Bahnverkehr

Diese Zentralschweizer Firma reinigt neu beide Basistunnels auf der Gotthard-Linie

Die ISS Kanal Services AG ist ab 2021 für den Unterhalt der Entwässerungskanäle in den Basistunneln durch den Gotthard und den Ceneri verantwortlich. Im Gotthard führt sie diese Arbeiten schon heute aus.

Martin Uebelhart
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Ein Lastwagen der ISS Kanal Services AG im Einsatz im Gotthardbasistunnel.

Ein Lastwagen der ISS Kanal Services AG im Einsatz im Gotthardbasistunnel.

Bild: PD

Seit 2016 reinigt ISS Kanal Services AG die Entwässerungskanäle und weitere Einrichtungen im Gotthardbasistunnel. «Neben dem Tunnel kümmern wir uns auch um die Leitungen der Nebenbauwerke sowie der Zulaufstrecken», sagt Pascal Zumbühl. Er ist Geschäftsführer der Organisationseinheit Zentralschweiz, darunter auch der Standort in Altdorf. Zu diesen Nebenbauwerken gehören etwa die Multifunktionsstelle Sedrun oder auch diverse Ausgleichs- und Kühlbecken. Nach dem Spülen der Leitungen werden diese mit Kamera untersucht, um allfällige Schäden an den Leitungen rechtzeitig festzustellen. Insgesamt ist ISS für über 600 Kilometer Leitungen zuständig.

Ab dem kommenden November wird ISS auch die Reinigung der Entwässerungsleitungen im eben neu eröffneten Ceneri-Basistunnel sicherstellen. «Wir konnten die neue Ausschreibung der SBB, die ab dem Jahr 2021 beide Basistunnels umfasst, für uns entscheiden», freut sich Zumbühl.

Ein Kanalreinigungslastwagen wird mit einem Portal-Kran auf einen Eisenbahnwagen gehievt.

Ein Kanalreinigungslastwagen wird mit einem Portal-Kran auf einen Eisenbahnwagen gehievt.

Bild: PD

Im Gotthardbasistunnel arbeiten die ISS Leute an 48 Wochenenden im Jahr jeweils in den Nächten von Samstag auf Sonntag und von Sonntag auf Montag. Von den jeweiligen Erhaltungs- und Interventionszentren der SBB in Erstfeld und Biasca fahren die Mitarbeiter in den Tunnel ein. Zum Einsatz kommen bei den Arbeiten drei fünfachsige Spezial-Spül-Saug-Lastwagen, wie man sie etwa in ähnlicher Form von der Reinigung von Kanalisationen kennt. «Für den Einsatz im Eisenbahntunnel werden sie mit einem Portal-Kran auf spezielle Bahnwagen gehievt», erläutert Zumbühl. Zudem werden auch mobile Kameraequipments und zusätzliche Pumpen für die Wasserhaltung mitgeführt. Im Ceneri-Tunnel werden die Arbeiten nur in den Wintermonaten von November bis Februar anfallen. Gearbeitet wird in Nächten unter der Woche. «Das Bauwerk ist kleiner und umfasst entsprechend auch weniger Leitungen», sagt Zumbühl.

Die Arbeit im Gotthardbasistunnel verlange von Menschen und Maschinen einiges ab, so der Geschäftsführer:

«Eine grosse Herausforderung
ist die Hitze.»

Je nachdem, wo man sich im Tunnel befinde, könne es bis zu 40 Grad warm sein. «In der Nähe der Maschinen auch noch etwas wärmer.» Diese Maschinen würden mitunter unter Hochlast betrieben, seien jedoch speziell konzipiert für die Arbeit im Tunnel. Mit der Nachtarbeit müsse man umgehen können, der Körper müsse das aushalten. Darum würden die Mitarbeiter zu obligatorischen Belastungstests und Arztbesuchen aufgeboten. Nötig seien darüber hinaus diverse Zusatzausbildungen der SBB, «zum Beispiel für das Arbeiten im Gleis.» Auch wenn es Leute gebe, die solche Schichtarbeit schätzten, sei es nicht einfach, sie auch zu finden. Die Firma setze auf gute Anstellungsbedingungen: «Wir bezahlen gute Löhne und die Angestellten arbeiten sieben Tage und haben dann sieben Tage frei.» Die Mehrbelastung werde durch Freizeit kompensiert.

Pascal Zumbühl ist Geschäftsführer der ISS Kanal Services AG in der Zentralschweiz.

Pascal Zumbühl ist Geschäftsführer der ISS Kanal Services AG in der Zentralschweiz.

Bild: PD

Die SBB macht einen substanziellen Teil des Umsatzes der ISS Kanal Services AG aus. «Damit können wir Arbeitsplätze in der Zentralschweiz und im Tessin erhalten», hält Pascal Zumbühl fest. Neben den Arbeiten im Gotthardtunnel umfasst das Tätigkeitsfeld von ISS Kanal Services AG auch den klassischen Kanalunterhalt samt Inspektion und – unterstützt vom Firmenbereich Mittelland – Sanierungen. Daneben gehört auch der Liegenschaftsunterhalt etwa das Reinigen von Dachrinnen sowie spezielle Flächenbearbeitung und Demarkierung mit Höchstdruckwasserstrahl zum Geschäftsfeld. «An unseren drei Standorten beschäftigen wir 65 Leute. 15 von ihnen kommen in zwei Einsatzgruppen in den Bahntunnels zum Einsatz», sagt Zumbühl. Zudem bilde man derzeit zwei Lernende zu Entwässerungstechnologen aus.

Das Unternehmen

ISS ist ein weltweit tätiger Konzern. Der Hauptsitz ist in Dänemark. Das Unternehmen ist schwergewichtig im Bereich Integrales Facility Management tätig und beschäftigt rund 480'000 Mitarbeiter. In der Schweiz sind es rund 13'000, die sich in 37 Niederlassungen auf rund 7000 Vollzeitstellen verteilen. ISS Kanal Services AG beschäftigt rund 280 Leute und hat drei Zweige für das Mittelland, die Zentralschweiz und das Tessin.