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Axensperrung reisst ein Loch in die Kasse

Die Axensperrung reisst nicht nur ein Loch in die Kasse der Gastronomiebetriebe in Sisikon, sie hat auch Einfluss auf den Urner Tourismus. Doch nicht überall sind die Auswirkungen gleich stark.
Florian Arnold
Maurus Stöckli, Geschäftsführer Uri Tourismus (Bild: PD)

Maurus Stöckli, Geschäftsführer Uri Tourismus (Bild: PD)

Die Übernachtungszahlen der Windgällenhütte im Maderanertal etwa haben sich nicht markant verändert, wie Hüttenwartin Annina Arnold sagt. «Übernachtungen werden meistens im Voraus geplant, und da nimmt man auch einen etwas grösseren Umweg in Kauf.» Rückläufig entwickelt habe sich aber die Zahl der Tagesgäste. «Für den spontanen Ausflug von Zürich aus ist wohl die Vierwaldstättersee-Region momentan etwas unattraktiv, da sich der Verkehr auch im Loppertunnel staut», vermutet die Hüttenwartin.

Christian Jauch, Betriebsleiter der Golzern-Seilbahn, spricht von deutlich stärkeren Einbussen. «Wir haben rund 30 Prozent weniger Gäste.» Denn die Golzern-Bahn sei gerade bei Tagestouristen aus dem Raum Zürich und Schwyz beliebt. Diese bleiben nun grösstenteils fern.

Maurus Stöckli, Geschäftsführer von Uri Tourismus, teilt die Einschätzung, dass die Sperrung vor allem auf den Tagestourismus einen erheblichen Einfluss hat. Genaue Zahlen kann er zwar keine nennen. «Aber aus der Statistik wissen wir, dass zwei Drittel der Gäste mit dem Auto anreist.» Gerade die Situation mit der eingeschränkten Fahrt am Lopper-Tunnel halte viele von einem Ausflug ab, weil man den Stau auf der Rückreise scheue, so Stöckli. «Viele Gäste entscheiden aus dem Bauchgefühl heraus – und da ist die Aussicht auf Stau nicht förderlich.» Trotzdem sei aber auch eine gewisse Solidarität mit dem Kanton Uri zu spüren, sodass doch ein Teil der Gäste trotz Umweg in den Kanton Uri käme.

Sperrung hat keinen Einfluss auf touristisches Angebot

Ein Patentrezept, wie man die Situation auffangen könnte, hat Maurus Stöckli nicht. «Im Grundsatz können wir nur auf den sehr guten öffentlichen Verkehr verweisen.» Diesbezüglich müsse man dem Kanton Uri und den Verkehrsbetrieben ein Kränzchen winden, denn es sei sehr rasch mit einem Ausbau des Angebots reagiert worden. «Wir sind also weiterhin gut erreichbar und auf das touristische Angebot hat die Axensperrung keinen Einfluss.» Für kurzfristige und gezielte Werbeaktionen habe man aber im Moment zu wenig Budget, so Stöckli. «Wichtig ist, dass die Stimmung gut bleibt», sagt der Uri-Tourismus-Geschäftsführer. «Wir können nur daran appellieren, durchzuhalten.»

Der Chef von Uri Tourismus hofft darauf, dass die Arbeiten im Gumpischtal nicht länger als die veranschlagten acht Wochen dauern werden. Danach gelte es, sich aufs Herbstgeschäft zu konzentrieren. «Dass wir damit das entstandene Loch auffüllen können, ist zwar unwahrscheinlich. Aber wir hoffen doch, noch einiges gutmachen zu können und viele Leute in den Herbstferien nach Uri zu bringen.»

Gemäss Thomas Christen, Direktor von Andermatt Tourismus, hatte die Axensperrung keinen messbaren Einfluss auf die Gästezahlen. Aufgrund der Verkehrslage gebe es keine bekannten Absagen. Was aber auffällig sei, dass der öffentliche Verkehr wesentlich stärker genutzt würde, was Christen auch bei der privaten Anreise nach Andermatt feststellen konnte. Jene, die das Urserntal etwa im Rahmen einer Pässefahrt besuchten, würden auf andere interessante Routen ausweichen. «Aber die kommen genau gleich wie zuvor», meint Christen. Wichtig ist dem Tourismusdirektor von Andermatt, dass die Gäste gut informiert werden. «Viele haben noch immer nicht mitbekommen, dass der Axen geschlossen ist. Wir weisen unsere Gäste auf Alternativen hin und auf die richtigen Abfahrtszeiten, um dem Stau zu entkommen.»

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