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Auch an der Treib muss saniert werden

Seelisberg muss 120'000 bis 150'000 Franken in die Untermauerung der Schiffstation an der Treib investieren. Derweil steht das Seerestaurant an der Tellsplatte vor einer ungewissen Saison.
Markus Zwyssig
Damit die SGV die Station Treib auch künftig anfährt, muss die Gemeinde Seelisberg kräftig investieren. (Bild: Christoph Näpflin (Seelisberg, Juni 2017))

Damit die SGV die Station Treib auch künftig anfährt, muss die Gemeinde Seelisberg kräftig investieren. (Bild: Christoph Näpflin (Seelisberg, Juni 2017))

Die Schiffstation Tellsplatte bleibt bis mindestens 2021 aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Kursschiffe der SGV können die Anlegestelle nicht mehr anfahren (siehe unsere Zeitung von gestern). Jetzt zeigt sich, dass nicht nur die Schiffstation Tellsplatte, sondern auch die Ufermauer an der Treib saniert werden muss. Das ergaben Prüfungen zur Sicherheit, welche die Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV) von Ingenieuren durchführen liess.

Die Kosten für die an der Treib anfallenden Arbeiten belaufen sich auf zwischen 120000 und 150000 Franken. «Das Problem ist die Untermauerung bei der Schiffstation, die sich in einem schlechten Zustand befindet», sagt die Seelisberger Gemeindepräsidentin Judith Durrer auf Anfrage. Ein erstes Gespräch mit der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee findet demnächst statt.

Befremdet über das Vorgehen der SGV

Dass man an der Treib investieren müsse, sei klar. Die Gemeinde als Eigentümerin ist auch bereit dazu. «Befremdet sind wir jedoch über das Vorgehen der SGV», sagt Judith Durrer. «In einem Brief wurden wir quasi vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir haben gar nicht gewusst, dass Fachleute an der Schiffsstation entsprechende Abklärungen gemacht haben.» Seelisberg müsse nun etwas unternehmen, weil ansonsten die Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee die Anlegestelle Treib aus Sicherheitsgründen ab Saison 2020/2021 nicht mehr anfahren würde. Doch soweit soll es nicht kommen. Rund 120000 Fahrgäste steigen an der Treib jährlich ein und aus. «Das Schiff ist eine wichtige Anbindung an den öffentlichen Verkehr», erklärt Judith Durrer.

Die Gemeindepräsidentin weiss von einigen Arbeitnehmern, die morgens mit dem Kursschiff von der Treib nach Brunnen fahren. Touristisch habe die Schiffstation mit der Anbindung an die Treib-Seelisberg-Bahn ebenfalls eine sehr grosse Bedeutung, so Durrer.

Seerestaurant Tellsplatte steht vor schwieriger Saison

An der Tellsplatte ist inzwischen der 150-jährige, einsturzgefährdete Schiffsteg mit Gittern komplett abgesperrt worden. Gar keine Freude darüber hat man beim Seerestaurant Tellsplatte. «Wir haben viele Stammgäste, die jeweils von Luzern mit dem Schiff angereist sind. Das fällt nun wohl weg», sagt Wirtin Gabriela Gick. Die Situation sei alles andere als befriedigend. Wer mit dem Auto zum Seerestaurant Tellsplatte fährt, muss noch einen kurzen Weg zu Fuss absolvieren. «Bereits in den vergangenen Jahren haben wir einen Shuttleservice zur Axenstrasse angeboten für Gäste, die nicht mehr so gut zu Fuss sind», sagt die Wirtin.

Die Zukunft des Seerestaurants steht aufgrund der prognostizierten langen Schliessung der Schiffsstation Tellsplatte in den Sternen. «Das Ganze ist sehr unbefriedigend für uns.» Klar ist: Das Seerestaurant öffnet dieses Jahr wie geplant an Karfreitag. «Wir werden die üblichen Öffnungszeiten beibehalten.» Ende Jahr gehe man über die Bücher. «Dann wird sich entscheiden, ob wir im kommenden Jahr wieder öffnen oder nicht.»

Mit kleineren Schiffen bleibt das Seerestaurant weiterhin erreichbar. Der Gastbetrieb hat einen eigenen privaten Schiffsteg, an dem Schiffe anlegen können. «Dieser ist für Gäste unseres Hauses reserviert, die mit dem Schiff anreisen.» Der Steg sei aber für Kursschiffe zu klein. Beim Seerestaurant setzt man auch darauf, dass der Weg der Schweiz bald wieder durchgehend begehbar ist. Zurzeit ist er wegen der geschlossenen Schiffstation unterbrochen. Abklärungen für einen Umgehungsweg sind im Gang.

Wallfahrt muss auf Schifffahrt verzichten

Jahr für Jahr lud bisher der Regierungsrat die Urner Bevölkerung zur Landeswallfahrt zur Tellskapelle ein. Die Teilnehmer reisten dazu mit dem Schiff an. Bei der Tellskapelle wurde ein Gottesdienst gefeiert, der mit der Schlachtjahrzeit verbunden ist. In diesem Jahr ist die Wallfahrt zur Tellskapelle für den 24. Mai geplant.

Ob die sogenannte Tellenfahrt durchgeführt wird, an der in den vergangenen Jahren zwischen 200 und 300 Personen teilgenommen haben, ist noch offen. «Wir haben es aus der Zeitung erfahren, dass die Schiffstation Tellsplatte nicht mehr angefahren werden kann», sagt Dekan Daniel Krieg. «Wir werden nun mit der Standeskanzlei zusammensitzen und schauen, wie es weiter geht.» Daniel Krieg geht aber davon aus, dass eine Wallfahrt stattfindet, in welcher Form auch immer.

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