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Aus der Bauruine soll schon bald ein Bijou werden

Die Gamma AG Immobilien aus Schattdorf will das ehemalige Hotel Meyerhof umfunktionieren. Geplant sind neben einer öffentlichen Nutzung im Erdgeschoss auch 13 Wohnungen in den übrigen Geschossen.
Der Betrieb des ehemaligen Nobelhotels Meyerhof in Hospental wurde vor 33 Jahren eingestellt. (Bild: Philipp Zurfluh, Hospental, 3. Januar 2019)

Der Betrieb des ehemaligen Nobelhotels Meyerhof in Hospental wurde vor 33 Jahren eingestellt. (Bild: Philipp Zurfluh, Hospental, 3. Januar 2019)

Das Hotel Meyerhof befindet sich am nordöstlichen Ortseingang von Hospental. 1986 wurde der Betrieb eingestellt. Das Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute imposante Gebäude steht seither leer, ist mittlerweile verwahrlost und schon länger nicht mehr zugänglich. Doch jetzt will die Besitzerin, die Gamma AG Immobilien aus Schattdorf, den Zerfall der ehemaligen Nobelherberge stoppen. «In Zusammenarbeit mit der HTS Architekten + Partner AG aus Altdorf wollen wir ein umfassendes Sanierungsprojekt umsetzen», sagt Bruno Gamma, Geschäftsführer der Gamma AG Immobilien, auf Anfrage. «Bis Ende 2020/Anfang 2021 sollen im ‹Meyerhof› mehrere einzigartige Wohnungen mit historischem Charme bezugsbereit sein.»

Rund 6,5 Millionen will die Gamma AG in das Projekt im Urserntal investieren. Vorgesehen ist eine Wiederherstellung des historischen Gebäudes. «Um den einzigartigen Meyerhof-Ausdruck zu bewahren, werden die Fassade und das Dach unter denkmalpflegerischer Begleitung renoviert, die Fenster ersetzt und die Fensterläden restauriert», erklärt Gamma. Im Innern wird hingegen kaum ein Stein auf dem anderen gelassen. «Aufgrund des Zustands der Bausubstanz werden alle Geschosse ausgehöhlt respektive bis auf die Tragstruktur zurückgebaut», so der zuständige Geschäftsführer. Neue Wandaufbauten sollen moderne Raumaufteilungen ermöglichen. Vorgesehen ist, die nicht mehr funktionstaugliche Haustechnik (Elektro, Heizung, Sanitäranlagen) durch hochwertige moderne Installationen zu ersetzen.

Gebäude steht unter Denkmalschutz

Die Hoteliersfamilie Meyer erbaute und betrieb während der Belle Epoque mehrere Nobelgasthäuser im Urserntal. Dazu gehörte unter anderem der in den Jahren 1858 bis 1861 erbaute «Meyerhof» in Hospental. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gehörte das Hotel der gehobenen Klasse zu den bedeutendsten Gebäuden im Urserntal und sprach eine internationale, gut situierte Klientel an. Sogar der italienische König Vittorio Emanuele III. und viele andere Adelige haben im Hospentaler «Meyerhof» logiert. 1986 wurde der Hotelbetrieb eingestellt. Seither steht das imposante Gebäude, das unter Natur- und Heimatschutz steht, leer. Im Jahr 2006 hat die Schattdorfer Robert Gamma AG die rund 3000 m2 umfassende «Meyerhof»-Liegenschaft erworben. (bar)

Öffentliche Nutzung und Eigentumswohnungen

Gemäss aktuellem Planungsstand ist im Erdgeschoss des ehemaligen Hotels eine öffentliche Nutzung mit Gastronomie-, Verkaufs- und Verwaltungsräumlichkeiten geplant. In den weiteren Geschossen sollen insgesamt 13 Wohnungen entstehen. Konkret sind im ersten Obergeschoss je zwei Zweieinhalb- und zwei Dreieinhalbzimmerwohnungen, im zweiten Obergeschoss drei Zweieinhalb- und eine Dreieinhalbzimmerwohnung sowie im ersten Dachgeschoss vier Zweieinhalbzimmerwohnungen vorgesehen. Ganz zuoberst respektive im zweiten Dachgeschoss soll ein ganz spezielles Bijou entstehen: eine 87 m2 grosse Dachwohnung, die man über eine Wendeltreppe erschliessen will.

Die Wohnungen mit Nettowohnflächen von 39 bis 62 m2 werden gemäss Gamma - je nach Grösse, Lage und Ausbaustandard - rund 400’000 bis knapp 700’000 Franken kosten.

Möglich ist auch Nutzung als Zweitwohnung

«Die Wohnungen werden nur zum Verkauf und nicht als Mietobjekte ausgeschrieben», betont Gamma. Und was der Schattdorfer Unternehmer besonders hervorstreicht: «Die Objekte in Hospental können auch als Zweitwohnungen genutzt werden.»

Erste Gespräche mit Kaufinteressenten seien inzwischen bereits geführt worden, sodass schon bald mit der Detailplanung begonnen werden könne. «Ab Herbst 2019 möchten wir das Projekt umsetzen», konkretisiert Gamma den geplanten zeitlichen Ablauf des Bauvorhabens.

Erster Anlauf bereits vor gut zehn Jahren

Bereits vor rund zehn Jahren war von Meyerhof-Umbauplänen die Rede. «An Interessenten fehlt es nicht, mehrere Ausländer und Schweizer haben sich bereits gemeldet», liess sich Bruno Gamma damals in unserer Zeitung zitieren. «Das Sawiris-Projekt macht die Sache natürlich interessanter, denn es kann eine Initialzündung sein.» Doch konkret wurde die ganze Sache nicht. Gamma nennt dafür mehrere Gründe: «Es gab damals noch zu viele Unsicherheiten im Zusammenhang mit der geforderten Begrenzung des Anteils an Zweitwohnungen in den Gemeinden. Zudem wurde auch ein Gesuch um Entlassung des Meyerhofs aus dem Schutzinventar gestellt, was uns ein flexibleres Planen erlaubt hätte.» Schliesslich sei die gemeinsam mit der Armasuisse und der Matterhorn Gotthard Bahn initiierte gesamtheitliche Planung für die raumplanerische Entwicklung des Gebiets rund um den Meyerhof auf die lange Bank geschoben worden. «Doch nun wollen wir vorwärts machen.»

Mehr Infos zum Projekt Meyerhof in Hospental gibt es auf www.gamma-holding.ch/immobilien.

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