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AUSSTELLUNG: Urner begegnen Bruder Klaus

Sich für einen Moment wie ein Einsamer fühlen und zur Ruhe kommen: Dieses Ziel hat die Ausstellung «Bruder Klaus unterwegs». Sie gastierte gestern auf dem Altdorfer Lehnplatz. «Es war etwas unheimlich», sagt eine Frau, die gerade den Pavillon verlässt.
Florian Arnold
Nach dem Besuch können die Gäste Aufzeichungen zum Erlebten in eine Zeitkapsel legen, welche für 100 Jahre versiegelt bleibt. (Bild: PD/S. Kathriner)

Nach dem Besuch können die Gäste Aufzeichungen zum Erlebten in eine Zeitkapsel legen, welche für 100 Jahre versiegelt bleibt. (Bild: PD/S. Kathriner)

Denn im Innern der fahr­baren Konstruktion finden sich weder Informationstafeln, noch wird man von einem Audioguide begleitet. Stattdessen sollen die Besucher während knapp 25 Minuten die Ruhe erleben. Alle fünf Minuten wird die Kammer gewechselt, ehe die Erlebnisse auf einem Zettel festgehalten werden, der in eine grosse Kupfer­kugel geworfen wird. Diese Ku­-gel soll während der nächsten 100 Jahre verschlossen bleiben.

«Am Anfang ist man noch stark mit dem Alltagslärm beschäftigt», sagt Margrit Mathis. «Die zweite Kammer ist etwas gedämpfter, und in der dritten muss man sich schliesslich entscheiden, ob man weiter dem Alltagslärm oder der Stille zuhören will. Ich habe mich für die Stille entschieden.» Das Erlebnis habe auf sie sehr beruhigend gewirkt, berichtet Felicitas Schweizer. «Man wird plötzlich viel achtsamer für die Geräusche.» Auf einmal nehme man das Flüstern des Lehnbrunnens wahr. «Ich habe gemerkt, dass ich auch im Alltag wieder öfters meditieren sollte.»

Auch Carlo Baldissera hat in der Ausstellung zur Ruhe gefunden. «Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, was wichtig im Leben ist», so der Geschichtslehrer. «Mir ist einmal mehr durch den Kopf gegangen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir in Frieden leben.»

Ausstellung ist ein Experiment

Hinter der Ausstellung steckt der Sarner Otto Steiner, der sich etwa für die Gestaltung des Museums der Glasi Hergiswil, des Besucherzentrums der Vogelwarte Sempach oder das touristische Gesamtkonzept am Pilatus verantwortlich zeigte. Die Bruder-Klaus-Ausstellung bezeichnet er als «Experiment». Dadurch, dass in der Ausstellung nichts zu sehen sei, lebe sie von der Abgeschiedenheit und der Stille.

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

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