ATTINGHAUSEN: Viele Urner staunen über «ihre» Zaku

Die Zaku feierte den 50. Geburtstag. Die Urner Bevölkerung nutzte die Chance, einen Einblick in die Betriebsabläufe in der Eielen zu erhalten.

Paul Gwerder
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Trotz teilweise regnerischem Wetter fanden viele Besucher den Weg in die Eielen in Attinghausen. (Bild Paul Gwerder)

Trotz teilweise regnerischem Wetter fanden viele Besucher den Weg in die Eielen in Attinghausen. (Bild Paul Gwerder)

Paul Gwerder

Am Nachmittag des 10. Juni 1966 begrüsste der Schattdorfer Landrat Anton Zberg in Altdorf die Delegierten der Gemeinden zur Gründungsversammlung und ersten Vorstandssitzung des Zweckverbands für Kehrichtbeseitigung im Kanton Uri. Als Verband wollten die Gemeinden den Siedlungsabfall künftig gemeinsam sammeln und entsorgen. Im Laufe der Jahre erwuchs daraus die Zentrale Organisation für Abfallbewirtschaftung im Kanton Uri (Zaku). 2016 feiert sie ihr 50-Jahr-Jubiläum.

Rund 1000 Besucher

Am vergangenen Freitagabend fanden die Jubiläums-Generalversammlung und der anschliessende offizielle Festakt mit geladenen Gästen statt (siehe Box). Am Samstag ging dann am Sitz der Zaku in der Eielen in Attinghausen der Tag der offenen Tür über die Bühne. «Die Zaku gehört den zwanzig Urner Gemeinden und damit allen Urnerinnen und Urnern», sagte Zaku-Verwaltungsratspräsident Beat Walker, Flüelen, am Samstagmorgen vor den Medien. Deshalb habe sich die Zaku-Leitung entschlossen, einen Tag der offenen Tür durchzuführen. Rund tausend Personen folgten der Einladung. Auf einem interessanten Rundgang konnten sie die Praxis der heutigen Abfallbewirtschaftung hautnah erleben. Besonders spannend war der Einblick in den modernen Deponiebetrieb samt Schlackenaufberei­tung. «Eine hochmoderne Anlage filtert rund 8 Prozent Metall aus der angelieferten Schlacke aus. Dieses Altmetall wird dann an einen Schrotthändler weiterverkauft», erklärte Edi Schilter, Geschäftsführer der Zaku, den Gästen. Der Rundgang war mit vielen Informationstafeln beschildert, auf denen die Geschichte der Kehrichtabfuhr in Uri miterlebt werden konnte. Die Urner können Abfall, aber auch Giftstoffe in der Eielen entsorgen. «Hier ist alles unter einem Dach. Man kann Glas, Aluminium und Zeitungen gratis sowie kostenpflichtige Gegenstände günstig entsorgen», erklärte Walker.

353 Kilo Kehricht pro Person

Einer der Besucher, der die Anlagen sehr interessiert besichtigte, war alt Landammann Hansheiri Dahinden. «Ich bin recht beeindruckt, und es ist wirklich eine gute Sache, die ihr hier bietet», sagte er zu Edi Schilter. Vor einem Trax waren gefüllte Kehrichtsäcke aufgeschichtet, genauso viele, wie eine Person pro Jahr braucht. Total 353 Kilogramm Kehricht «produziert» eine Person in der Schweiz pro Jahr. Hinzu kommen unter anderem 118 Kilogramm Grünabfälle, 170 Kilogramm Papier und Karton, 70 Kilogramm Fäkalien oder auch 41 Kilogramm Glas. «Am meisten schätze ich, dass die Zaku die Grünabfälle regelmässig abholt, obwohl dieser Service für die Zaku recht kostenintensiv ist», sagte ein Besucher. «Wohin sollte ich sonst mit dem Zeug?»

Betrieb langfristig gesichert

«Was die Zukunft für die Zaku bereithält, werden wir sehen», sagte Beat Walker vor den Medien. «Der Betrieb unseres Unternehmens ist dank langfristiger Verträge auf weite Sicht gesichert. An neuen Herausforderungen wird es uns aber bestimmt nicht mangeln», so der Zaku-Verwaltungsratspräsident. Wichtige Fragen, mit denen sich die Zaku künftig auseinandersetzen müsse, seien zum Beispiel: Wird die Zaku das Monopol auf die Entsorgung der Urner Siedlungsabfälle behalten? Wird sie auch künftig einen kostengünstigen Service public für den ganzen Kanton Uri bieten können? Wie entwickelt sich die Verbrennungstechnologie? Und welche Folgen hat das für die Schlackenaufbereitung und den Deponiebetrieb in der Eielen? «Antworten auf diese und andere Fragen wird die Zaku suchen und finden müssen», sagte Walker. «Langeweile haben wir als Verantwortliche der Organisation also auch in Zukunft keine. Nichts ist für die Zaku so aufregend wie das, was andere Leute wegwerfen.»

Die Flüeler Giselmüsig sorgte allein schon vom Namen her für passende musikalische Unterhaltung. (Bilder Georg Epp)

Die Flüeler Giselmüsig sorgte allein schon vom Namen her für passende musikalische Unterhaltung. (Bilder Georg Epp)

Freude bei der Übergabe der Festschrift; von links: Christian Mattli (Autor), Anja Wild (Design) sowie die Zaku-Vertreter Paul Dubacher und Beat Walker. (Bild Paul Gwerder)

Freude bei der Übergabe der Festschrift; von links: Christian Mattli (Autor), Anja Wild (Design) sowie die Zaku-Vertreter Paul Dubacher und Beat Walker. (Bild Paul Gwerder)