Autobahn A2

Wasser im Seelisbergtunnel bereitet Sorge

Im Tunnel ist eine Fahrbahn über 500 Meter gesperrt. Experten versuchen nun, das Problem in den Griff zu bekommen.

Florian Arnold
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Wer zurzeit von Nidwalden her durch den Seelisbergtunnel in den Kanton Uri fährt, wird vor dem Portal auf Tempo 80 abgebremst – auf die Tunneleinfahrt hin darf schliesslich für einige hundert Meter nur noch der rechte Fahrstreifen befahren werden. Aufmerksamen Lenkern fällt sofort auf, dass sich auf dem linken Fahrstreifen Wasser ansammelt. «Der Grund ist ein Wassereintritt aus der Tunnelwand», sagt Mediensprecherin Esther Widmer vom Bundesamt für Strassen (Astra). Die gesperrte Strecke ist rund 500 Meter lang.

Die linke Fahrbahn im Tunnel Richtung Süden ist über 500 Meter gesperrt.

Die linke Fahrbahn im Tunnel Richtung Süden ist über 500 Meter gesperrt.

Leserbild

Rund um Weihnachten haben Mitarbeiter des Amts für Betrieb Nationalstrassen das Wasser aus der Tunnelwand entdeckt. Seither hat sich der Schaden eher verschlimmert. So kommt immer mehr Wasser aus dem Felsen, die Situation scheint unberechenbar. «Der Wassereintritt erfolgt nicht immer an derselben Stelle. Das Wasser sucht sich seinen Weg», so Mediensprecherin Widmer weiter.

Wasser dringt aus der Wand.

Wasser dringt aus der Wand.

Bild: PD

Mittlerweile haben Experten das Phänomen untersucht. Bei den Spezialisten handelt es sich um Verantwortliche des Astra; Ingenieure und Felstechniker. Laut Widmer haben verschiedene Untersuchungen stattgefunden. «Momentan werden Massnahmen definiert, damit das Wasser gefasst und in eine separate Entwässerung geleitet werden kann», erklärt die Astra-Sprecherin. «Wie lange diese Prozesse dauern werden, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.»

Bei Notfall steht auch nasse Fahrbahn zur Verfügung

Immer wieder kommt es vor, dass eine Tunnelröhre wegen eines Notfalls oder auch wegen Unterhaltsarbeiten gesperrt werden muss. Dann wird die jeweils andere Röhre im Gegenverkehr betrieben. Ein Notfallplan existiert auch unter Berücksichtigung der aktuellen Situation. Dieser sieht Folgendes vor: «Der Verkehr wird in der Röhre in Fahrtrichtung Süden mit reduzierter Geschwindigkeit im Gegenverkehr geführt, und mit Signalisationen wird auf die nasse Fahrbahn hingewiesen.»

Die linke Fahrbahn ist nass.

Die linke Fahrbahn ist nass.

PD, Astra

Esther Widmer stellt klar: «Die Sperrung der Fahrbahn rund um den Wassereintritt erfolgt aus Sicherheitsgründen, damit die Autofahrenden nicht von einer nassen Fahrbahn überrascht werden und eventuell brüske Bremsmanöver ausführen.» Im Falle eines Gegenverkehrregimes besteht also keine akute Gefahr für die Verkehrsteilnehmer durch das austretende Wasser.

Lösung dürfte sich noch hinziehen

Ein exakter Termin für das Ende der Massnahme ist noch nicht in Sicht. Vorderhand müssen also Reisende Richtung Süden mit leichten Einschränkungen beim Tunnelportal rechnen. Wie rasch der Schaden behoben werden könne, sei «Kaffeesatzlesen», wie es Widmer beschreibt.