Bauernpräsident Markus Ritter referiert am Apéro der CVP Uri

Am Neujahrsapéro der CVP Uri standen künftige Herausforderungen der Urner Landwirtschaft im Zentrum.

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Von links: Regierungsrat Urban Camenzind, Bauernpräsident Markus Ritter, Regierungsratskandidat Daniel Furrer und Regierungsrat Beat Jörg.

Von links: Regierungsrat Urban Camenzind, Bauernpräsident Markus Ritter, Regierungsratskandidat Daniel Furrer und Regierungsrat Beat Jörg.

Bild: PD

(RIN) Am Dreikönigstag, 6. Januar, fand im Historischen Museum Uri in Altdorf der Neujahrsapéro der CVP Uri statt. Fast 80 Parteimitglieder nahmen am Traditionsanlass teil. Grund dafür war wohl, dass in diesem Jahr ein prominenter Gastreferent gewonnen werden konnte: Markus Ritter. Der Nationalrat aus dem Kanton St. Gallen betreibt einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb und ist seit 2012 Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes. Der Anlass stand denn auch ganz unter dem Thema Landwirtschaft.

Seppi Truttmann aus Seelisberg, Vizepräsident der CVP Uri, begrüsste die Anwesenden, anschliessend sprach CVP-Regierungsratskandidat Daniel Furrer über die Chancen und Herausforderungen der Urner Alp- und Landwirtschaft. Er zeigte in seinem Kurzreferat auf, dass der Strukturwandel im Kanton Uri omnipräsent sei. Ein Grossteil der rund 500 Urner Bauern sei heute auf einen Nebenverdienst angewiesen. Zudem würden viele kleinere Betriebe in den kommenden Jahren noch verschwinden und die verbliebenen würden dadurch grösser. Mancherorts werde die Arbeitsbelastung dadurch aber sehr gross.

Personalmangel oder Raubtiere fordern heraus

Die grössten Herausforderungen für die Urner Alp- und Landwirtschaft sieht Furrer beim Schutz des Kulturlandes in den Talflächen, dem Umgang mit den Grossraubtieren oder dem Personalmangel. «Besonders familiengeführte Alpen stossen immer mehr an ihre Grenzen», sagte er. «Da und dort wird es neue Bewirtschaftungsformen brauchen.» Weiter ist Furrer überzeugt, dass die landwirtschaftlichen Rohstoffe nach Möglichkeit innerhalb des Kantons verarbeitet werden müssen. Dies schaffe Wertschöpfung durch Arbeitsplätze und die Produzenten könnten so höhere Preise erzielen. Das neue Direktzahlungssystem sieht Furrer hingegen als Chance für Uri. «Mit den Direktzahlungen wird heute stärker die Biodiversität gefördert», sagte der Regierungsratskandidat. «Das hat die Steillagen massiv aufgewertet.»

Bauernpräsident Markus Ritter hielt anschliessend ein Referat zum Thema «2020, ein Jahr der Herausforderungen für die Schweizer Landwirtschaft». Zuerst sprach er über die landwirtschaftlichen Themen, welche die Bundespolitik 2020 beschäftigen werden – die neue Agrarpolitik, Freihandelsabkommen und das Raumplanungsgesetz. Für den Kanton Uri von besonderer Brisanz dürfte auch die Abstimmung über das Jagdgesetz im Mai werden, bei dem es unter anderem um die Regulierung der Grossraubtiere geht. Weiter sprach Ritter über die Initiative gegen Massentierhaltung, die Initiative für sauberes Trinkwasser sowie die Pestizid-Initiative. «Die Leute, welche hinter diesen Ideen stehen, haben eigentlich ganz gute Absichten», sagte Ritter. «Leider sind die Initiativen in vielen Punkten aber weit weg von der Realität.»

«Produzieren können, was die Konsumenten wollen»

Damit die Politik wisse, was sie tun soll, müsse erst geklärt werden, in welche Richtung die Schweizer Landwirtschaft steuern soll. Für Ritter gibt es diesbezüglich wichtige Grundsätze, welche verfolgt werden sollen. «Die Bauern müssen produzieren können, was die Konsumenten wollen», sagte Ritter. Der Staat dürfe diesbezüglich keine fixierten Vorgaben machen und eine Produktion fördern, die nicht gefragt sei. Weiter solle am System der Direktzahlungen für nichtmarktfähige Leistungen festgehalten werden. Zudem solle die Schweiz in der Produktion einen höheren Standard haben in der EU, dennoch sollen die Standards in der Schweiz Differenzierungsmöglichkeiten für die einzelnen Landwirte etwa durch zusätzliche Labels zulassen. «Die Welthandelsorganisation ist inzwischen praktisch handlungsunfähig», sagte Ritter weiter. «Deshalb werden für die Schweiz bilaterale Abkommen mit einzelnen Ländern in den kommenden Jahren immer wichtiger.»Am Schluss verfolge die Schweizer Politik ein klares Ziel: «Wir wollen alle genügend und gesunde Lebensmittel – nicht nur momentan, sondern auch in Zukunft.»