BAUEN: Nach der Sitzung gehts im Kanu nach Hause

Der Arbeitsweg der neuen Gemeindepräsidentin dürfte schweizweit einzigartig sein. Heidi Meier hat aber auch einen ganz speziellen Rollentausch vorgenommen.

Bruno Arnold
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Heidi Meier legt ihren Arbeitsweg mit dem Paddelboot zurück. (Archivbild Neue UZ/Urs Hanhart)

Heidi Meier legt ihren Arbeitsweg mit dem Paddelboot zurück. (Archivbild Neue UZ/Urs Hanhart)

Seit dem 1. Januar ist sie neue Gemeindepräsidentin von Bauen. Nach den Sitzungen steht ihr jeweils noch ein hartes Stück Arbeit bevor. Nach einem kurzen Fussmarsch setzt sie sich in ihr fast zwanzigjähriges rotes Flusskanu, sticht hinaus auf den Urnersee und paddelt mindestens zehn Minuten lang kräftig gegen den Wind. Wieder an Land, wirft sie den Benzinmotor ihres Monoracks an, einer Einschienen-Zahnradbahn, mit der man extreme Steigungen in unwegsamem Gelände überwinden kann. Mit diesem Transportmittel legt Heidi Meier eine Distanz von 160 Metern zurück. Knapp drei Minuten lang rattert und rumpelt es, bis Heidi Meier vom Seeufer aus das rund 50 Meter höher gelegenen Heimetli Schwäntlen erreicht hat.

Zu Fuss nur bei Föhn

Die einzige Alternative, auf die Schwäntlen zu gelangen, ist ein zirka 30-minütiger Fussmarsch über zum Teil schmale, steinige und rutschige Wald- und Wiesenpfade. «Zu Fuss gehen mein Mann und ich nur, wenn der Föhn bläst», erklärt die 60-jährige Gemeindepräsidentin. «Gegen den stärksten Urner hat auch der beste Paddler keine Chance.» Und warum kein Motorboot? Heidi Meier lacht: «Paddeln erhält mich jung!»