Bahn probt Ernstfall im Tunnel

Im Furkatunnel entgleist ein Zug der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB). Zehn Personen werden verletzt. Glücklicherweise war es eine Übung.

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Ein Verletzter wird geborgen. (Bild: PD)

Ein Verletzter wird geborgen. (Bild: PD)

Löschzug im Furkatunnel (Bild: PD)

Löschzug im Furkatunnel (Bild: PD)

Etwa 110 Personen waren an der Übung am vergangenen Dienstag im Furkatunnel beteiligt, rund 50 davon waren Einsatzkräfte und die anderen 60 Passagiere. Die Passagiere wurden von Mitgliedern der Samaritervereine Goms und Urseren gespielt, die sich für die Mithilfe bei der Übung Bereit erklärt hatten.

Das Szenario der Übung sah folgendermassen aus:
«Infolge eines technischen Defektes am Fahrzeug (Achsbruch) ist ein Zug in der Mitte des Furkatunnels entgleist. 60 Reisende befinden sich im Zug, etwa 8-10 Personen sind bei dem Unfall verletzt worden.»

Direkt nach Unfall alarmierte die Betriebsleitzentrale der MGB die Polizei, welche daraufhin den Alarm auslöste und den Rettungsdienst Furkatunnel und die Feuerwehren Goms und die Chemiewehr Uri aufbot. Kurze Zeit später fanden sich die Rettungskräfte auf beiden Seiten des Tunnels, in Oberwald und Realp, ein. Die Einsatzleiter beider Seiten und ihre Mannschaften bereiteten den Einsatz direkt vor und begaben sich mit den Lösch- und Rettungszügen, welche an den Tunnelportalen deponiert sind, in den Tunnel. Die Rettung wurde somit von beiden Seiten durchgeführt. Die jeweiligen Einsatzleiter standen ständig in Kontakt, um den Einsatz optimal zu koordinieren. Auch die Evakuation der Verletzten und der Reisenden geschah in beide Richtungen.

Blick in den neuen Löschzug. (Bild: PD)

Blick in den neuen Löschzug. (Bild: PD)

Positives Fazit

Nach Abschluss der Übung konnte die Einsatzleitung ein positives Fazit ziehen, schreibt die MGB in einer Mitteilung. Die Übung lief sehr gut ab, die Personen konnten rasch geborgen werden. Übungen des Rettungsdienstes Furkatunnel wurden bereits bis anhin jährlich durchgeführt, um optimal auf einen Ernstfall vorbereitet zu sein. Neu war in diesem Jahr, dass die umliegenden Feuerwehren auch daran beteiligt waren. In Absprache mit den Feuerwehren Goms und der Chemiewehr Uri werden diese Übungen in Zukunft fortan jährlich in diesem Rahmen durchgeführt.

Infolge der Übung wurde der Furkatunnel am 2. Oktober ab 19.30 Uhr gesperrt, die Autozüge fielen aus und die Zugreisenden wurden mit Bussen über den Furkapass befördert.

pd/rem