ATTINGHAUSEN / ERSTFELD: Urner Talboden ist bald vor Hochwasser sicher

Nun wird das letzte verbleibende Teilstück im Urner Talboden vor Hochwasser geschützt: Die Arbeiten am rechten Reussufer beginnen mit etwas Verspätung und sollen bis Frühjahr 2016 abgeschlossen sein.

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Der Urner Talboden wird mit dem Hochwasserschutzprogramm besser geschützt. (Bild: Archiv / Neue LZ)

Der Urner Talboden wird mit dem Hochwasserschutzprogramm besser geschützt. (Bild: Archiv / Neue LZ)

Auf einer Strecke von zirka vier Kilometern werden der Damm bis zu 90 Zentimeter erhöht, eine Überströmsicherung angebracht sowie technische und ökologische Schutzmassnahmen im Uferbereich umgesetzt, wie die Urner Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte.

Die Massnahmen sollen das Gebiet im Süden von Altdorf und Schattdorf besser vor Hochwasser schützen. Bei einer Überflutung sollen die Wassermassen via Schachenebene durch die verlängerte Stille Reuss wieder in die Reuss zurück und weiter nördlich via Entlastungskorridore in Richtung Reussdelta und Urnersee fliessen.

Die Arbeiten beginnen mit einer rund zweimonatigen Verspätung, da Beschwerde gegen die Vergabe der Blocklieferung eingereicht wurde. Nun hat das Obergericht Uri mit Beschluss vom 23. Januar 2015 der Baudirektion Uri grünes Licht erteilt, in dem es der Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzog. Somit beginnen die Arbeiten im Abschnitt zwischen der Mündung des Schächens und der Gotthard-Raststätte am 2. Februar 2015, statt wie ursprünglich vorgesehen im November 2014. Die Arbeiten könnten voraussichtlich im Frühsommer abgeschlossen werden, heisst es in der Mitteilung der Staatskanzlei weiter.

Im Winter 2015/16 soll dann der südliche Abschnitt bis Erstfeld ausgebaut werden. Während der Bauzeit muss der Wuhrweg gesperrt werden. Die Fussgänger und Radfahrer werden über Alternativrouten umgeleitet. Bei den Baustellen werden Tafeln mit Informationen zum Gesamtprojekt, Etappierung, Bauprogramm und Terminen angebracht sein.

pd/uus/sda

Hochwasserschutz: Seit 2010 wird gearbeitet

pd. Die Schutzmassnahmen vor Hochwasser gehen auf das Ereignis im August 2005 zurück. Damals war besonders das Gebiet Schächenmündung stark betroffen. In der Folge hat der Kanton Uri ein umfassendes Hochwasserschutzprojekt ausgearbeitet. Die vom Regierungsrat genehmigten Massnahmen am Schächen, an der Reuss und an der Stillen Reuss sind seit 2010 in Ausführung. Jene am Schächen und an der Stillen Reuss sind bereits weitgehend abgeschlossen.

Zwischen der Mündung des Schächens und Erstfeld wird der bestehende, rechtsseitige Reussdamm auf verschiedenen Abschnitten leicht erhöht (maximal 90 cm). Die Erhöhung erfolgt entweder mittels Erddämmen oder mit Blockmauern. Dank dieser Massnahmen wird das Gebiet im Süden von Altdorf und Schattdorf besser vor Hochwasser geschützt. Kommt es zum Überlastfall fliessen die Wassermassen via Schachenebene durch die verlängerte Stille Reuss wieder in die Reuss zurück und weiter nördlich via Entlastungskorridore in Richtung Reussdelta und See.