Auch Flüelen könnte Sportinfrastruktur ausbauen

Die Silener sagen Ja zu einem Sport- und Ärztezentrum, auch der Handballclub Altdorf hat Interesse an Trainingskapazitäten. Derweil sind die Flüeler bereit, mit örtlichen Vereinen über neue Pläne zu diskutieren.

Florian Arnold
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Am Mittwochabend hat die Bevölkerung von Silenen grünes Licht für den Bau eines Sport- und Ärztezentrums in Amsteg gegeben. Insbesondere für den Unihockeyclub Floorball Uri werden so neue Trainingsmöglichkeiten geschaffen – dies, nachdem die Baldinihalle in Altdorf abgebrannt ist, die gemeinsam mit dem Handballclub KTV Altdorf benutzt wurde. Der Handballclub wollte seinerseits in Flüelen eine Halle bauen, hat sich aber nach Meinungsverschiedenheiten mit örtlichen Vereinen gegen das Projekt entschieden.

«Wir sind sehr interessiert an einer Hallenlösung in Amsteg», sagt nun David Bär, Präsident des HC KTV Altdorf, auf Anfrage. «Wenn es neben der Gemeinde Silenen, Floorball und den lokalen Vereinen Kapazitäten für uns gibt, sind wir sehr interessiert.» Man sei in Gesprächen und werde laufend über den Projektstand informiert. «Konkrete Abmachungen und Planungen gibt es bis jetzt jedoch keine.»

Die Altdorfer Handballer (im Bild Mario Jelinic am Ball) könnten sich vorstellen, die Halle in Amsteg mitzubenützen.

Die Altdorfer Handballer (im Bild Mario Jelinic am Ball) könnten sich vorstellen, die Halle in Amsteg mitzubenützen.

Bild: Urs Hanhart / Urner Zeitung

Flüeler Behörden bedauern Absage

Das Projekt in Flüelen ist somit vom Tisch. «Ein leises Bedauern ist da», sagt der Flüeler Gemeindepräsident Remo Baumann. Dies widerspiegle die Haltung des gesamten Gemeinderats. Flüelen sei gemäss dem Richtplan des Kantons prädestiniert für «Wohnen und Freizeit». «Infrastruktur zu haben, ist für die Attraktivität einer Wohngemeinde sicher nicht falsch.»

Der Flüeler Gemeindepräsident Remo Baumann.

Der Flüeler Gemeindepräsident Remo Baumann.

PD, Archiv UZ

Zur aktuellen Situation hätten einige Missverständnisse geführt. «Wenn eine private Trägerschaft eine Trainingshalle baut, hat die Gemeinde nicht automatisch etwas mitzubestimmen», gibt er zu bedenken. Allerdings habe der Handballclub eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde gesucht. Von den Vereinen wurde dann ein falsches Vorgehen bemängelt. So wollte sich der Handballclub zuerst das Land sichern und dann mit der Planung beginnen. Umgekehrt wollten es die Vereine: Sie hätten sich genaue Pläne gewünscht, um über die Zusicherung des benötigten Baulands zu befinden. «Wir waren der Auffassung, dass der Klub das richtige Vergehen gewählt hat, denn eine Planung kostet auch Geld», sagt Baumann. Er gibt ausserdem zu bedenken, dass die Trägerschaft privat gewesen wäre, und die Gemeinde den Boden von der Korporation Uri nur gemietet hat.

«Eine Schuhnummer grösser»

Trotzdem sind die Ideen für neue Infrastrukturen noch nicht vom Tisch. Denn im Rahmen des Handball-Projekts hatte sich die «IG der Flüeler Vereine für Vereinsinfrastrukturen» formiert und die Bedürfnisse der örtlichen Vereine geklärt. Diese wünscht sich insbesondere eine Aufwertung der Grundinfrastruktur rund um den Sportplatz. Laut Baumann will man sich noch im Dezember treffen. Er gibt aber zu bedenken: «Einige Grundprobleme bleiben bestehen.» So etwa die Erschliessung des Lands, das Bedürfnis und die Auslastung der Anlagen als solches, aber vor allem auch die Finanzierung – da nun der Handballclub als grosser Geldgeber wegfallen würde. «Wenn das die Gemeinde alleine stemmen muss, ist das eine Schuhnummer grösser.» Obwohl Flüelen über ein grosses Eigenkapital verfügt, will Baumann keine Versprechungen machen. «Auf die Gemeinde kommen durch die beiden Schulhausprojekte grosse Abschreibungen zu. In ein paar Jahren könnte es nicht mehr so rosig aussehen.»

Rund um den Sportplatz Flüelen wünschen sich die örtlichen Vereine eine Aufwertung der Infrastruktur.

Rund um den Sportplatz Flüelen wünschen sich die örtlichen Vereine eine Aufwertung der Infrastruktur.

Bild: PD, Aschoren-Cup

Schon vor einigen Jahren hat sich ein Verein in Flüelen darum bemüht, die Infrastrukturen auszubauen. Gescheitert seien die Vorhaben an der damals anstehenden Raumplanungsrevision des Kantons und der Gemeinde, so Baumann. Dass nun dem Handballclub der rote Teppich hätte ausgelegt werden, stiess bei einigen offenbar sauer auf. «Man hat immer wieder den Vorwurf gehört, man wisse zu wenig, obwohl wir transparent gemacht haben, was wir wussten», so Gemeindepräsident Baumann. «Bei einem neuen Projekt würden wir sicherlich ein grosses Augenmerk auf die Kommunikation legen.»