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Auch Bürglen kritisiert
die Neuausrichtung der UKB

Der Gemeinderat Bürglen kritisiert die Strategie der UKB-Verantwortlichen und fordert diese auf, die Filiale im Dorfkern nicht zu schliessen. «Die geplante tiefgreifende Neuausrichtung bewegt den Gemeinderat sehr, und er spürt diesbezüglich auch ein grosses Unbehagen seitens der Bevölkerung», schreibt er.
Bruno Arnold
Der Sitz der Urner Kantonalbank in Bürglen. (Bild: Philipp Zurfluh, 10. Januar 2019)

Der Sitz der Urner Kantonalbank in Bürglen. (Bild: Philipp Zurfluh, 10. Januar 2019)

«Der Gemeinderat Bürglen ist ebenfalls sehr erstaunt von der neuen Vertriebsstrategie der Urner Kantonalbank und hat die neu geplante strategische Ausrichtung mit Bedauern zur Kenntnis genommen»: Dies heisst es in einer von Gemeindepräsidentin Luzia Gisler-Gisler und Gemeindeschreiber Stephan Huber unterzeichneten Stellungnahme an Bankratspräsident Heini Sommer und an den Vorsitzenden der UKB-Geschäftsleitung, Christoph Bugnon. Eine Delegation des Gemeinderats Bürglen habe dies bereits anlässlich des Vertiefungsgesprächs vom 18. Dezember gegenüber den Verantwortlichen der UKB mündlich offenbart.

Nur noch zwei klassische Geschäftsstellen

Die Urner Kantonalbank (UKB) plant, ihr Geschäftsstellennetz 2019 umzubauen. Künftig wird die Bank nur noch in Altdorf und Andermatt über klassische Geschäftsstellen verfügen. Die drei Zweigstellen Göschenen, Wassen und Seelisberg werden Ende März 2019 geschlossen. In Bürglen, Erstfeld, Schattdorf und Flüelen soll es ab Dezember 2019 kein Personal vor Ort mehr geben. Im Gegenzug will die UKB künftig Beratungen via Video oder zu Hause anbieten. Die Umstrukturierung ist mit einem Abbau von rund 15 bis 20 Vollzeitstellen bis ins Jahr 2021 verbunden. (bar)

Schliessung bedeutet Schaden für Dorfleben

«Indem der Standort Bürglen mit seinen drei Mitarbeitenden aufgehoben wird, verliert die Gemeinde Bürglen nicht nur einen wichtigen Eckpfeiler für die Aufrechterhaltung eines intakten Dorflebens inmitten des Dorfkerns, sondern auch mehrere qualifizierte Arbeitsplätze», heisst es im Schreiben, das auch unserer Zeitung zugestellt wurde. «Diese tiefgreifende Neuausrichtung bewegt den Gemeinderat sehr, und er spürt diesbezüglich auch ein grosses Unbehagen seitens der Bevölkerung.»

«Diese tiefgreifende Neuausrichtung bewegt den Gemeinderat sehr.»

Zum einen werde ein neues Vertriebskonzept mit damit einhergehenden Standortschliessungen und erheblichen Stellenreduktionen in mehreren Urner Gemeinden abgestrebt. Zum andern werde beim Bahnhof Altdorf ein 35-Millionen-Neubauprojekt realisiert. Diesbezüglich setzte der Gemeinderat Bürglen doch einige Fragezeichen.

Soziale Verantwortung nicht getragen

«Bedauert wird zudem, dass nach Erachten des Gemeinderats vorwiegend finanzielle Gründe zu diesem erheblichen Strategiewandel in den Raum geführt werden und der politische Gedanke als auch die soziale Verantwortung, welche die UKB mit ausgestatteter Staatsgarantie zu tragen hat, kaum berücksichtigt werden», so der Gemeinderat Bürglen. Auch der volkswirtschaftliche Auftrag, dem die UKB per Gesetz gerecht werden müsse, vermöge vor diesem Hintergrund insgesamt kaum als erfüllt zu überzeugen». Gemäss Artikel 2 des Gesetzes über die Urner Kantonalbank «dient die Bank der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Kantons».

Der Gemeinderat frage sich abschliessend, ob nicht verhältnismässigere Massnahmen respektive Lösungsansätze bei der Erarbeitung der neuen Strategie zur Diskussion gestanden hätten, um die diversen Standorte und Stellen zu erhalten. Er hoffe, dass der Bankrat sowie die Geschäftsleitung der UKB die geplante Neuausrichtung zum Wohl der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der Urner Gemeinden und damit zum Wohl des gesamten Kantons Uri nochmals eingehend prüft und den Standort Bürglen mit seinen Mitarbeitenden vor Ort belasse.

Bisherige Vorstösse werden unterstützt

In einer Kleinen Anfrage an die Regierung hatte der Realper FDP-Landrat Georg Simmen am 17. Dezember harsche Kritik an der UKB geübt. Die Bank unternehme «ohne grössere Not einen abrupt erscheinenden Strategiewechsel». Dies schade auch der Urner Volkswirtschaft. Vor wenigen Tagen hat auch die SP/Grüne-Fraktion des Urner Landrats mit einer Kleinen Anfrage reagiert und zusätzlich «das angeschlagene Tempo der Umsetzung sowie die Zusammenarbeit mit der Regierung respektive die Kommunikation gegenüber derselben» kritisiert.

«Der Gemeinderat Bürglen schliesst sich den Kritikpunkten des Gemeinderats Erstfeld an.»

Als erste der betroffenen Gemeinden hat sich Ende Dezember Erstfeld zur UKB-Strategie geäussert. Der Gemeinderat forderte die Verantwortlichen der UKB in einem Schreiben auf, die Neuausrichtung des Geschäftsstellennetzes nochmals eingehend zu überdenken. «Der Gemeinderat Bürglen schliesst sich mit seiner Stellungnahme den Kritikpunkten des Gemeinderats Erstfeld an», heisst es in der Stellungnahme an die UKB-Verantwortlichen. Er unterstütze auch die Diskussionen, die bisher auf politischer Ebene von Landrat Georg Simmen und der SP/Grüne-Fraktion in Gang gebracht worden seien.

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