Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Auf den Spuren Suworows: Russen marschieren durch Uri

Am Donnerstag trafen russische Männer in historischen Uniformen in Altdorf ein, um ihre Zelte aufzuschlagen.
Paul Gwerder
Die russischen «Soldaten» bei ihrem Marsch durch Uri. (Bild: Paul Gwerder, 26. September 2019)

Die russischen «Soldaten» bei ihrem Marsch durch Uri. (Bild: Paul Gwerder, 26. September 2019)

Am Donnerstagnachmittag trauten viele Wanderer auf dem Reussdamm in Erstfeld ihren Augen nicht, als ein exotischer Trupp marschierender Menschen an ihnen vorbeizog. Unter den rhythmischen Klängen einer Querflöte marschierten die «Soldaten» in Richtung Altdorf.

Die rund 40 Männer im Trupp waren keine echten Soldaten, sondern Bewunderer von General Alexander Wassiljewitsch Suworow. Ihm zu Ehren marschierten sie die genau gleiche Route ab wie Suworow auf seinem Feldzug gegen die Franzosen. Das Spezielle an diesem Plan war, dass die Russen in den gleichen Uniformen, mit derselben Ausrüstung und zur gleichen Zeit des Jahres wie Suworows Männer damals durch dieselben Orte marschierten.

Übernachtung im Camping Moosbad

Für die Teilnehmer war das eine extreme Prüfung. Geschlafen wurde in Biwaks auf dem Feld – oder wie am Donnerstag im Camping Moosbad in Altdorf. Die «Soldaten» trugen einen schwarzen Wollhut mit einer Kordel, drei Quasten und einem Kupferknopf. Dazu trugen sie eine weisse Leinenhose und einen dunkelblauen Kaftan – ein längeres, vorne geknöpftes Obergewand.

An den Füssen trugen sie Stiefel mit geschmiedeten Nägeln. Sie führten einen Dolch mit sich, hatten eine Umhängetasche und teilweise ein Infanteriegewehr mit einem Bajonett mit dabei. Für diese strapaziöse Reise bezahlten die Teilnehmer etwa 75'000 Rubel (umgerechnet rund 1150 Franken). Am Montag marschierte der Trupp von Airolo auf den Gotthardpass. Am Dienstag nahmen sie an den Suworow-Feierlichkeiten in der Schöllenenschlucht teil. Und am Donnerstag stand die Durchquerung von Altdorf auf dem Programm.

Viele Marschteilnehmer «angeschlagen»

Beim Moosbad stand schon am frühen Nachmittag ein russischer Car, der das Gepäck und die Zelte der «Soldaten» und zudem einige Verletzte transportiere. Auf die Frage, weshalb sie verletzt seien, da ja weit und breit kein Krieg sei, antworteten sie: «Wir sind uns nicht mehr gewohnt, mit diesen alten Stiefeln zu laufen. Deshalb haben viele von uns Blasen bekommen. Ein paar erlitten auf dem Weg eine Zerrung oder waren schlicht und einfach zu wenig trainiert.»

Nach der Übernachtung in Altdorf geht es am Samstag – natürlich zu Fuss – über den Kinzigpass ins Muotatal. Danach wird der Trupp über den Pragelpass ins Glarnerland weiterziehen. Anfang Oktober geht es dann weiter über den Panixerpass in Richtung Graubünden und von dort aus an die Schweizer Grenze.

Stiftung unterstützt Marsch

Die Derschawa-Stiftung unterstützt die Organisatoren des Marsches bei ihrer historischen Expedition durch die Schweiz. Die Russen schwärmen heute noch vom letzten Feldzug des berühmten russischen Befehlshabers Suworow, der keine einzige Schlacht verloren haben soll und der wegen seiner militärischen Verdienste zum «Generalissimus», dem «General der Generäle» der russischen Armee wurde.

Der Feldzug war nicht mit der Niederlage der französischen Truppen gekrönt, aber die Verluste der Franzosen waren grösser als die der Russen. Und die Passage durch die schneebedeckten Berge in abgenutzter Ausrüstung und einem Mangel an Nahrung und Munition, mit ständigen heftigen Kämpfen – all dies macht den Schweizer Feldzug zu einer Perle der militärischen Geschichte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.