Bald wird das Polster der Abwasser Uri benötigt

Das Budget der Abwasser Uri ist noch positiv. Doch die Jahre mit schwarzen Zahlen dürften bald gezählt sein.

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Die Abwasser Uri steuert mittlerweile alles von Altdorf aus. (Bild: Bruno Arnold, Archiv UZ)

Die Abwasser Uri steuert mittlerweile alles von Altdorf aus. (Bild: Bruno Arnold, Archiv UZ)

Altdorf ist das Urner Zentrum – auch für die Abwasserreinigung. Die Abwasser Uri AG steuert mittlerweile alles vom Urner Hauptort aus. «Dadurch haben wir eine schlankere Struktur erhalten», führte Präsident Rolf Infanger an der ordentlichen Generalversammlung in Göschenen aus. Hauptthema war dort aber das Budget. 2020 wird mit einem gesamten Ertrag von 8,8 Millionen Franken mit einem leichten Plus von 80000 Franken gerechnet, (Vorjahr: 14 000). 2,9 Millionen werden für Anschlussgebühren verrechnet, was laut Infanger einem hohen Betrag entspricht.

Bei den Betriebsgebühren werden gemäss Budget rund 5,2 Millionen Franken in Rechnung gestellt. Der Personal-, Material- und Betriebsaufwand beläuft sich auf 6,47 Millionen Franken, womit diese nicht mehr mit den eigentlichen Betriebsgebühren gedeckt werden können. «Wir müssen Geld aus dem Topf der Anschlussgebühren nehmen», erklärte Infanger. «Der konstant hohe Abschreibungsaufwand aufgrund der grossen Projekte, die wir in den letzten Jahren gestartet haben, wird uns in Zukunft immer noch etwas belasten, weil die hohen Investitionen noch ein bis zwei Jahre weitergehen.»

Dies führe zu einer zunehmenden Verschuldung, trotz der momentanen Überschüsse. Eine Tarifsenkung liege nicht drin. Dies, weil tiefere Erträge bei den Anschlussgebühren negative Rechnungsabschlüsse zur Folge haben werden. Gemäss Finanzplan wird Abwasser Uri ab 2021 ins Minus abdriften. Doch: «In den ersten drei bis fünf Jahren tut uns dies nicht weh, weil wir uns in den vergangenen Jahren ein Polster zugelegt haben», so der Präsident. «In zirka fünf Jahren werden wir darüber beraten müssen, wie wir die nötigen Mittel erwirtschaften können.» Die Delegierten der Gemeinden hiessen das Budget einstimmig gut, ebenso die Investitionsrechnung. Für nicht planbare Projekte sind 700000 Franken veranschlagt.

Grossprojekt ist in den Startlöchern

Eine alte Pendenz ist die Sanierung der Werkleitungen Erstfeld innerorts. Mit dem Neubau der Abwasserleitungen werden auch die übrigen Werkleitungen erneuert. Ebenfalls werden die Bäche Nollental sowie Locher-Speckital in neuen Leitungen gefasst und zum Walenbrunnen geführt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 11,5 Millionen, Abwasser Uri zahlt 2,8 Millionen.

Das Unternehmen hat 2018 für die Beschaffung von selbstauslesenden Wasserzählern einen Kredit von rund 1,7 Millionen genehmigt. Mit dem Einbau ist Anfang September im Urserntal gestartet worden. Dieser ist inzwischen bereits abgeschlossen. Momentan sind zwei eigene, temporär angestellte Sanitärmonteure in Seelisberg am Einbauen der neuen Zähler. Anschliessend erfolgt der Zähleraustausch in der Gemeinde Altdorf. Die künftige Auslesung wird mittels Drive-by und Smart-Meter-EW erfolgen.