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BANK: Urner Kantonalbank nimmt 100 Millionen auf

Zum ersten Mal in ihrer Firmengeschichte gibt die Urner Kantonalbank öffentliche Anleihen heraus. Damit soll das Kreditgeschäft refinanziert werden.
Livio Brandenberg
Sitz der Urner Kantonalbank in Altdorf. (Bild PD)

Sitz der Urner Kantonalbank in Altdorf. (Bild PD)

Die Urner Kantonalbank (UKB) teilte gestern mit, dass sie zum ersten Mal in ihrer über 100-jährigen Geschichte eine öffentliche Anleihe über 100 Millionen Franken am Markt platziert. Was heisst das konkret?

Anleihen, auch Obligationen genannt, sind Wertpapiere, für die der Käufer über eine festgelegte Dauer einen regelmässigen Zins erhält. Der Verkäufer oder Herausgeber, hier die UKB, profitiert auf der anderen Seite dadurch, dass er rasch und unkompliziert Geld aufnehmen kann, mit welchem er dank der vorbestimmten Laufzeit langfristig planen kann. Diese Laufzeit beträgt bei den gestern ausgegebenen Anleihen der UKB zehn Jahre; der Zins, den die Käufer der Papiere erhalten, liegt bei 0,125 Prozent. Das ist ein eher tiefer Wert, was gut ist für die UKB. Dazu kommt die Sicherheit, für die nächsten zehn Jahre «nur» diesen oben genannten Zins und nicht mehr zahlen zu müssen.

Auf diese Art und in dieser Höhe Geld aufzunehmen, sei absolut normal und gehöre zum Tagesgeschäft einer Bank, die im Kreditgeschäft tätig sei, sagt Urs Traxel, Vorsitzender der Geschäftsleitung der UKB.

Zeitpunkt dank tiefem Zinsumfeld günstig

Mit dem Geld finanziere man dann Kredite, die an Firmen und Privatpersonen vergeben würden. «Eine Retailbank muss ihr Kreditgeschäft laufend über die verschiedenen Kapitalmarkt­partner refinanzieren», so Traxel. Er betont aber: «Mit unserer Anleihe nehmen wir kein zusätz­liches Geld auf, sondern ersetzen Fälligkeiten aus dem laufenden Geschäft.» Dass eine Bank ihr Kreditvergabegeschäft nur über die Spargelder finanziere, sei schon lange nicht mehr so. Für Banken wie die UKB gibt es vielmehr verschiedene Wege, dafür Geld aufzunehmen. Warum hat sich die UKB nun ausgerechnet für die Herausgabe von Anleihen entschieden? Momentan sei der Zeitpunkt dank des tiefen Zinsumfelds einfach günstig, sagt Traxel. Der Preis, den die UKB für die 100 Millionen zahle, sei tiefer, als wenn die Bank anderweitig Geld aufnehmen würde, erklärt der Bankfachmann. In den letzten Monaten hat sich gezeigt, dass immer mehr Banken auf Anleihen setzen. So auch die Luzerner Kantonalbank (LUKB), die im vergangenen Sommer Obligationen über 375 Millionen herausgegeben hat.

Für die UKB ist es – wie erwähnt – nicht das erste Mal, dass sie mit Anleihen Geld aufnimmt. Es ist aber das erste Mal, dass sie dies mit öffentlichen Papieren tut. Die Obligationen werden ab Ende November an der Börse SIX Swiss Exchange gehandelt.

Livio Brandenberg

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