Naturjodeln von Fredy Wallimann aus Obwalden oder Eigenkompositionen von Toni Bissig. So sangen die «Tälläbuebä» am Samstag den «Kameradejuiz» von Fredy Wallimann und den «Neat-Jütz» von Toni Bissig.

Rolf Lee hatte bewusst auf Bewährtes gesetzt und beschränkte sich mit «Mini Eltere» von Franz Stadelmann auf ein einziges neues Lied. Da auch der Gastklub «Arnigrat» aus Sachseln ein ähnliches Repertoire wie die «Tälläbuebä» pflegt, konnten die Besucher auch bekannte Lieder und Naturjodel hören, wie sie die Attinghauser Jodler schon öfters gesungen hatten, so zum Beispiel «Mys Plätzli» von Adolf Stähli oder «Steimanndli-Juiz» von André von Moos. Einzig die typisch traditionellen Naturjuiz «Älggi-Juiz» oder «Chuematt-Juiz» blieben ganz in Obwaldner Hand. Auch die Zugabe der Gäste war ein Naturjuiz.

Im Gegensatz zu den eher älteren Kompositionen der «Tälläbuebä» und des Jodlerklubs Arnigrat sang das Duett Madlen Niederberger und Margrit Müller-Bischof Lieder von noch aktiven Komponisten wie etwa «Werum i tue singe» von Marie-Theres von Gunten, «Es Manndli» von Ruedi Renggli oder «Chumm mit mer» von Ueli Moor. Einzig mit «Sunntig i de Bärgä» von Adolf Stähli erklang ein Lied eines schon länger verstorbenen Komponisten. Die beiden begnadeten Jodlerinnen begeisterten das Publikum mit ihrem Gesang. Margrit Müller begleitete dabei sogar selber auf der Handorgel. Grossen Applaus ernteten aber auch die Chlitalsträssler aus Isenthal und die beiden jungen Zwillingsschwestern Lilli und Fiona Briker als Ansagerinnen. Wenn sie auch nicht sangen, berührten sie mit ihren Instrumenten respektive den kecken Auftritten. Die «Chlitalsträssler» waren eine echte Bereicherung des Abends. Wer kann schon in Uri eine Musikkapelle mit Hackbrett bewundern? Zur seit einem Jahr bestehenden Formation gehören Levin Imholz (10 Jahre), Alina Imholz (11), Elena Bissig (13) und Jessica Bissig (15). Man wohne eben an der Kleintalstrasse in Isenthal, meinten sie, deshalb der Name. Und auf die Frage nach dem Grund für den Einsatz eines Hackbretts, nannte sie den schönen Klang des Instruments. Die Musikschule macht es möglich. In erster Linie mache man aber Musik, weil sie Freude bereite – genau nach dem Jodlerabend-Motto «Dä Liit zur Freid». Passend zum Instrument spielte die junge Kapelle Stücke aus der Ostschweiz von Jakob und Ueli Alder oder eben traditionelle Appenzeller Hackbrett-Kompositionen wie die «Birewegge-Polka» und die «Toggi-Polka». Die junge Formation brachte viel Frische in das Konzert.

Wieder ein Anlass für das Gemüt

Mit viele Temperament war danach auch das «Echo vom Gitschä» am Werk, das mit seinen Stücken im «Kinzig»-Stil gute Unterhaltung bot und zum Tanz aufforderte. Der Jodlerabend in Attinghausen war der gewohnt gemütliche und beliebte Anlass nach der Fasnacht für alle, die das Jodellied mögen.

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