Auf archäologischer Spurensuche im Urserntal

Der Archäologe Christian Auf der Maur berichtet aus seiner Arbeit im Urserntal und gibt in einem Referat vom Freitag, 12. April, in Andermatt Einblicke in längst vergangene Zeiten zwischen Berg und Tal.

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Archäologinnen vermessen die Alpwüstung Alte Stäfel in Andermatt. (Bild: PD)

Archäologinnen vermessen die Alpwüstung Alte Stäfel in Andermatt. (Bild: PD)

(pd/RIN) In jüngster Zeit erfuhr das Urserntal eine weitreichende Umgestaltung. Im Zuge des Ressortbaus des ägyptischen Investors Samih Sawiris wurden sowohl in unmittelbarer Dorfnähe selbst als auch im Talboden grosse Flächen umgewälzt, das mit dem Ausbau des Skigebiets seinen Höhepunkt erreichte. Die Bodeneingriffe veranlassten die kantonale Abteilung Heimatschutz und Denkmalpflege, seit 2007 archäologische Abklärungen zu treffen.

Daraus resultierten mehrere baubegleitende Massnahmen und Ausgrabungen, die bis auf 2300 Meter über Meer führten. Mit dem Abschluss des Skigebietsausbaus im vergangenen Jahr ruhen momentan die archäologischen Ausgrabungen. Somit ist der Zeitpunkt ideal, einen Rückblick über die Ergebnisse der Bodenuntersuchungen zu machen.

Spuren führen in die urgeschichtliche Zeit zurück

Der Archäologe Christian Auf der Maur berichtet in einem Referat vom Freitag, 12. April, aus seiner Arbeit im Urserntal. Die Veranstaltung wird von der Archivkommission der Korporation Ursern ausgerichtet. Was wurde bei den Bodenuntersuchungen entdeckt? Wie lebte es sich zwischen 1400 und 3000 Metern über Meer?

Das Urserntal beherbergt einen facettenreichen Lebensraum mit geschichtsträchtigem Hintergrund. Als Wegkreuzung von Passrouten aus allen Himmelsrichtungen bietet das Gebiet eine abwechslungsreiche Landschaft von saftgrünen Schwemmebenen über erlenbewachsene Hänge bis zu Blockfeldern und Gletschern, die seit jeher die Menschen angezogen haben. Die Spuren reichen bis in urgeschichtliche Zeit vor 7500 Jahren zurück, als Wildbeuter mit Pfeilbogen Tiere jagten.

Doch auch Reste aus der Bronze-, Eisen- und der römischen Zeit zeugen von der kontinuierlichen Begehung des Hochtals. Der Vortrag gibt verschiedene Einsichten sowohl in die praktische Arbeit der Archäologen als auch in die Erforschung der Lebensweise im Hochtal in vergangenen und teilweise noch unbekannten Zeiten

Der Vortrag findet am Freitag, 12. April, um 19 Uhr im Seminarort Bernhard an der Kirchgasse in Andermatt statt.