Auf dem Klausenpass einen Töff touchiert: Urner Landgericht verurteilt Ferrari-Fahrer

Ein Glarner Autolenker hat sich der fahrlässigen Körperverletzung und des pflichtwidrigen Verhaltens nach einem Unfall schuldig gemacht. Zum Verhängnis wurde ihm ein Überholmanöver in Unterschächen.

Lucien Rahm
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«Komplexe Risse» am Meniskus hat ein Töfffahrer erlitten, nachdem er auf dem Klausenpass in Unterschächen von einem überholenden Sportwagen gestreift wurde. So steht es in der Anklageschrift, in der dem Autolenker aus dem Kanton Glarus vorgeworfen wird, sich damit der fahrlässigen Körperverletzung sowie des pflichtwidrigen Verhaltens nach einem Unfall schuldig gemacht zu haben.

Nun hat das Urner Landgericht den Strafbefehl bestätigt, den der 44-Jährige vergangene Woche im Altdorfer Gerichtssaal angefochten hat. Somit bleiben die bedingte Geldstrafe von 8000 Franken und die Busse von 2300 Franken, die Staatsanwältin Nora Greter für den mittlerweile zwei Jahre zurückliegenden Vorfall verhängt hat, bestehen. Hinzu kommen nun knapp 5200 Franken, die der Verurteilte dem Anwalt des Opfers zu bezahlen hat, sowie rund 5500 Franken an Verfahrenskosten, die ebenfalls zu seinen Lasten gehen. Zudem stellt der Töfffahrer weitere Geldforderungen, die er nun auf dem Zivilweg geltend machen kann.

Ferrari-Fahrer will Berührung nicht bemerkt haben

Vor Gericht hatte der Mann zwar anerkannt, dass es aufgrund von Schäden an seinem Ferrari zu einer Berührung mit dem Motorrad gekommen sein muss. Er bestritt allerdings, das Aufeinandertreffen bemerkt zu haben. Auch habe der Töfffahrer, nachdem er ihn mit seinem Sportwagen überholt hatte, keinerlei Signale von sich gegeben, dass etwas nicht stimmen würde. Daher habe er auch nicht entsprechend reagieren können. Sein Anwalt forderte einen Freispruch in allen Punkten. Auf Anfrage schreibt er, dass sie zumindest die Urteilsbegründung anfordern und prüfen werden. Ob der Fall ans Obergericht weitergezogen wird, ist damit noch offen.

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