Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ATTINGHAUSEN: Schüler lernen, die Umwelt zu schonen

Mit einer Ausstellung werden Oberstufenschüler zu ressourcenschonendem Verhalten angeregt. Sie erfahren, dass man nicht alles neu kaufen muss, sondern vieles reparieren kann. Zudem erhalten sie Einblick in die Abfallbewirtschaftung.
Urs Hanhart
Unter der Führung von Donat Keusch konnten die Oberstufenschüler den Zaku-Betrieb in der Eielen in Attinghausen besichtigen. (Bild: Urs Hanhart (Attinghaussen, 30. März 2017))

Unter der Führung von Donat Keusch konnten die Oberstufenschüler den Zaku-Betrieb in der Eielen in Attinghausen besichtigen. (Bild: Urs Hanhart (Attinghaussen, 30. März 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

In einer Halle des Hauptgebäudes der Zentralen Organisation für Abfallbewirtschaftung im Kanton Uri (Zaku) in Attinghausen waren gestern Vormittag Bürgler Oberstufenschüler eifrig damit beschäftigt, sich an Spielgeräten zu vergnügen. Diese erinnerten an Flipperkästen und Glücksspielautomaten à la Einarmige Banditen, die man sonst hauptsächlich in Spielsalons sieht.

Die Zaku hat nicht etwa auf ein Spielcasino umgesattelt oder in diese Richtung expandiert. Vielmehr war diese temporäre Spielhölle das zentrale Element einer interaktiven Ausstellung mit dem Titel «Ressourcity».

Den umweltfreundlichsten Weg durch Parcours finden

Wie muss man sich verhalten, um möglichst wenig Ressourcen zu verbrauchen? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, haben das Amt für Umweltschutz und die Zaku diese Woche 16 Urner Oberstufenklassen in die Abfallsammelstelle Eielen eingeladen. «Die Schüler können auf spielerische Weise erleben, wie sich ihr Konsumverhalten auf den Ressourcenverbrauch und die Umwelt auswirkt», sagte Nicole Berlinger vom Amt für Umweltschutz Uri. «Zudem erhielten sie Tipps, wie sie ihren Alltag umweltfreundlicher gestalten können, ohne auf Wesentliches verzichten zu müssen. Darüber hinaus konnten sie herausfinden, welche Entscheidungen für einen nachhaltigen Konsum relevant sind.» Realisiert worden ist die Wanderausstellung von Pusch (Praktischer Umweltschutz), einer Organisation, die sich für verantwortungsbewusstes Konsumieren einsetzt.

Thematisiert wurden die Bereiche Ernährung (ressourcenschonend geniessen), Ferienreisen (möglichst wenig fliegen), Verpackungen/Recycling (Abfall möglichst verhindern), ressourcenschonende Bankgeschäfte sowie Handy- und Elektronikrecycling. «Die Schüler stellten ihr Wissen unter Beweis und erfuhren dabei, wie sich ihr Verhalten auf die Umwelt auswirkt», erklärte Berlinger. «Ausgestattet mit begrenzten Ressourcen in Form von fünf Kugeln, galt es, mit Geschick und den richtigen Entscheidungen den umweltfreundlichsten Weg durch den Parcours zu finden.»

Hintergrund für die Austellung ist die Tatsache, dass immer mehr Abfall produziert wird. Allein im Kanton Uri waren es im Jahr 2015 520 Kilogramm Siedlungsabfall pro Person. Im schweizerischen Schnitt lag die Menge sogar im Bereich von 700 Kilogramm pro Kopf. «Der Siedlungsabfall ist seit 2012 um mehr als 30 Prozent gewachsen», sagte Alexander Imhof, Vorsteher des Amtes für Umweltschutz. Hauptgrund dafür sei das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum. «Es ist wichtig, dass die Ressourcen geschont und Abfälle so weit wie möglich vermieden oder rezykliert werden.» Der grösste Teil der Abfälle – rund 12,5 von 21,5 Millionen Tonnen – werde jedoch bei Bautätigkeiten produziert. Davon werde allerdings ein stattlicher Teil wiederverwertet. An zweiter Stelle folge der Siedlungsabfall.

Zentralschweizer Kantone lancieren eine Kampagne

2016 ist eine neue Abfallverordnung in Kraft getreten. «Eine der wichtigsten Änderungen besteht darin, dass der Vermeidung und Verwertung von Abfällen grösseres Gewicht beigemessen wird», betonte Niklas Joos vom Amt für Umweltschutz. «Wir nehmen dies sehr ernst und lancieren in etwa einem Monat zusammen mit den anderen Zentralschweizer Kantonen eine Kampagne, die sich über drei Jahre erstrecken wird.» Im ersten Jahr stehe das Thema Reparieren im Zentrum. Einerseits werde ein Reparaturführer herausgegeben und im Herbst ein so genanntes Reparatur-Café eröffnet, in welchem man defekte elektronische Geräte oder Kleider fachgerecht reparieren lassen könne. «Wir wollen den Leuten bewusst machen, dass man nicht immer gleich etwas Neues kaufen muss, sondern Sachen mit kleinen Defekten reparieren kann», so Joos.

Grosse Container für den Urner Siedlungsabfall

Die Oberstufenschüler konnten in der Eielen nicht nur ihrem Spieltrieb frönen. Im zweiten Teil erhielten sie Gelegenheit, an einer von Zaku-Verwaltungsrat Donat Keusch geleiteten Besichtigung des Betriebs teilzunehmen. Zu sehen bekamen sie dabei unter anderem die grossen Container, in denen der gesamte Siedlungsabfall des Kantons Uri gesammelt wird, bevor er in die Kehrichtverbrennungsanlage Perlen gekarrt wird. Der Rundgang beinhaltete auch einen Augenschein auf der Deponie, wo die nach der Verbrennung übrig gebliebene Schlacke landet.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.