Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Seedorf und Bauen stossen auf Fusion an

Die beiden Urner Gemeinden schliessen sich auf Januar 2021 zusammen. Die Stimmbürger unterstützen das Anliegen klar.
Philipp Zurfluh
Die beiden Gemeindepräsidenten Andreas Gisler (links) und Toni Stadelmann stossen an. (Bild: Philipp Zurfluh, Bauen, 20. Oktober 2019)

Die beiden Gemeindepräsidenten Andreas Gisler (links) und Toni Stadelmann stossen an. (Bild: Philipp Zurfluh, Bauen, 20. Oktober 2019)

Premiere im Kanton Uri: Als erste politische Gemeinden haben Seedorf und Bauen eine Fusion beschlossen. Die Seedorfer haben den Zusammenschluss mit 524 zu 128 Stimmen gutgeheissen (Ja-Anteil: 80 Prozent). Etwas knapper fiel das Resultat in Bauen aus: Dort sagten 66 Ja und 29 Nein (Ja-Anteil: 69 Prozent). Konkret wird die Gemeinde Bauen von Seedorf absorbiert: Das heisst, Bauen übernimmt die Gemeindeordnung von Seedorf und die Bauer erhalten neu das Seedorfer Bürgerrecht.

An der gestrigen Abstimmungsfeier waren ausnahmslose strahlende Gesichter zu sehen. Andreas Gisler, Bauer Gemeindepräsident, war die Erleichterung anzumerken. «Vor allem freut mich, dass die Stimmbeteiligung so hoch ausgefallen ist, das gibt dem Entscheid noch mehr Gewicht.» Der Gemeinderat habe Ängste oder Befürchtungen nach Identitätsverlust stets ernst genommen und die Vorteile einer Fusion ins Zentrum gestellt, erklärte Andreas Gisler.

Personalmangel ist immer wieder ein Thema

Der Seedorfer Gemeindepräsident Toni Stadelmann wertet das Resultat ebenfalls mit grosser Zufriedenheit: «Die intensive Vorarbeit und der Austausch mit der Bevölkerung haben sich ausbezahlt.» Es seien zwar immer noch kritische Stimmen zu hören, so Stadelmann. «Ich denke aber, dass in fünf bis zehn Jahren alle von einem guten Entscheid sprechen können.»

Die Fusion ist ein weiterer Schritt einer bisherigen Zusammenarbeit. So besuchen Schüler von Bauen seit über zehn Jahren die Schulen in Seedorf und seit 2009 ist die Verwaltung der Gemeinde Bauen in die Verwaltungsorganisation der Gemeinde Seedorf integriert. Besonders personell ist die Gemeinde Bauen in Vergangenheit immer wieder an ihre Grenzen gestossen. Deshalb wurde der Bauer Gemeinderat aufgefordert, eine Fusion mit Seedorf zu prüfen. Die Bevölkerung wurde in diese Prozesse einbezogen. Als der Schlussbericht der Abklärungen vorlag, haben die Gemeinderäte von Seedorf und Bauen beschlossen, das Projekt weiterzuverfolgen. Zudem sprach der Landrat einen Beitrag an die Fusion von 450’000 Franken.

«Ich bin kein militanter Fusionsgegner»

Weniger euphorisch war die Gemütslage bei den Gegnern einer Fusion. «Ich habe mir keine Illusionen gemacht, dass es nicht auf ein Ja hinausläuft», sagte Daniel Münch, Einwohner von Bauen, gegenüber unserer Zeitung. Die Bevölkerung habe mit diesem Resultat ein klares Signal gesetzt, daran gebe es nichts zu rütteln. «Unser Anliegen, der Bevölkerung aufzuzeigen, dass es durchaus wirkungsvolle Alternativen zu einer Fusion gegeben hätte, haben wir platziert. Die Mehrheit hat sich entschieden, einer fusionierten Gemeinde ihr Vertrauen auszusprechen.» Dass die Fusion das richtige Mittel zum Zweck sei, stellt Münch aber weiter in Frage. «Ich bin kein militanter Fusionsgegner, aber ich bin nach wie vor überzeugt, dass es für Bauen eine weniger einschneidende, bessere Lösung gegeben hätte. Nun bin ich gespannt, ob es den Gemeinden wirklich gelingen wird, im Sinne einer Gemeinschaft auf allen Ebenen miteinander und nicht nebeneinander zu existieren», so Münch mit Blick auf die Zukunft.

Die Fusion wird auf den 1. Januar 2021 umgesetzt, sofern die Urner Regierung das Gesuch der Gemeinden gutheisst, wovon auszugehen ist.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.