BAUEN: Der Startschuss zum Feldschiessen ist erfolgt

Die «Abendfahrt» zum Schützenstand Reschti bildete für den Kantonalschützenverband Uri den eigentlichen Kick-off für das Feldschiessen. Rund zwei Dutzend Personen nahmen daran teil.

Paul Gwerder
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Der Urner Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti verpasste den Feldschiessen-Kranz nur um einen Punkt. (Bild: Paul Gwerder (Bauen, 31. Mai 2017))

Der Urner Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti verpasste den Feldschiessen-Kranz nur um einen Punkt. (Bild: Paul Gwerder (Bauen, 31. Mai 2017))

Paul Gwerder

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Die Teilnahme am grössten Schützenfest der Welt, dem Eidgenössischen Feldschiessen, ist für viele Urner Schützen immer noch Ehrensache. Dort darf jeder gratis mitmachen. Die Schützenvereine stellen Leihwaffen plus kompetente Betreuung zur Verfügung. Als Kick-off für diesen Anlass führte der Kantonalschützenverband Uri (KSVU) jedes Jahr die traditionelle Tagfahrt durch. Zum zweiten Mal fand der Anlass nun an einem Abend statt und nennt sich deshalb neu Abendfahrt.

Theo Imhof, Ressortleiter Feldschiessen im KSVU, konnte am 31. Mai rund zwei Dutzend Gäste aus Militär und Politik im 300-m-Schützenstand Reschti in Bauen willkommen heissen. Ganz speziell freute er sich, dass Landratspräsidentin Frieda Steffen, der Urner Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti, Divisionär Lucas Caduff als Kommandant der Territorialregion 3, Kreiskommandant Urs Mock, Oberst Hans Wyrsch sowie die Gemeinde­präsidentin von Bauen, Heidi Meier, gekommen waren. Die Gäste nutzten die Gelegenheit, das Feldschiessen «vorzuschiessen», denn der eigentliche Anlass findet erst vom 9. bis 11. Juni statt (Programm unter www.ksvu.ch ).

Nur Ordonnanzwaffen sind zugelassen

Das Schiessprogramm beinhaltet 18 Schuss auf die kombinierte Feldscheibe B4. Zuerst müssen sechs Schuss Einzelfeuer innert 6 Minuten abgegeben werden, danach zweimal drei Schuss Kurzfeuer in je 60 Sekunden und abschliessend sechs Schuss Schnellfeuer in 60 Sekunden. Am Feldschiessen darf nur mit den Ordonnanzwaffen (Sturmgewehr oder Karabiner) geschossen werden, Standardgewehre (Sportwaffen) sind nicht zulässig. Die Gäste wurden durch erfahrene Schützen betreut, wobei das Motto «Mitmachen kommt vor dem Rang» hiess. Das beste Resultat schoss der Präsident und Schützenmeister der SG Sisikon, Edi Planzer, mit 67 Punkten.

3 Zähler weniger erzielte der Präsident des gastgebenden Vereins Bauen, Bruno Stamm, und drittbester Schütze war mit 63 Punkten der Präsident des KSVU, Christian Simmen.

Moretti verpasst Kranz um 1 Punkt

Pech hatte Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti, dem nur ein winziger Punkt zum Kranzgewinn fehlte. «Bis zum Schluss war ich auf Kranzkurs, aber der verflixte Zweier bei der letzten Schussabgabe hat mich aus dem kranzberechtigten Rang geworfen», ärgerte sich Dimitri Moretti lachend. «Trotzdem muss ich mit diesem Ergebnis zufrieden sein, denn ich habe vor fünfzehn Jahren zum letzten Mal geschossen, und zwar beim Obligatorischen.»

Interessante Details aus der Geschichte

Nachdem alle Gäste geschossen hatten, wurden sie von Bruno Stamm und dessen Team im Schützenrestaurant kulinarisch verwöhnt. Dabei kam der Präsident auf die Geschichte des Schützenvereins Bauen zu sprechen: «Bis zum Jahr 1902 wurde vom alten Schützenhaus am See her bis zum Bielufer geschossen, danach von der Huttegg in Richtung Tabletwald.» Die heute benutzte Schiessanalage wurde 1928 mit fünf Scheiben eröffnet. Heute zählt der Verein rund 70 Mitglieder. «Positiv überrascht waren wir, als uns das kantonale Umweltschutzamt grünes Licht gab und wir somit weiter hier auf diesem Schützenstand schiessen dürfen, denn daran glaubten wir schon nicht mehr und hatten bereits Verhandlungen mit den Kollegen der Schützengesellschaft in Seedorf aufgenommen», sagte Bruno Stamm. Eine Besonderheit des Schiessstands besteht darin, dass er seit 1960 jeweils im Sommer für ungefähr zwei Monate als Ferienlager vermietet wird.