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Auch das Obergericht glaubt nicht an einen Filmriss

Nachdem bereits das Landgericht zur Überzeugung kam, dass ein Mann im November 2010 die Wohnung eines Paares aufgebrochen hatte, kommt das Obergericht zum selben Schluss. Dass der Berufungskläger sich an nichts erinnern kann, scheint wenig überzeugend.

Eine durchzechte Nacht beschäftigt die Urner Gerichte seit bald acht Jahren. Ein Paar gibt an, ein Mann habe in der Nacht auf den 28. November 2010 mit einem Kollegen die Tür zu seiner Wohnung aufgebrochen, mit einem Schraubenzieher herumgefuchtelt und eine Schusswaffe gegen das Paar gerichtet. Erst als sein Kollege ihn mehrfach zum Gehen aufgefordert habe, sei der Eindringling gegangen.

Der Mann selber macht einen Filmriss geltend. Er habe in jener Nacht in einer Bar viel getrunken. Dass er dabei in die Wohnung des Paares eingedrungen sein soll, daran könne er sich nicht erinnern. Dass das Paar etwas anderes behaupte, sei als Komplott zu werten.

Damit stösst der Mann auf taube Ohren. Das Landgericht verurteilte ihn 2015 wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, versuchter Nötigung, unerlaubten Besitzes von Waffen und Munition, Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigen Zustand und mehrfachem Konsum von Betäubungsmittel zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 100 Franken sowie zu einer Busse von 2250 Franken.

Dagegen legte der Beschuldigte Berufung ein. Und beteuerte am 26. September 2018 auch vor dem Obergericht, sich an nichts erinnern zu können. Auch diesmal erfolglos: Das Obergericht hat die Berufungsklage am 16. Oktober abgewiesen und den Mann wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, versuchter Nötigung und Tragens einer Waffe an öffentlich zugänglichem Ort zu einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 100 Franken und einer Busse von 2250 Franken verurteilt. Ausserdem muss er vier Fünftel der Verfahrenskosten von 8933 Franken tragen. Einzig von der Anklage des unerlaubten Besitzes von Waffen und Munition wird der Mann freigesprochen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und liegt erst im Dispositiv vor. Man warte nun die Urteilsbegründung ab und entscheide dann über das weitere Vorgehen, sagt der Anwalt des Mannes auf Anfrage. (eca)

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