BAHNVERKEHR: «Drei Schnellzughalte sind unrealistisch»

Für Isidor Baumann ist klar: Uri muss sich auf einen Kantonsbahnhof Altdorf konzentrieren. Aber auch Erstfeld soll nicht leer ausgehen.

Drucken
Teilen
Isidor Baumann, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Uri. (Bild Angel Sanchez/Neue UZ)

Isidor Baumann, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Uri. (Bild Angel Sanchez/Neue UZ)

Erstfeld fordert die Regierung dazu auf, einen Zentralbahnhof Rynächt zu prüfen. Ist das eine gute Idee?

Isidor Baumann: Grundsätzlich ist jede Idee zu prüfen. Wir müssen die Überlegungen der Erstfelder detailliert betrachten. Anderseits sprechen die Ergebnisse zur Raumentwicklung unteres Reusstal, in der auch die Gemeinden integriert waren, eine ganz andere Sprache: favorisiert wird ein Kantonsbahnhof in Altdorf.

Altdorf sei kein idealer Standort für einen Kantonsbahnhof. Was sagt der Regierungsrat dazu?

Baumann: Die Regierung hat zusammen mit den Verkehrsplanern die Vor- und Nachteile abgewogen. Dabei kam man zum Schluss, dass sich Altdorf auch mit den Zubringern die Ausgangslage schaffen muss, zum Zentralbahnhof zu werden. Nicht zuletzt dient das dazu, die Entwicklung zum Beispiel im Gebiet Eyschachen zu nutzen.

Wäre ein Zentralbahnhof Rynächt überhaupt möglich?

Baumann: Es stellt sich die Frage, ob ein Grossteil der Benützer des öffentlichen Verkehrs bereit wäre, zum Einsteigen zuerst von Altdorf oder von Flüelen nach Erstfeld zu fahren. Die Bedürfnisse der Pendler müssen im Zentrum stehen. Zudem müsste man schauen, ob ein solcher Bahnhof so nahe beim zukünftigen Neat-Portal überhaupt machbar wäre.

Kann auf längere Sicht in Uri nur noch ein grosser Bahnhof bestehen?

Baumann: Da spielen ganz klar Überlegungen des Markts mit. Wir müssen realistisch bleiben: Es ist unwahrscheinlich, dass Schnellzüge oder sogar internationale Züge in Flüelen, Altdorf und Erstfeld insgesamt dreimal halten. Wir müssen uns in Uri daher auf einen Halteort konzentrieren. Alles andere ist reines Wunschdenken. Eine Chance sehe ich für Uri hingegen in einer gut ausgebauten S-Bahn. Sie muss in kurzen Intervallen fahren und an vielen Orten halten. Da kann auch Erstfeld einen hohen Stellenwert behalten. Zudem ist dieser Halt wichtig für die Fahrt auf der Gotthard-Bergstrecke.

Interview von Markus Zwyssig

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Urner Zeitung.