BANKEN: Raiffeisen wirtschaften gut

Die Urner Raiffeisenbanken haben einen Gewinn von 1,38 Millionen Franken eingefahren. Trotz anspruchsvollem Marktumfeld ist das fast gleich viel wie im Vorjahr.

Markus Zwyssig
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Ein Raiffeisen-Kunde am Bancomat. (Bild: Themenbild Neue LZ)

Ein Raiffeisen-Kunde am Bancomat. (Bild: Themenbild Neue LZ)

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Das Ergebnis der Urner Raiffeisenbanken für 2016 darf sich sehen lassen. Der Jahresgewinn liegt mit 1,38 Millionen Franken praktisch auf Vorjahresniveau (siehe Tabelle). Das geht aus einer gestern veröffentlichten Medienmitteilung hervor.

«Sehr erfreulich sind die wiederum hohen Zuwachsraten bei den Ausleihungen und den Kundengeldern, also in unserem Kerngeschäft», sagte Beat Bütikofer, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Urner Unterland, gestern auf Anfrage.

Ausleihungen steigen um 48 Millionen

Im Geschäft mit Kundenausleihungen und Hypotheken legten die drei selbstständigen Urner Raiffeisenbanken (Urner Unterland, Urner Oberland und Schächental) 4,2 Prozent oder 48,0 Millionen Franken zu. Ebenfalls um 4,2 Prozent stiegen die Verpflichtungen aus Kundeneinlagen und Kassenobligationen. Die Bilanzsumme der Urner Raiffeisenbanken beläuft sich auf 1,36 Milliarden Franken. Das sind 67,7 Millionen mehr als im Vorjahr; was einem Plus um 5,3 Prozent entspricht.

Der Geschäftsertrag der Urner Raiffeisenbanken stieg im Berichtsjahr um 1,3 Prozent auf 18,03 Millionen Franken. «Sorgen macht uns das sehr tiefe Zinsniveau», sagt Bütikofer.

Trotz tiefer Marktzinsen entwickelte sich der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft (+2,4 Prozent) positiv. Leicht rückläufig war der Ertrag aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (–1,4 Prozent).

Aus Anlegersicht sei 2016 ein schwieriges Jahr voller Überraschungen gewesen, heisst es bei Raiffeisen. Erwähnt werden der tiefe Ölpreis, der Brexit, das Referendum in Italien und die Wahlen in den USA. Zudem sei die Wertentwicklung des Swiss Market Index über das ganze Jahr gesehen negativ verlaufen.

Sonderfaktoren beeinflussen den Sachaufwand

Während die Personalkosten bei den Urner Raiffeisenbanken relativ stabil blieben, war ein hoher Sachaufwand zu verzeichnen. In Zahlen heisst dies: Die Personalkosten stiegen im Berichtsjahr um 1,1 Prozent auf 6,26 Millionen Franken. Der Sachaufwand stieg um 14,7 Prozent auf 4,18 Millionen Franken.

Folgende Sonderfaktoren macht Bütikofer aus, die diesen starken Anstieg der Sachkosten verursacht haben: Das 75-Jahr-Jubiläum der Raiffeisenbank Urner Oberland, Projektierungs- und Planungskosten für den Bankneubau der Raiffeisenbank Schächental sowie bauliche Anpassungen bei ehemaligen Geschäftsstellen der Raiffeisenbank Urner Unterland. Insgesamt stieg der Geschäftsaufwand der Urner Raiffeisenbanken um 6,1 Prozent auf 10,44 Millionen Franken.

Digitalisierung bringt mehr Zeit für Beratungen

Das Jahr 2016 stand für Raiffeisen im Zeichen der Digitalisierung. Immer mehr Bankdienstleistungen werden digital angeboten: sei es das Bezahlen mit dem Smartphone, die Kontoeröffnung übers Internet oder die Onlinehypothek. Neu ist auch die Spendenplattform lokalhelden.ch, auf der Vereine und gemeinnützige Organisationen Geld für ihre Projekte sammeln können.

«Der Trend der Digitalisierung im Bankgeschäft wird sich auch 2017 fortsetzen», ist Bütikofer überzeugt. Auf die Zahl der Mitarbeiter habe dies aber keinen Einfluss. Bei Raiffeisen arbeiten unverändert 71 Personen. Viele sind in einem Teilzeitpensum angestellt. Insgesamt entspricht der Stellenplan 53 Vollzeitstellen. «Wir können heute mit der selben Zahl an Mitarbeitern ein höheres Volumen bewältigen», sagt Bütikofer. «Dank der Digitalisierung haben wir mehr Zeit für die Beratung.»

Die Zahl der Mitglieder ging leicht zurück. 16472 Urner sind Kunden bei Raiffeisen. «Erstmals haben wir eine ganz leichte Abnahme zu verzeichnen», so Bütikofer. Der Rückgang liegt bei 0,3 Prozent.

Von gesundem Wachstum ausgegangen

Für das laufende Jahr ist Bütikofer verhalten optimistisch. «Die hohen Zuwachsraten der Vorjahre dürften wir wohl nicht mehr ganz erreichen», glaubt er. «Wir rechnen aber auch 2017 mit einem gesunden Wachstum.»