Auf der Maur übernimmt das Zepter beim FC Altdorf

Der FC Altdorf hat einen neuen Präsidenten. Künftig muss der Traditionsverein den Gürtel enger schnallen.

Urs Hanhart
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Der neue Präsident Armin Auf der Maur (links) und sein Vorgänger Yves Althaus.

Der neue Präsident Armin Auf der Maur (links) und sein Vorgänger Yves Althaus.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 18. September 2020)

Gleich in doppelter Hinsicht sehr speziell war die 104. GV des FC Altdorf, die am Freitag im Mehrzweckgebäude Winkel abgehalten wurde. Einerseits mussten die zwei Dutzend anwesenden Stimmberechtigten wegen der Coronavorgaben grosse Abstände einhalten, und andererseits wurde die Versammlung letztmals von Yves Althaus geleitet. Er hatte bereits vor Jahresfrist angekündigt, dass er das FCA-Zepter weitergeben wird. Althaus, in dessen Ära das Fanionteam den IFV-Cup holte und den Aufstieg in die 2. Liga Interregional schaffte, präsidierte den Traditionsklub seit 2016, als Nachfolger des jetzigen Ehrenpräsidenten Franco Tresch.

«Für mich war es keine leichte Entscheidung, diesen Schritt zu vollziehen», betonte der scheidende Vorsitzende, und er fügte noch an: «Einige Projekte sind noch nicht so weit wie von mir gewünscht. Aber mir würde in den nächsten Monaten die Zeit für ein Engagement im bisherigen Rahmen fehlen.» Althaus weilt im nächsten Jahr von Januar bis Mai im Militärdienst und im Herbst möchte er seinen Uni-Abschluss machen.

Ausfälle kompensiert mit Minderausgaben

In seinem letzten Jahresbericht ging Althaus unter anderem auch auf die Coronapandemie ein. Dazu sagte er: «Die damit verbundene Krise hat auch Auswirkungen auf die Fussballvereine. So sind einige Einnahmequellen weggefallen. Wir vom FC Altdorf hatten aber noch recht Glück. Es ist uns gelungen, die Ausfälle mit Minderausgaben zu kompensieren.» Mehr Sorgen bereitet dem abtretenden Präsidenten der Blick in die Zukunft. Seine Einschätzung: «Im vergangenen Vereinsjahr konnten wir alle Events, die wichtige Einnahmen generieren, noch durchführen. Leider wird dies in der neuen Saison nicht mehr möglich sein», so Althaus. «Dadurch wird unser Club stärker auf die Ausgabenbremse treten müssen.»

Die konkreten Zahlen zur Jahresrechnung 2019/2020 lieferte Finanzchef Erwin Arnold. Gemäss seinen Angaben belaufen sich die Mindereinnahmen durch die Coronakrise auf rund 50'000 Franken. Durch den Saisonabbruch fehlten die Erträge aus dem Clublokal und die Match­einnahmen. Auch bei den Sponsorengeldern kam weniger herein. Unter dem Strich resultierte dank der erwähnten Minderausgaben dennoch ein Gewinn von 9000 Franken. Dieser wird dem Eigenkapital, das sich auf 97000 Franken beläuft, zugewiesen. Deutlich schlechter sieht es beim Budget 2020/21 aus. Veranschlagt ist ein Verlust von 20'000 Franken. Das sei allerdings das «Worst-Case-Szenario», wie Althaus unterstrich. Momentan ist nämlich noch unsicher, ob Events, die lukrativ sind für den Verein, insbesondere die Fasnachtsbar, überhaupt durchgeführt werden können. Bereits abgesagt worden sind das Juniorenlager und die «Silent-Disco» sowie das Hallenfussballturnier. Noch offen ist, ob es eine Weihnachtsfeier geben wird.

Bei der Suche nach einem Nachfolger für Yves Althaus gab es für den Vorstand eine ungewöhnlich komfortable Situation. Nebst Armin Auf der Maur wären auch Remo Arnold und Stefan Tresch bereit gewesen, das Präsidium zu übernehmen. Auf eine Kampfwahl wurde aber verzichtet. Der Vorstand beschloss, nur Auf der Maur als Kandidat zu nominieren, um Spannungen innerhalb des Vereins zu vermeiden. Der Vorgeschlagene wurde denn auch einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Auf der Maur ist keineswegs ein neues Gesicht, gehörte er doch bereits vor rund 25 Jahren einige Zeit als Kassier dem FCA-Vorstand an. Zudem hatte er in den letzten Jahren innerhalb des Vereins diverse Funktionen inne.

Nicht kurz-, sondern längerfristig denken

In seiner kurzen, aber prägnanten Antrittsrede betonte der 38. FCA-Präsident Auf der Maur: «Wir müssen die Ausgaben hinunterfahren und werden uns auf keine finanziellen Abenteuer einlassen, denn wir wissen nicht, wie es mit Corona weitergeht. Zudem werden wir versuchen, das Eigenkapital zu steigern.» Der Vorstand werde sich intensiv mit der Strategie ausein­andersetzen, wohin der finanzielle und sportliche Weg führt. Man dürfe nicht mehr von Jahr zu Jahr denken, sondern längerfristig. «Nicht zuletzt darf es keine gegenseitige Missgunst mehr geben. Das Ziel muss ein, dass wir auf und neben dem Platz gemeinsame Erfolge feiern können», so Auf der Maur. Das Engagement der Mitglieder bezeichnete der Sprechende als «sehr unbefriedigend». Als Helfer sehe man immer die gleichen Leute auf dem Platz. Die Breite müsse besser werden und es gelte, wieder mehr zusammenzurücken. «Es warten grossen Herausforderungen auf den FC Altdorf und wir werden diese anpacken. Ich zähle auf euch», sagt Auf der Maur.

Vorstand wird neu strukturiert

Patrick Gnos, Stefan Arnold, Roberto Mazzitelli, Marc Zwyssig und Biagio Spina traten aus dem Vorstand, der neu strukturiert worden ist, zurück. Erfolgreich zur Wiederwahl stellten sich Roger Stöckli, Kari Brand und Ursi Gisler-Zwyssig. Wiedergewählt bis zum 31. August 2021 sind Erwin Arnold, Maurizio Persi, André Lussmann, Marc Bär und Ronny Arnold. Yves Althaus und Patrick Gnos wurden neu zu Freimitgliedern ernannt. Ehrenmitglieder soll es erst wieder geben, wenn die GV in würdigerem Rahmen, das heisst ohne Einhaltung von Mindestabständen, abgehalten werden kann.