Axenstrasse: Massnahmen kosten 10 Millionen Franken

Der Ablenkdamm im Bereich Gumpisch ist fertiggestellt. Ab Freitag, 20. Dezember, 6 Uhr, ist der Strassenabschnitt nun auch wieder für den Langsamverkehr freigegeben - und Fussgänger können den Weg der Schweiz wieder benützen.

Florian Arnold und Ernst Zimmerli
Drucken
Teilen
Der Damm soll eventuelle Murgänge in geordnete Bahnen lenken.

Der Damm soll eventuelle Murgänge in geordnete Bahnen lenken.

Bild: Astra

Ab Freitag, 20. Dezember, 6 Uhr, ist die Axenstrasse auch für den langsameren Verkehr wieder offen: Velos, Mofas und Traktoren dürfen den gefährlichen Abschnitt Gumpisch wieder befahren. «Das bisher gültige Regime für den landwirtschaftlichen Verkehr wird damit aufgehoben», schreibt das Astra in einer Mitteilung. Aus Sicherheitsgründen gesperrt bleibt der Strassenabschnitt für Fussgänger. Diese können aber als Alternative den Weg der Schweiz benützen.

80 Meter langer Damm

Um die Sicherheit für den Langsamverkehr gewährleisten zu können, hat das Astra im unteren Bereich des Gumpischtals in den vergangenen Wochen Schutzmassnahmen ausgeführt. Grosse Steinblöcke wurden entfernt, verschiedene Schutznetze erstellt und ein Ablenkdamm gebaut. «Eventuelle Murgänge sollen entlang des rund 80 Meter langen und 6 Meter hohen Ablenkdamms unter der Brücke durchgeleitet werden», schreibt das Astra in einer Mitteilung. Als weitere Schutzmassnahme ist am Dammfuss ein 2,5 Meter hohes und 20 Meter langes Schutznetz installiert worden. Im kommenden Januar wird noch auf der Dammkrone ein 3 Meter hohes Schutznetz erstellt. Damit werden die Arbeiten an den Schutzbauwerken abgeschlossen sein.

Laut Astra-Sprecherin Esther Widmer bleibt der Abschnitt aber auch nach Abschluss dieser Massnahmen für Fussgänger gesperrt. In Betrieb bleiben wird auch die automatische Überwachungs- und Warnanlage. Sollte diese Bewegungen von Blöcken oder Murgänge detektieren, wird der Verkehr auf der Axenstrasse gestoppt. Die Kosten für die Schutzmassnahmen am Axen belaufen sich laut Widmer auf rund 10 Millionen Franken.

Zweimal für längere Zeit gesperrt

Am 28. Juli musste die Axenstrasse für längere Zeit gesperrt werden und konnte erst nach der Installation der Überwachungsanlage am 13. September wieder geöffnet werden – nicht jedoch für den Langsamverkehr. Prompt ereignete sich ein weiterer Murgang, wodurch die Strasse vom 2. bis 12. Oktober nochmals gesperrt werden musste. Seitens der Politik wurde die Sperrungen zum Anlass genommen, Druck auf die Gegnerschaft des Projekt «Neue Axenstrasse» auszuüben. Als Antwort auf eine Interpellation von Ständerat Josef Dittli signalisierte Bundesrätin Simonetta Sommaruga, dass man sich vorstellen könnte, den Perimeter «Tunneleinfahrt Gumpisch» prioritär zu behandeln. Sie erteilte den Kantonen den Auftrag, entsprechende Abklärungen vorzunehmen. Hat der nun sicherere Zustand des Abschnitts einen Einfluss auf diese Abklärungen?

Wie Paul Gerber, Leiter des Projekts «Neue Axenstrasse», sagt, ist der Schutzdamm als Sofortmassnahme zu verstehen. «Wir müssen nun abklären, bis zu welchem Schweregrad an Ereignissen diese Massnahmen genügt», so Gerber. Es könne an der Axenstrasse immer wieder zu massiven Ereignissen kommen. «Gumpisch ist dabei nicht der einzige Ort, der Gefahren ausgesetzt ist. Mit der ‹Neuen Axenstrasse› würde die gesamte Strecke sicherer.»

Komitee sagt mit Vorbehalt Ja

Das Interkantonale Axenkomitee und die Umweltorganisationen hatten 2014 gegen das aktuelle Bauprojekt Neue Axenstrasse mit einem Morschacher und Sisiger Tunnel Einsprache erhoben. Wie das Komitee gestern mitteilte, wird es unter Einhaltung von folgenden zwei Voraussetzungen nicht gegen den raschen Bau der Galerie Gumpisch opponieren:

  • Die neue Galerie Gumpisch bietet für alle Strassenbenützer (inklusive Landwirtschaft und Langsamverkehr) genügend Schutz.
  • Der Bau der Galerie Gumpisch schafft kein Präjudiz für das laufende Plangenehmigungsverfahren mit dem Sisiger und dem Morschacher Tunnel.

Das Axenkomitee betont in seinem Schreiben, dass es eine Erhöhung der Strassenkapazität am Axen durch den Bau einer parallelen zweiten Axenstrasse ablehnt. Es begrüsse aber die für die Verkehrsteilnehmer notwendigen Sicherheitsmassnahmen an der bestehenden Axenstrasse. Nach wie vor setze sich das Komitee für den Bau einer Kurzumfahrung von Sisikon ein. Zur Entlastung der Bevölkerung von Sisikon schlägt es auf dem Innerortsabschnitt ein Tempolimit von 30 km/h vor.