Ausgesetzt: Hochsaison im Tierheim

Erst geschenkt, dann weggeworfen. In Urner Tierheimen wird nach Weihnachten der Platz knapp. Einzig bei Hunden ist die Lage anders - wegen des neue Chipsystems.

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Verena Unternährer kümmert sich um ausgesetzte Tiere. Sie versteht nicht, warum manche Menschen so grausam zu Lebewesen sind. (Bild: Urs Hanhart / Neue  UZ)

Verena Unternährer kümmert sich um ausgesetzte Tiere. Sie versteht nicht, warum manche Menschen so grausam zu Lebewesen sind. (Bild: Urs Hanhart / Neue UZ)

Jetzt, nach Weihnachten, beginnt für Verena Unternährer eine anstrengende Zeit. Denn die Fachfrau weiss, immer wieder werden Tiere verschenkt. Doch das bringe Probleme mit sich. Vor allem dann, wenn es eine Überraschung sei. Ausdrücklich sagt sie: «Eine Anschaffung muss immer gründlich geplant werden.»

Unternährer sitzt in ihrem Haus, das zudem Katzen und Nagern als Asyl dient. Nachdenklich schaut sie auf den Fussboden. Sie kann nicht verstehen, wie herzlos manche Menschen zu Lebewesen sind.

Erfolgreicher Chip

Heute muss jeder Schweizer seinen Hund mit einem Mikrochip kennzeichnen. «Seit der Einführung kommen fast keine ausgesetzten Tiere zu uns», sagt Sandra Jung, Tierpflegerin im Hundeheim in Silenen. Die Chippflicht zeige massiv Erfolg. Der Tierarzt pflanze dem Hund ein kleines Plättchen knapp unter die Haut. Danach können die Behörden mit einem Scanner relevante Daten ermitteln – etwa wer der Besitzer ist. Der Chip ist schweizweit obligatorisch.

Tiere als Geschenke

Eva Waiblinger ist Zoologin beim Schweizer Tierschutz. Heimtiere sind ihr Fachgebiet. Hunde, Katzen und Nager als Geschenk, das sei derzeit an mehreren Orten ein Thema. Diese Woche hat sie sich unter anderem über die Situation in Obwalden, Nidwalden und Zug informiert.

Waiblinger weiss: «Vor Weihnachten wollen viele ein lebendes Geschenk im Tierheim abholen. Doch das lehnen Heime ab.» Hingegen sei es schwierig, den Grund einer Abgabe herauszufinden. Darüber spreche in der Regel keiner. Deshalb ist die Zahl der geschenkten Tiere eine Dunkelziffer.

Anian Heierli

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