Axenstrasse: Vorbereitungen für Felssprengung haben begonnen – Kanton Uri richtet Seetaxi für Pendler ein

Um die Axenstrasse wieder gefahrlos nutzbar zu machen, müssen 1000 Tonnen Felsmaterial weggesprengt werden. Die dazu notwendigen Arbeiten sind allerdings stark wetterabhängig.

Lucien Rahm
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Müssen gesprengt werden: Rund 1000 Tonnen Felsmaterial oberhalb der Axenstrasse. (Bild: Astra)

Müssen gesprengt werden: Rund 1000 Tonnen Felsmaterial oberhalb der Axenstrasse. (Bild: Astra)

Die Vorbereitungen zur Sprengung der rund 1000 Tonnen Gesteinsmaterial, welche nach dem Steinschlag vom Sonntag, 28. Juli, auf die Axenstrasse zu stürzen drohen, haben am Montag begonnen. Dies teilt das Bundesamt für Strassen (Astra) mit. In die betroffenen Felsen muss hineingebohrt werden, um darin Sprengstoff anbringen zu können.

«Damit die benötigten Bohr- und Sprengwerkzeuge gelagert werden können, muss vorgängig ausserhalb des Schadensplatzes ein Installationsplatz eingerichtet werden», heisst es in der Mitteilung. Auch werde ein Schutznetz oberhalb der Gefahrenzone angebracht, das die Sprengspezialisten bei ihrer Arbeit schützen soll.

Weil ein Aufenthalt in der Rinne, in der sich die zu sprengenden Felsblöcke befinden, wegen Sicherheitsbedenken nicht möglich ist, müssen die Arbeiter per Helikopter an Blöcke abgeseilt werden. Damit sie bei Gefahr rechtzeitig weggeflogen werden können, werden zwei Aufsichtsposten erstellt, die das Gebiet beobachten.

Richard Kocherhans, Leiter Astra Zofingen. (Bild: Florian Arnold, 31. Juli 2019)

Richard Kocherhans, Leiter Astra Zofingen. (Bild: Florian Arnold, 31. Juli 2019)

Um die eigentlichen Bohr- und Sprengarbeiten durchführen zu können, müssen dann auch noch die richtigen Wetterbedingungen herrschen, wie Richard Kocherhans, Leiter des Astra Zofingen, auf Anfrage sagt. «Es muss eine ausreichende Sicht vorhanden sein, und Regen ist sicher hinderlich.» Die Gefahr eines weiteren Murganges erhöhe sich, wenn Wasser in der Rinne liegt, heisst es zudem in der Mitteilung. «Die Arbeiten können während dieser Zeit aus Sicherheitsgründen nicht ausgeführt werden.»

Wie lange die Arbeiten letztlich dauern werden, ist somit nicht mit Bestimmtheit zu sagen. Derzeit verlaufe jedoch alles plangemäss, so Kocherhans. Das Astra rechnet mit einer Sperrzeit von rund acht Wochen.

Sperrung führt zu reduzierter Zustellung der Post

Aufgrund der gesperrten Axenstrasse müssen sich die Bewohner von Sisikon und Riemenstalden während dieser Zeit mit einer reduzierten Zustellung ihrer Post abfinden. «Nach Prüfung verschiedener Varianten bedienen wir Sie ab Dienstag bis auf weiteres viermal pro Woche», heisst es in einer Kundenmitteilung der Zustellstelle Schattdorf. Jeweils am Montag und am Donnerstag erhalten die betroffenen Bewohner vorerst keine Post. Von der Zustellreduktion sind auch Abonnenten unserer Zeitung betroffen.

Ihren Briefkasten am Bahnhof Sisikon leert die Post während der Zeit der Sperrung von Montag bis Freitag jeweils um 16.45 Uhr – eine halbe Stunde früher als sonst.

Pendlern steht ein Seetaxi zur Verfügung

Für Pendler von Sisikon nach Altdorf (oder umgekehrt) hat der Kanton Uri ein Seetaxi in Betrieb genommen, das ab 5.30 Uhr zwischen Flüelen und Sisikon verkehrt. «Dies soll den Arbeitnehmenden aus Sisikon ermöglichen, frühmorgens in den Kanton Uri zu reisen und pünktlich am Arbeitsplatz zu sein», schreibt die Volkswirtschaftsdirektion in ihrer Mitteilung. Für Pendler ist die Schifffahrt kostenlos. Von Flüelen aus besteht dann ein Anschluss an die Buslinie 1 nach Altdorf (deren Benützung nicht kostenlos ist).

Das Seetaxi verkehrt ab diesem Mittwoch täglich zu folgenden Zeiten zwischen Flüelen und Sisikon:

  • Schiffstation Flüelen ab 5.30 Uhr
  • Schiffstation Sisikon an 5.48 Uhr
  • Schiffstation Sisikon ab 5.50 Uhr
  • Schiffstation Flüelen an 6.10 Uhr

Für «besondere Anliegen» hat der Kanton eine Hotline eingerichtet, welche Anfragen im Zusammenhang mit der Sperrung der Axenstrasse entgegennimmt. Unter 041 874 52 52 ist diese zu Bürozeiten erreichbar. Auch per E-Mail nimmt der Kanton Wünsche aus der Bevölkerung entgegen.

Sperre Axenstrasse: «Es ist eine prekäre Situation»

Das Restaurant Tellsplatte spricht von einer «wirtschaftlichen Katastrophe». Die Urner Regierung möchte nun Betrieben wirtschaftlich unter die Arme greifen. Sie hat eine Koordinationsgruppe eingerichtet, die sich um die Anliegen der betroffenen Bevölkerung und Gemeindebehörden kümmert.
Philipp Zurfluh und Andreas Seeholzer

Bringt gesperrte Axenstrasse ein Chaos am Lopper?

Die Axenstrasse bleibt vorläufig zu. Die Nidwaldner Polizei befürchtet mehr Staus auf der A2 und mehr Ausweichverkehr. Mehr Verkehr gibts auch auf der Autofähre, die aber nur bedingt den Fahrplan ausbauen kann.
Martin Uebelhart und Zeline Odermatt