BAUEN: Die Alte Post kann saniert werden

Die Stimmberechtigten genehmigten hohe Investitionen und bekundeten zudem einstimmig, dass sie in absehbarer Zukunft zu Seedorf gehören möchten.

Bruno Arnold
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Im gemeindeeigenen Haus Alte Post sollen ab 2017 drei «zahlbare» Mietwohnungen realisiert werden. (Bild: Urs Hanhart/UZ)

Im gemeindeeigenen Haus Alte Post sollen ab 2017 drei «zahlbare» Mietwohnungen realisiert werden. (Bild: Urs Hanhart/UZ)

Der Gemeinderat Bauen kann mit Seedorf Fusionsgespräche aufnehmen. An der Gemeindeversammlung vom vergangenen Montagabend wurde dem Gemeinderat mit 52 zu 0 Stimmen ein Mandat respektive die Legi­timation für offizielle Verhandlungen erteilt.

«Wir werden nun eine offizielle Anfrage an die Seedorfer Behörden richten und den Kanton um finanzielle Unterstützung und fachliche Begleitung angehen», sagte Gemeindepräsidentin Heidi Meier nach dem positiven Entscheid der Einwohner.

Über 2 Millionen gesprochen

Die Stimmberechtigten der 162- Seelen-Gemeinde genehmigten am Montag auch zwei Kredite über total 2,04 Millionen Franken. Mit 42 Ja zu 8 Nein (2 leere Stimmzettel) sprachen sie sich für einen Kredit von 1,5 Millionen Franken für die Sanierung des gemeindeeigenen Hauses Alte Post aus. Im denkmalgeschützten Haus sollen ab 2017 eine 3?-Zimmer-Wohnung (77 m2; Mietpreis: 1200 Franken), eine 4?-Zimmer-Wohnung (94 m2; 1300 Franken) und eine 5?-Zimmer-Wohnung (121 m2; 1500 Franken) realisiert werden. «Wenn wir alle drei Wohnungen vermieten können, geht unsere Rechnung auf», sagte Urs Baumann, der Präsident der Kommission Land und Liegenschaft. Allerdings äusserten mehrere Einwohner Bedenken, zumal es sich um ein altes und niederes Haus ohne seeseitige Terrassen handelt. Bis Ende 2016 sollen nun die Baueingabeunterlagen erstellt und das Bauprojekt eingegeben sowie Gespräche mit mehreren Fachstellen des Kantons geführt werden.

Mit 46 Ja zu 4 Nein (2 leere Stimmzettel) wurde im Weiteren ein Kredit von 540000 Franken für das neue Wasserreservoir im Gebiet Spicherstett bewilligt. Kommissionspräsident Toni Infanger stellte den erst nach dem Versand der Versammlungsun­terlagen definitiv bereinigten Brutto-Kostenvoranschlag vor. Dieser fällt um rund 90000 Franken höher aus als der traktandierte Kredit. Die Kommission geht allerdings davon aus, dass die ursprünglich budgetierten Kosten von 450000 Franken nicht überschritten werden dürften, da man mit grösseren Beiträgen rechnen könne. Gebaut wird ein Reservoir mit einer Kapazität von 150 m3. Das bestehende Reservoir, das 6 Meter tiefer liegt, bleibt erhalten. Damit kann in Zukunft sämtliches Trinkwasser in Bauen über eine UV-Anlage ins Netz eingespeist werden.

Zurückgestellt wurde hingegen der Kredit von 180000Franken für die Sanierung des Parkplatzes am See. Dieser weist unzählige Risse und Belagsflickstellen sowie starke Verformungen wegen der starken Baumwurzeln auf. Da kaum kostensenkende Synergien im Zusammenhang mit der Sanierung der Kantonsstrasse (siehe Box) hätten genutzt werden können, wurde beschlossen, die Sanierung zurückzustellen und es vorläufig bei den nötigsten Flickarbeiten zu belassen.

Kritik am Wirkungsbericht der Urner Regierung

Die Stimmberechtigten genehmigten auch das Budget 2017. Es prognostiziert bei einem Aufwand von 724000 Franken ein Defizit von 75000 Franken – vor allem wegen der erwarteten geringeren Steuereinnahmen. Der Steuerfuss für natürliche Personen wurde bei 100 Prozent belassen. «Vorläufig», wie Heidi Meier betonte. «Wenn der Kanton weiterhin einfach Kosten auf die Gemeinden verlagert, wie die Regierung dies mit ihrem Wir­kungs­bericht vorgesehen hat, wird dies wohl bald nicht mehr möglich sein. Gerade die Pflegefinanzierung könnte unserem Gemeindefinanzhaushalt das Genick brechen», erklärte Meier.

Zur neuen Gemeindeverwal­terin für die Amtsdauer 2017/18 wurde Andrea Oberholzer-Arnold gewählt. Sie erhielt 44 Stimmen (leer: 7; ungültig: 1).

Bruno Arnoldbruno.arnold@urnerzeitung.ch