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Historische Bahnwagen erhalten in Realp ein Dach über dem Kopf

Als Schutz vor Umwelteinflüssen im Sommer und als Unterstand für die lange Winterzeit wird für die historischen Personenwagen der Dampfbahn Furka-Bergstrecke eine Wagenremise südlich von Realp gebaut. Am 1. Juni wurde der Grundstein gelegt.
Paul Gwerder
Projektleiter Patrick Suter, Geschäftsleiter Urs Züllig, Verwaltungsratspräsident Ernst Künzli und Werkstattleiter Werner Beer (von links) bei der Grundsteinlegung für die Wagenremise in Realp. (Bild: Paul Gwerder, 1. Juni 2019)

Projektleiter Patrick Suter, Geschäftsleiter Urs Züllig, Verwaltungsratspräsident Ernst Künzli und Werkstattleiter Werner Beer (von links) bei der Grundsteinlegung für die Wagenremise in Realp. (Bild: Paul Gwerder, 1. Juni 2019)

An der Grundsteinlegung für die neue Wagenremise der Dampfbahn Furka-Bergstrecke (DFB) am Samstagmorgen, 1. Juni, in Realp übertrafen sich die Verantwortlichen mit Superlativen. Von einem Meilenstein für die DFB war die Rede. Nun kann es mit dem 2,9 Millionen Franken teuren Bau losgehen.

Die Finanzierung sei durch Eigenleistungen, Materialsponsoring, sowie Spenden und Rückstellungen der Sektion Aargau des Vereins Furka-Bergstrecke (VFB), die das Projekt lanciert hat, «praktisch gesichert», sagte Verwaltungsratspräsident Ernst Künzli. Zwar fehlen noch rund 100'000 Franken. «Wir sind aber zuversichtlich, dass unsere grosszügigen Sponsoren und Gönner nochmals tief in die Tasche greifen werden.»

Remise schützt wertvolle Wagen

Schon ab nächstem Winter können sämtliche historischen und wertvollen Personenwagen erstmals gut geschützt in der neuen Remise, die aus Eisenbeton besteht, eingestellt werden. Sie bietet den rund 100-jährigen Wagen Schutz vor dem rauen Bergwetter ausserhalb der Fahreinsätze. Und insbesondere während der langen Winterpause von Oktober bis Juni werden die Wagen nicht mehr durch riesige Schneemengen belastet. «Damit kann die Alterung der Wagen deutlich verringert werden», so Projektleiter Patrick Suter. Die Halle wird auf vier parallelen Gleisen je 60 Meter lang werden. Auf der Ostseite ist ein separater Raum für die Schneeräumungs- und Baumaschinen des Stützpunktes vorgesehen.

«Die Standortfrage hat uns schon einiges Kopfzerbrechen gemacht, denn die Remise liegt in der roten Gefahrenzone», erklärte der Verwaltungsratspräsident. Deshalb wird die Remise bergseitig bodeneben aufgeschüttet und so in die Landschaft gebaut, dass sie einer allfälligen Lawine standhält und diese keinen Schaden anrichten kann.

150'000 Stunden in Revisionen investiert

«Was wäre die Dampfbahn ohne die VFB-Sektion Aargau und ihrer Werkstatt?», fragte sich Geschäftsleiter Urs Züllig – und gab die Antwort gleich selber: «Wir hätten zwar eine Bahn mit Lokomotiven, aber ohne Personenwagen.» Letztere gehören den Aargauern und werden von diesen professionell gewartet und der DFB zur Verfügung gestellt. In der Wagenwerkstatt Aarau werden sämtliche Wagenrevisionen in Tausenden Stunden Freiwilligenarbeit revidiert.

Werkstattleiter Werner Beer, der eigentliche «Vater» des Betriebes, zeigte sich in Realp sichtlich gerührt, weil nun sein langersehnter Wunsch in Erfüllung geht. Er erzählte:

«Bis heute haben wir seit 1995 in ungefähr 150'000 Stunden – das sind etwa 68 Mannjahre – 16 Revisionen abgeschlossen.»

Dank der neuen Remise müssen die Personenwagen nicht mehr alle 10 bis 15 Jahre in die Revision kommen, sondern nur noch alle 25 bis 30 Jahre. Damit können in der Wagenwerkstatt Aarau jährlich Kosten von insgesamt 50'000 Franken eingespart werden. Auch die DFB spart damit jährlich 17'000 Franken Betriebs- und Unterhaltskosten.

Die Sektion Aarau zählt heute rund 1100 Mitglieder. Von diesen sind jeden Dienstag- und Donnerstagnachmittag sowie an den sechs Samstagen immer 60 bis 70 freiwillige Helferinnen und Helfer in der Werkstatt im Einsatz. Ein Blick auf die Liste der Mitarbeitenden zeigt, dass alle Berufsrichtungen vorhanden sind: Chauffeure, Computerspezialisten, Elektroingenieure, Post-Angestellte, Drogisten, Maler, Bauführer und so weiter.

Symbolische Grundsteinlegung

Nachdem die Bewilligung des Bundesamtes vorlag, die Finanzierung gesichert war und die Funktionalität der Remise innerhalb des Betriebes erfüllt ist, konnte im letzten Herbst mit dem Aushub begonnen werden. «Weil ein Spatenstich in der grünen Wiese etwas komisch wirken würde, haben wir uns entschlossen, diese Grundsteinlegung heute auf der Baustelle zu machen», erklärte Verwaltungsratspräsident Künzli.

Vor vielen Dampfbahnfreunden, Gönnern und Helfern fuhr ein grosser Trax mit einem riesigen Stein zur symbolischen Grundsteinlegung auf die Baustelle südlich von Realp. Abschliessend gab es von den Verantwortlichen viele Dankesworte an die Geldgeber, die Behörden, die Landbesitzer und die Gemeinde Realp, die stets wohlwollend hinter dem Verein stehe.

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