Auto AG Uri setzt vermehrt auf Hybrid-Busse

Die Auto AG hat den fünften umweltfreundliche Bus in Betrieb genommen. Die Treibstoff-Einsparungen belaufen sich auf 7 Prozent.

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Der neue Bus wird übergeben: (von links) Reto Marzer, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Auto AG Uri und Hannes Urech, Verkauf Linienbusse Evo-Bus Schweiz AG

Der neue Bus wird übergeben: (von links) Reto Marzer, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Auto AG Uri und Hannes Urech, Verkauf Linienbusse Evo-Bus Schweiz AG

Bild: PD

(pd/zf) Die Auto AG Uri hat im Dezember 2018 drei neue Compact-Hybrid-Busse von Mercedes in Betrieb genommen. Diese sind mit einem modernen Antrieb ausgestattet. Im Herbst konnte der vierte und vergangene Woche der fünfte dieser Art ab Werk in Empfang genommen werden, wie die Auto AG in einer Mitteilung schreibt.

Auf Topografie abgestimmt

«Grundsätzlich entsprechen die Fahrzeuge dem seit bald 20 Jahren bestehenden Mercedes Citaro-Konzept», schreibt die Auto AG. Mit einem Hubraum von 7,7 Liter sei der Dieselmotor bei diesem Busmodell jedoch rund 30 Prozent kleiner gebaut als die Baumuster in den Euro5-Citaros. «Das spannende an diesem Busmodell ist das höchst ausgeklügelte Aufladesystem. Mit diesem kann der Hubraumverlust kompensiert wer-den und eignet sich für die topografischen Verhältnisse in Uri bestens.»

Aufgrund bereits gewonnener Erfahrungen, lohne es sich gemäss Reto Marzer, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Auto AG, in moderne Systeme zu investieren und diese im Linienverkehr zu testen: «Mit dieser intelligenten Technik kann der Treibstoff-Verbrauch um zirka 7 Prozent reduziert werden, was einer jährlichen Emissionseinsparung von rund 4000 Kilogramm CO2 pro Fahrzeug entspricht. Gerade beim Wegfahren aus den Haltestellen kann durch die Unterstützung des E-Motors Lärm und Abgas verhindert werden.»

Energie wird auf dem Dach gespeichert

Für das Fahrpersonal ist die Bedienung identisch zu derjenigen herkömmlicher Diesel-Busse. Beim Verzögern des Fahrzeugs mit der Dauer- oder der Betriebsbremse funktioniert das im automatischen Getriebe integrierte Elektro-Modul als Generator und produziert elektrische Energie. Diese wird im Kondensator auf dem Dach zwischengespeichert. Beim Beschleunigen, beispielsweise bei der Wegfahrt aus der Haltestelle, bezieht das nun als E-Motor funktionierende Elektro-Modul Energie und unterstützt den Dieselmotor. Den benötigten Strom liefert der Kondensator auf dem Dach des Busses.

«Konventionelle Hybrid-Busse, wie sie bei anderen Verkehrsbetrieben in der Schweiz im Einsatz sind, schleppen oftmals tonnenschwere Batterie-Pakete mit und arbeiten mit hoher Spannung (meist 600 Volt)», schreibt die Auto AG weiter. «Um den Spareffekt möglichst zu optimieren und Gewicht zu minimieren, werden in der Regel wesentlich kleinere Verbrennungsmotoren verbaut.» Auf die topografischen Verhältnisse des Urner Liniennetz bezogen bedeute dies, dass bei der Bergfahrt nach Göschenen die Batterien spätestens auf Höhe Gurtnellen leer wären und der kleine Dieselmotor den schweren Hybridbus nach Göschenen befördern müsste, «eine untragbare Situation», so die Auto AG. Aus diesem Grund habe man folgerichtig die leistungsfähigste Variante gewählt. Nicht ohne Grund tragen die beiden letzten Zugänge dieses Fahrzeugtyps nun den Bus-Patennamen Gurtnellen und Göschenen.

Auch bei Systemausfall funktionsfähig

Der neue Compact-Hybrid von Mercedes arbeitet mit vergleichsweise niedrigen 48 Volt, führt keine umweltkritischen Speicher-Batterien mit und ist nur unwesentlich schwerer als ein reiner Dieselbus. «Der Bus funktioniert auch bei einem allfälligen Systemausfall der Elektrokomponenten anstandslos», so die Auto AG.