Ausstellung
Drei Urner Kunstschaffenden stellen in Zug aus

In der Shedhalle in Zug ist die Ausstellung «Now and Forever – 10 Minutes into Eternity» zu sehen. Dabei sind auch Arbeiten von Franziska Furrer, Reto Scheiber und Anita Regli ausgestellt.

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Die Ausstellung wird von einem losen Verbund von befreundeten Kunstschaffenden und Gestaltern mit dem Ziel organisiert, Produzenten-Kunstausstellungen an wechselnden Orten in der Schweiz zu realisieren. Der Kunstschaffende Reto Scheiber aus Schattdorf ist Initiant und Hauptorganisator. Unter dem Label «Contact» wurden bislang vier grössere Kunstausstellungen in Altdorf (2010), Basel-Stadt (2012), Winterthur (2014) und Luzern (2016) realisiert. Die fünfte Ausstellung finden nun in der Shedhalle in Zug statt.

Die Licht-Raum-Installation von Reto Scheiber.

Die Licht-Raum-Installation von Reto Scheiber.

Bild: PD

Reto Scheiber zeigt die begehbare Licht-Raum-Installation «Yellow Space». Dabei handelt es sich um eine Art Versuchsanordnung zur Erprobung von kontemplativen Raumformen. Drei einzelne Räume, welche in unterschiedlicher Höhe von der Decke hängen, laden zur Begehung ein. «Eine Lichtquelle am Ende des sich nach oben verjüngenden Textilraumes verstärkt den transzendenten Sog Richtung Ewigkeit und kündet von einer anderen Welt, die kommen wird, jetzt für unsere Augen unsichtbar, aber realer als jegliche physische Realität», so Reto Scheiber. Ergänzt wird die Arbeit mit 300 Gramm Salz, jeweils unter zwei von den drei Räumen verteilt. «Dies entspricht etwa der Menge, die zurückbleibt, wenn ein erwachsener Mensch seine irdische Hülle verlässt.»

Die Arbeit «Nature morte» von Franziska Furrer.

Die Arbeit «Nature morte» von Franziska Furrer.

Bild: PD

Mit der Arbeit «Nature morte» verweist Franziska Furrer auf die gleichnamige kunstgeschichtliche Stilrichtung. Die Vergänglichkeit des Lebens wird dabei thematisiert. Sie hat aus leblosen künstlichen Fingernägeln etwas scheinbar Natürliches – einen Tannzapfen – hergestellt. Das Objekt selbst bleibt aber immer leblos. «Die Präsentation unter der Glashaube verstärkt den Stillstand des Lebens durch das Bewahren des Objektes im Moment», so die Künstlerin. Dabei entstehe erst eine Zeitlichkeit in der Arbeit, da hier vermeintlich eine Konservierung eines Prozesses angedeutet werde. «Die Gedanken des Betrachters vermögen dem Stück Leben einhauchen. Tod und Leben kommen sich erst dadurch nahe und die Grenzen zwischen zeitlichen Begrenzungen verschwimmen.»

Die Installation «Libellula quadrimaculata» von Anita Regli.

Die Installation «Libellula quadrimaculata» von Anita Regli.

Bild: PD

Anita Regli zeigt in ihrer Installation eine «gemeine Keiljungfer» (Libelle), die sich mit Hilfe eines Motors (Modellhelikopter) im Kreis dreht. Bei der Libelle handelt es sich um ein totes Fundtier. Diese Libellenart befindet sich auf der aktuellen Liste der bedrohten Tiere. Da der Motor unregelmässig ist, stockt die Libelle von Zeit zu Zeit. Die Libelle ist offensichtlich tot, und dennoch dreht sie ihre Runden. (MZ)

Hinweis: Die Vernissage in der Shedhalle in Zug findet am Samstag, 26. März, um 18.30 Uhr statt. Die Ausstellung ist jeweils donnerstags und freitags von 14 bis 19 Uhr, an Samstag, Sonntagen sowie Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Infos unter: www.contact-contemporary.com.

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