Baugewerbe
Baumeisterverband Uri freut sich auf Zunahme der Bautätigkeit

Der Baumeisterverband Uri hat ein herausforderndes Jahr hinter sich. Für die nächsten Jahre rechnet Präsident Odilo Gamma aber mit einem leichten Wachstum.

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(sez) Das Jahr 2020 war aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ein schwieriges, schreibt der Baumeisterverband Uri in einer Medienmitteilung. Im Vergleich zu vielen anderen Branchen sei das Bauhauptgewerbe aber noch glimpflich davongekommen, hielt Odilo Gamma, Präsident des Baumeisterverbandes Uri (BVU), am Donnerstag an der Online-GV fest: «2020 wurden im Kanton Uri deutlich mehr neue Bauprojekte gesprochen als noch in den letzten fünf Jahren.» Das habe zu einer Stabilisierung des Gesamtumsatzes sowie des Arbeitsvorrats geführt. Ende Dezember 2020 lag dieser bei 30,5 Millionen Franken (Vorjahr: 28,9 Millionen). Für die nächsten Jahre rechnet Gamma sogar mit einem leichten Wachstum.

Die Generalversammlung des Baumeisterverbandes Uri fand letzten Donnerstag im Rahmen einer Zoom-Konferenz statt.

Die Generalversammlung des Baumeisterverbandes Uri fand letzten Donnerstag im Rahmen einer Zoom-Konferenz statt.

Bild: PD

Verband verzichtet auf den Jahresbeitrag

Eine andere gute Kunde für die BVU-Mitglieder: In Anbetracht der besonderen Situation verzichtet der Verband in diesem Jahr auf die Einforderung des Jahresbeitrags in der Höhe von 250 Franken. In personeller Hinsicht gab es hingegen keine Änderungen: Der gesamte Vorstand – neben Präsident Odilo Gamma auch Vizepräsident Robert Fortunati, Hanspeter Bonetti, Bernhard Epp und Stefan Marty – wurde für eine weitere Amtsdauer von zwei Jahren bestätigt. Zu den grossen Herausforderungen in der Baubranche habe weiterhin die Nachwuchsförderung gehört. Die Zahl der neu eintretenden Lernenden in den Maurerlehrhallen Sursee erreichte 2020 den tiefsten Stand seit 15 Jahren. Im Kanton Uri ist die Zahl der Auszubildenden im Bauhauptgewerbe gegenüber dem Vorjahr um einen Lernenden auf total 18 gesunken.

Anspruchsvolle Lehrlingssuche

Die Suche nach geeigneten Lernenden wird auch in naher Zukunft eine Herausforderung bleiben, schreibt der Verband. Im Oktober 2020 konnte der Berufsinformations-Event des kantonalen Berufsbildungsamtes zwar durchgeführt werden, die Zebi und die Info-Mobil-Besuche fielen jedoch der Pandemie zum Opfer. BVU-Geschäftsführer Kurt A. Zurfluh ersuchte deshalb die GV-Teilnehmer, Jugendliche bei jeder Gelegenheit auf die attraktiven Lehrberufe und die guten Aufstiegsmöglichkeiten im Bauhauptgewerbe aufmerksam zu machen. Was den Jugendlichen ebenfalls fehle, seien die Schnuppergelegenheiten. «Viele Branchen sind zurzeit sehr zurückhaltend beim Anbieten entsprechender Plätze», sagte Zurfluh. «Deshalb lancierten wir kürzlich eine breit angelegte Kampagne, um die Jugendlichen auf unsere Lehrbetriebe aufmerksam zu machen», wird er in der Mitteilung zitiert.

Projekte kommen gut voran

Bernhard Salzmann, Vizedirektor des Schweizerischen Baumeisterverbandes (SBV), erklärte den Teilnehmenden, warum der nationale Verband vor kurzem die Ja-Parole zum neuen CO2-Gesetz beschlossen hat, obwohl dieses den Bauunternehmen höhere Kosten für Energie und Mobilität verursachen dürfte:

«Für die Bauwirtschaft eröffnen sich damit neue Potenziale im Bereich von Ersatzneubauten und bei der Erhöhung der Sanierungsquote.»

Zum Schluss informierte der Urner Baudirektor Roger Nager über den Stand der Dinge bezüglich laufender und geplanter Projekte wie etwa die Sanierung der Bristenstrasse oder den Bau des Kantonsbahnhofs in Altdorf. Besondere Freude bereite zurzeit der Um- und Neubau des Kantonsspitals Uri, zum Beispiel, weil gegen das Projekt keine einzige Einsprache eingegangen sei und der Bau planmässig vorankomme. Aber auch, weil 68 Prozent der Arbeiten an Baumeister im Kanton Uri vergeben werden konnten.

Hinweis: Die Liste mit Firmen, die zum Schnuppern einladen, findet man auf der Website www.zbvluzern.ch.