Auf dem Brüsti zeichnet sich dank der Korporation Uri eine Lösung ab

Die Zukunft des Skilifts Kulmli und des Bergrestaurants Z'Graggen auf dem Brüsti oberhalb Attinghausen scheint gesichert. Das letzte Wort haben aber die Aktionäre der Luftseilbahn Attinghausen-Brüsti AG.

Remo Infanger
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Durch den Einsatz der Korporation Uri soll das Naherholungsgebiet wieder auf sicheren Beinen stehen und die Seilbahn weiterhin fleissig Gäste aufs Brüsti transportieren.

Durch den Einsatz der Korporation Uri soll das Naherholungsgebiet wieder auf sicheren Beinen stehen und die Seilbahn weiterhin fleissig Gäste aufs Brüsti transportieren.

Archivbild: Urner Zeitung

Wie es mit dem touristischen und kulturellen Angebot auf dem Brüsti oberhalb von Attinghausen weitergeht, ist seit vergangenem Herbst ungewiss, nachdem ein Projekt für eine geplante Verbindungsbahn von der Seilbahn-Bergstation zur Skilift-Bergstation gescheitert ist. Grund dafür war, dass ein Landbesitzer kein Überfahrtsrecht über sein Grundstück gewährte. Daraufhin hat der Investor das Projekt verlassen, da dieses ohne die Verbindungsbahn kein Sinn gemacht hätte (siehe Link unten).

Die Brüsti Immobilien AG ist die Besitzerin der Skilift-Anlage Kulmli und des Berggasthauses Z'Graggen und steht zum Verkauf. Den beiden touristischen Infrastrukturen droht somit die Stilllegung. «Die derzeitige Situation gefährdet das Brüsti als einmaliges Ausflugsziel für Erholungssuchende im Sommer wie Winter», sagt Lukas Wyrsch, Verwalter der Korporation Uri. Diese ist Grundeigentümerin und Baurechtsgeberin des Berggasthauses Z'Graggen und von Teilen des Skilifts Kulmegg. Nun zeichnet sich jedoch eine Lösung ab, zu der sowohl die Korporation Uri als auch die Luftseilbahn Attinghausen-Brüsti AG massgeblich beitragen.

Korporation Uri will die Brüsti Immobilien AG erwerben

Gestützt auf ihr Leitbild, sich für einen sanften Tourismus einzusetzen und Uri damit als attraktive Tourismusregion zu erhalten, beabsichtigt die Korporation Uri nämlich, die zum Verkauf stehende Brüsti Immobilien AG zu erwerben. Dies hat der Engere Rat am 22. Juni unter bestimmten Auflagen entschieden. «Um die touristische Entwicklung des Gebietes Brüsti zu fördern, wird die Korporation Uri wiederum die Gebäude und Infrastruktur des Skilifts Kulmli und des Berggasthauses Z'Graggen zu einem angemessenen Betrag an die Luftseilbahn Attinghausen-Brüsti AG weiterverkaufen», so Lukas Wyrsch.

Das Aktionariat der Luftseilbahn Attinghausen-Brüsti AG müsse diesem Vorgehen an der Generalversammlung vom 13. Juli aber zustimmen. «Lehnt die Mehrheit der Aktionärinnen und Aktionäre der Luftseilbahn den Kauf ab, werde die Korporation Uri die Brüsti Immobilien AG nicht kaufen und die Unsicherheiten auf dem Brüsti bleiben bestehen», führt Wyrsch weiter aus.

Kulturland den einheimischen Landwirte verpachten

Neben dem Skilift Kulmli, dem Restaurant Z'Graggen und der Infrastruktur zum Betrieb der beiden touristischen Anlagen gehören auch die zwei landwirtschaftlichen Liegenschaften Kulmli und Rämseli mit je einem Stall und Ferienhaus zum Gesamtbesitz der Brüsti Immobilien AG. Mit dem Erwerb dieser beiden landwirtschaftlichen Liegenschaften könnte die Korporation Uri das Kulturland der einheimischen Landwirtschaft verpachten und damit Kontinuität und Bewirtschaftungssicherheit sicherstellen. «Es wäre eine Win-win-Situation für alle Beteiligten sowie für den Kanton Uri als Tourismusregion», sagt der Korporationsverwalter. «Wir sind zuversichtlich und bestrebt, künftig zusammen mit der Luftseilbahn Attinghausen-Brüsti AG dieses wunderschöne Naherholungsgebiet im Sommer und Winter attraktiv halten zu können.» Ob die gereichte Hand vom Aktionariat der Luftseilbahn Attinghausen-Brüsti AG ergriffen wird, wird die Generalversammlung vom 13. Juli 2020 zeigen.

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