Axenstrasse: Eine Galerie hätte dem Steinschlag standgehalten

Die Urner Regierung zeigt in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage auf, wie die geplanten Massnahmen gewirkt hätten.

Markus Zwyssig
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Die geplante Galerie im Gumpisch bei Sisikon ist so konzipiert, dass sie 100-jährliche Steinschlagereignisse und 300-jährliche Lawinen und Murgangereignisse aufzunehmen und abzuleiten vermag. Wären alle diesbezüglich geplanten Massnahmen bereits ausgeführt gewesen, hätte die Galerie den Steinschlag vom 28. Juli 2019 schadlos überstanden. Das schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Nina Marty (SP, Altdorf). Die Axenstrasse war nach dem Steinschlag am 28. Juli 47 Tage lang gesperrt. Nach einem Murgang am 2. Oktober musste die Strasse erneut für zehn Tage geschlossen werden.

Es sei nicht ausgeschlossen, dass die neue Axenstrasse nach einem so grossen Ereignis kurzzeitig gesperrt worden wäre, um genauere Abklärungen zu treffen, so die Regierung. Dabei wäre aber von Tagen auszugehen, nicht wie im aktuellen Fall von Monaten. Auch wenn, hypothetisch angenommen, ein Schaden an der Galerie entstanden wäre, hätte man nach einer kurzen Sanierung der Galerie den Verkehr innerhalb von sieben bis 14 Tagen wieder einseitig oder ganz freigeben und nachfolgend in der Runse die erforderlichen Spreng- und Aufräumarbeiten ausführen können. Das Ereignis wird zurzeit geologisch und geotechnisch untersucht. Aufgrund der Ergebnisse soll geprüft werden, ob die getroffenen Belastungsannahmen für die Dimensionierung der Galerie angepasst werden müssen. Erst danach kann beurteilt werden, ob und wie die Galerie allenfalls verstärkt werden muss.

Grosse Opposition gegen durchgehenden Tunnel

Um die Axenstrasse komplett vor Naturereignissen zu schützen, wäre grundsätzlich ein durchgehender Tunnel von Brunnen nach Flüelen notwendig. Dagegen wurde von verschiedenen Seiten opponiert, etwa von den Gegnern des Axen-Ausbaus, weil sie damit eine Kapazitätserhöhung befürchteten. Nach verschiedenen Variantenstudien wurde das Projekt für den Morschacher und den Sisiger Tunnel öffentlich aufgelegt. Damit ist die Schwyzer Seite der neuen Axenstrasse komplett im Tunnel und somit vor Naturereignissen geschützt. Der Urner Teil der Axenstrasse wurde bereits in den 1970er-Jahren ausgebaut und weise mit seinen Galerien und Tunnels bereits heute einen guten Schutz vor Naturgefahren auf, so die Regierung.

Drei Einsprache sind zurzeit noch hängig

Die Gemeinde Sisikon leidet stark unter der Verkehrsbelastung. Mit dem Sisiger Tunnel würde sie umfahren, wäre aber über die alte Axenstrasse für Anwohner und Tourismus erschlossen. 57 Einsprachen sind gegen das Projekt Neue Axenstrasse eingereicht worden. Davon sind noch drei hängig.

Je nachdem, wo die Grenze zwischen Bundesamt für Strassen (Astra) und Kanton gezogen wird, übernimmt der Kanton Uri zwischen 1 und 1,5 Kilometer der alten Axenstrasse als Kantonsstrasse. In der heutigen Planung verbleibt der Ausfahrtstunnel Gumpisch im Eigentum des Astra. Der grösste Teil der Kantonsstrasse ist damit der Innerortsabschnitt in Sisikon. Bei einem Kantonsstrassennetz von heute 153 Kilometer liegt der erwartete Mehraufwand somit im Bereich von 1 Prozent. Der Rophaientunnel ist zwar zurzeit kein Thema. Würde er im Rahmen der Netzvollendung erstellt, müsste sich der Kanton Uri mit 3 Prozent an den Erstellungskosten beteiligen.