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BAHNVERKEHR: Bahn über Oberalppass soll nicht ausgebaut werden

Die Bahnverbindung über den Oberalppass lässt sich mit vernünftigem Aufwand kaum noch wintersicherer machen. Sowohl der Urner wie der Bündner Regierungsrat sind der Ansicht, dass der strategischen Bedeutung dieser alpinen Ost-West-Verbindung bereits genügend Rechnung getragen wird.
Ein Bahn transportiert Gäste auf den Oberalppass. (Bild: Archiv)

Ein Bahn transportiert Gäste auf den Oberalppass. (Bild: Archiv)

Im November 2016 hatten Kantonsparlamentarier aus dem Urserental UR und der Surselva GR Vorstösse in ihren Räten zur Bahnverbindung Andermatt UR-Disentis GR der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) eingereicht. Sie kritisierten, dass die Linie im Winter zu häufig unterbrochen sei. Die Strecke habe aber für die beiden Regionen beidseits des Oberalps eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung.

In ihren Antworten weisen die beiden Regierungsräte darauf hin, dass die Bahnstrecke über den Oberalppass zu 97 Prozent verfügbar sei. Für eine Gebirgsstrecke sei dies ein guter Wert, schreibt der Bündner Regierungsrat. Bei den Sperrungen handle es sich nur um einzelne Tage, betont die Urner Kantonsregierung.

Gestützt auf eine Studie von 2013 schreibt der Urner Regierungsrat, dass die Kosten für einen Ausbau der Strecke jeweils bedeutend höher seien als der Nutzen. Tunnellösungen seien sehr teuer. Mit einem relativ günstigen Ausbau der Bergstrecke etwa mittels neuer Galerien lasse sich die Wintersicherheit nicht wesentlich erhöhen.

Aus volkswirtschaftlicher Sicht sei ein Ausbau der Bahnverbindung nicht zu empfehlen, lautet das Fazit der Urner Regierung. Gezielte Investitionen in die touristische Infrastruktur seien besser geeignet, um die Bedürfnisse der Wirtschaft und des Fremdenverkehrs zu befriedigen.

Investitionen geplant

Das Streckennetz der MGB ist 144 Kilometer lang. Der Bund hat für die Jahre 2017 bis 2020 320 Millionen Franken reserviert, um die Substanz des Streckennetzes zu erhalten. Ein grosser Anteil entfällt davon zwar auf den Furkatunnel, doch sollen auch über 40 Millionen Franken in den Abschnitt Andermatt-Disentis fliessen.

Damit werde der strategischen Bedeutung der Strecke als wintersichere Ost-West-Verbindung im zentralen Alpenraum Rechnung getragen, schreiben die Regierungsräte aus Uri und Graubünden. Beide Exekutiven versichern, sich weiterhin für eine hohe Verfügbarkeit und Wintersicherheit der Verbindung über den Oberalp einzusetzen.

Bezüglich des Autoverlades über den Oberalppass im Winter (der vom Bund finanziert wird) wird darauf hingewiesen, dass dieser stark rückläufig sei. Alternativen und eine kostengünstigere Produktion müssten wohl geprüft werden. (sda)

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