Auch Disentis ist nun in die Skiarena eingebunden

Die Feriendestinationen Andermatt, Sedrun und Disentis rücken zusammen. Am Samstag wurde eine neue Pendelbahn eröffnet, die Sedrun mit dem Skigebiet Disentis verbindet, aber auch neue Impulse für den Sommertourismus setzen dürfte.

Bruno Arnold
Drucken
Teilen
Gut gelaunt und bereit für die Pisten: Die ersten Passagiere der neuen Pendelbahn kamen am Samstag im Skigebiet Disentis an. (Bild: PD)

Gut gelaunt und bereit für die Pisten: Die ersten Passagiere der neuen Pendelbahn kamen am Samstag im Skigebiet Disentis an. (Bild: PD)

Am 14. Dezember 2018 wurde mit der Inbetriebnahme der neuen Gondelbahn Oberalppass–Schneehüenerstock das letzte Puzzlestück der durchgehenden Skigebietsverbindung Andermatt–Sedrun eingefügt. Dadurch avancierte die Skiarena Andermatt-Sedrun mit über 120 Pistenkilometern und 22 Anlagen zum grössten Skigebiet der Zentralschweiz. Am Samstag wurde mit der offiziellen Inbetriebnahme der neuen Pendelbahn Salins–Cungieri–Cuolm da Vi ein weiterer Ausbauschritt vollzogen. Sie verbindet Sedrun mit dem Skigebiet Disentis, das bis auf 3000 Meter über Meer reicht. Damit ist auch die Verbindung der Skigebiete Andermatt, Sedrun und Disentis vollendet. In den drei Destinationen stehen nun 33 Anlagen und rund 180 Pistenkilometer zur Verfügung. Schneesportler müssen einzig die Abschnitte Dieni–Sedrun respektive Disentis–Dieni noch auf dem Schienenweg zurücklegen.

Die Bauarbeiten an der neuen Bahn wurden am 1. Mai 2018 aufgenommen. Die Gesamtinvestitionen für die Bahn und weitere Infrastrukturen beliefen sich auf rund 24,5 Millionen Franken. Der Bund und der Kanton Graubünden unterstützten das Projekt im Rahmen des Programms San Gottardo 2020 mit 5,7 respektive 1,1 Millionen Franken, Uri steuerte knapp 200000 Franken als Äquivalenzleistung bei.

Stärkere Präsenz in wichtigsten Märkten

Die Bergbahnen Andermatt-Sedrun Sport AG und die Bergbahnen Disentis AG arbeiten in der 2018 gegründeten Andermatt+Sedrun+Disentis Marketing AG zusammen. Ziel ist die gemeinsame Vermarktung des Ski-, Wander-, Bike- und Feriengebiets Andermatt–Sedrun–Disentis. «Von dieser Kooperation versprechen wir uns eine stärkere Präsenz in den wichtigsten Märkten und eine weitere Steigerung der Anzahl Gäste», sagt Rudolf Büchi, CEO der Disentis Bergbahnen AG. Bisher beschränkte sich die Zusammenarbeit der beiden Gesellschaften in erster Linie auf das gemeinsame Ticketing und das Marketing. «Jetzt wird die Region ein Produkt», freut sich Büchi über die gemeinsame Vermarktung. «Und mit der neuen Bahn, die Platz für 70 Personen bietet und die Gäste in knapp 6 Minuten von 1479 auf 2203 Meter über Meer bringt, kann die Bergbahnen Disentis AG etwas Greifbares bieten.»

Sawiris hat auch Surselva beeinflusst

Die Idee für den Bau der Pendelbahn Salins–Cungieri–Cuolm da Vi wurde bereits vor über 30 Jahren ins Spiel gebracht. «Allerdings fand man in der Region lange keinen gemeinsamen Nenner», erklärt Büchi. «Das Resortprojekt von Samih Sawiris in Andermatt sowie die Pläne für die Skigebietsverbindung Andermatt–Sedrun haben aber auch bei uns eine neue Dynamik entwickelt.» Der beste Beweis dafür: 2017 respektive 2018 sagten die Stimmberechtigten von Disentis und Tujetsch fast einstimmig Ja zum Darlehen von 2,5 Millionen Franken an die Bergbahnen Disentis AG für den Bau der Anlage.

Nicht mehr länger auf die Folter spannen

«Eigentlich war die Eröffnung der neuen Pendelbahn erst für den kommenden Sommer geplant», erklärt Büchi. «Das Bundesamt für Verkehr hat die Betriebsbewilligung aber bereits am 8. März erteilt. Die Neugierde der Leute, welche die Testfahrten verfolgen konnten, war riesengross», sagt der CEO der Disentis Bergbahnen AG. «Wir wollten die einheimische Bevölkerung sowie unsere Gäste deshalb nicht mehr länger auf die Folter spannen und haben beschlossen, ihnen die Benützung der neuen Verbindung bereits in der laufenden Skisaison zu ermöglichen», so Büchi. Zudem seien die Anlagen in Skigebieten wie Brigels, Obersaxen oder auch in Teilen der Skiarena bereits geschlossen. Die Saison im Skigebiet Disentis dauert noch bis am 28. April.

Büchi verspricht sich von der neu eröffneten Bahn aber auch positive Impulse für den Sommertourismus in der Surselva. «Jetzt sind die hochalpinen Berge auf der Sonnenseite von Disentis – mit dem herrlichen Panoramablick über die Surselva – von Disentis und von Sedrun aus mit der Seilbahn erreichbar. Die Bergstationen liegen in der Luftlinie nur etwa rund 4 Kilometer auseinander und dürften gerade Familien mit Kindern zum genussvollen Wandern anlocken.»