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Axenstrasse ist ab Samstag wieder offen – Damm soll Murgänge ablenken

Die Verbindungsstrasse zwischen Uri und Schwyz kann ab kommendem Wochenende wieder befahren werden – allerdings nicht von Langsamverkehr.
Lucien Rahm und Florian Arnold
Am Samstagmorgen schalten die Ampeln auf der Axenstrasse von rot auf grün. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Sisikon, 13. September 2019)

Am Samstagmorgen schalten die Ampeln auf der Axenstrasse von rot auf grün. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Sisikon, 13. September 2019)

Diesmal hat es lediglich zehn Tage gedauert: Die Axenstrasse, die seit dem 2. Oktober gesperrt war, kann ab Samstag wieder befahren werden, wie das Bundesamt für Strassen (Astra) am Freitag mitteilte. Um 9 Uhr wird die Sperrung aufgehoben.

Zu Beginn der neuerlichen Schliessung ging das Astra noch von Wochen aus, bis die Strasse wieder befahrbar sein würde. «Unmittelbar nach dem Ereignis ist jeweils schwer abzuschätzen, wie lange die Sperrung letztlich dauern wird», sagt Richard Kocherhans, Chef der zuständigen Astra-Filiale Zofingen auf Anfrage. Aufgrund des Wetters, das seit Donnerstag besser wurde, sei man mit den Instandstellungsarbeiten gut vorangekommen. Dies wäre bei Regen nicht möglich gewesen.

Die Sperrung von August und September habe zudem einiges länger gedauert, weil es damals nötig war, das ganze Überwachungssystem neu zu installieren. «Diesmal mussten wir nur einige Schäden beheben.» Konkret wurden einzelne Reissleinen und Stützen eines Steinschlagschutznetzes wieder instand gestellt, die beim Murgang Anfang Monat beschädigt worden waren. Diese sind Bestandteile des Überwachungs- und Alarmsystems.

Der Urner Baudirektor und Landammann Roger Nager ist erleichtert. «Wir sind froh, dass die Arbeiten so gut vorankamen.» Dass der politische Druck die Arbeiten beschleunigt hat, glaube er allerdings nicht. «Die Urner Regierung setzt sich nicht erst seit dieser Woche für ein rasches Vorwärtskommen am Axen ein, sondern hat das auch schon vor den Steinschlägen konsequent getan.» Diese Woche habe man das Engagement öffentlich gemacht. «Die rasche Öffnung ist voll und ganz das Verdienst der Arbeiter vor Ort. Oberste Priorität hat dabei die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und der Arbeiter am Berg.»

Uri muss mit Notlagen umgehen können

Welcher wirtschaftliche Schaden mit der Sperrung einhergeht, kann Nager nicht abschätzen. Die Urner Wirtschaft habe aber gut reagiert und Umwege in Kauf genommen. Auch an einen Imageschaden des Kantons glaubt er nicht. «Uri ist ein Bergkanton, der grosse Sympathien in der Schweiz geniesst. Gleichermassen Prunkkammer Gottes und Irrgarten des Teufels, wie es Danioth sagte.» Man müsse in Uri damit rechnen, dass die Berge manchmal ihre Kraft zeigen würden.

Weiterhin verwehrt bleibt die Benutzung der Axenstrasse dem Langsamverkehr. «Das heisst, landwirtschaftliche Fahrzeuge, Mofas, Velofahrer und Fussgänger dürfen den Bereich nicht queren», so das Astra. Denn kommt es wieder zu einem Steinschlag, muss die Strasse innerhalb von 20 Sekunden geräumt sein. So lange dauert es ungefähr, bis ein abgebrochener Steinbrocken auf der Axenstrasse aufschlägt. «Daher müssen die Fahrzeuge eine Minimalgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern erreichen können», so Kocherhans. Wanderern steht aber ab Samstag der «Weg der Schweiz» wieder zur Verfügung.

Mehr Steinschlagnetze werden montiert

Um auch Langsamverkehr wieder zu ermöglichen, sollen in den kommenden Monaten weitere Steinschlagnetze montiert und einige grosse Steinblöcke gesprengt werden. Zudem wird das Bachbett, das quer zur Gumpischbrücke in Richtung See verläuft, einen sogenannten Ablenkdamm erhalten. «Manchmal befindet sich in diesem Bett bereits Material», sagt Richard Kocherhans vom Astra. «Dann besteht die Gefahr, dass ein Murgang über das Bachbett hinaustritt und die Axenstrasse verschüttet.»

Der geplante Damm – eine Erhöhung der beiden Böschungen des Bachbetts – soll ein Überschwappen verhindern und die Murgänge unter der Brücke hindurchführen. Auch dieser Damm soll laut Astra schon rasch erstellt werden. «Wir möchten nächste Woche starten», so Kocherhans. Der Bau sei aber wetterabhängig und müsste vor dem Wintereinbruch beendet werden können.

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