BAUPROJEKT: Grünes Licht für eigene Halle

Wo das erste Biomassekraftwerk stand, sollen schon bald Radballer und Kunstradfahrer trainieren. Dafür will Radsport Altdorf 750 000 Franken investieren.

Drucken
Teilen
Auf dem Areal nördlich der ARA Altdorf will Radsport Altdorf eine eigene Radsport- und Trainingshalle bauen. (Bild Anian Heierli)

Auf dem Areal nördlich der ARA Altdorf will Radsport Altdorf eine eigene Radsport- und Trainingshalle bauen. (Bild Anian Heierli)

Radsport Altdorf glaubt an die Zukunft – und packt diese an. 55 stimmberechtigte Mitglieder erteilten an der ausserordentlichen GV vom 5. März grünes Licht für den Bau einer eigenen Radsport- und Trainingshalle nördlich der ARA Altdorf. Auslöser für diesen grossen Schritt war nicht zuletzt die Auslastung der beiden aktuellen Trainingshallen. Der «Winkel» wird immer mehr auch für andere Aktivitäten benutzt, und die DAG-Trainingshalle steht aufgrund des geplanten Umbaus bereits in naher Zukunft nicht mehr zur Verfügung.

Verein spricht 50 000 Franken

Die eigene Halle soll mehr Flexibilität und Platz bringen. Erstellt wird sie auf einem Teil des gemeindeeigenen Areals, auf dem die Greenpower Uri AG bis zum Grossbrand vom 3. November 2012 das erste Urner Biomassekraftwerk betrieben hat (unsere Zeitung berichtete mehrmals). Radsport Altdorf hat einen Vertrag mit der Gross- und Nutztierpraxis Uri AG abgeschlossen, die dort ein grosses Ambulatorium plant (siehe Box). Die Mitglieder sprachen am Samstag für die Realisierung des Bauvorhabens zudem Eigenmittel von Radsport Altdorf in der Höhe von 50 000 Franken. Bereits im Mai sollen die Bauarbeiten aufgenommen werden. Läuft alles nach Plan, könnte die Halle Ende 2016 bezogen werden.

Betriebskosten belasten Kasse nicht

Radsport Altdorf rechnet mit Gesamtkosten von 750 000 Franken. Neben den am Samstag gesprochenen Eigenmitteln von 50 000 Franken sieht der Finanzierungsplan Sponsoringbeiträge, eine Bankhypothek, einen Beitrag und ein zinsloses Darlehen des Kantons aufgrund des Sportreglements sowie Eigenleistungen und Fronarbeit vor. Die jährlichen Betriebskosten (inklusive Baurechts- und Hypothekarzinsen) dürften sich auf rund 30 000 Franken belaufen. Sie sollen vollumfänglich durch Hallensponsoring, Spinningkurse, Beiträge von Untermietern und Sport-Toto-Beiträge gedeckt werden. Anders gesagt: Die Halle soll kostenneutral betrieben und die Vereinskasse somit nicht zusätzlich belastet werden.

Ziel von Radsport Altdorf ist es, mit einer eigenen Halle einfache, aber optimale Trainings- und Wettkampfräumlichkeiten für den Verein zu schaffen. «Wir planen keine Luxuslösung», betont Präsident Markus Leu auf Anfrage unserer Zeitung. «Die eigene Radsporthalle soll uns vielmehr eine gewisse Unabhängigkeit garantieren und auf unsere spezifischen Bedürfnisse punkto Training und Wettkampf ausgerichtet sein.»

Die Radball- und Kunstradhalle wird im ersten Stock gebaut. Sie soll auch für interkantonale Radball- und Kunstrad-Kadertrainings oder für internationale Wettkämpfe der Radballer und Kunstradfahrer genutzt werden. Möglich ist auch eine Untervermietung an Dritte für unterschiedliche Anlässe wie zum Zumba-Dance, Aerobic, Chor, Turnen et cetera. Im zweiten Stock sind zudem ein Fitnessraum, Garderoben und ein Abstellraum vorgesehen.

Kunstradfahren könnte boomen

«Mit dem Entscheid vom 5. März haben wir einen wichtigen Schritt für die Zukunft unseres Vereins, aber auch für den Radball- und Kunstradsport generell getan», freut sich Markus Leu. «Auch wenn unser Sport für viele etwas Exotisches ist: Er geniesst gerade in Uri einen hohen Stellenwert.» Leu selber erwartet aufgrund des Neubaus nicht unbedingt einen Radballsport-Boom. Zurzeit absolvieren 15 Radballteams wöchentlich zwei bis drei Trainingslektionen im «Winkel» und im ehemaligen Dätwyler-Schwimmbad. «Ich bin aber überzeugt, dass gerade das Kunstradfahren wegen der neuen Halle viele Junge begeistern wird», ist der Radsport-Altdorf-Chef zuversichtlich.

Die Grosstierpraxis wird ab Mai gebaut

Die Urner Tierärzte Thomas Stadler und Hans Hofstetter wollen auf dem gleichen Areal wie Radsport Altdorf eine Grosstierpraxis bauen. Dort soll es künftig möglich sein, Kühe, Pferde und andere Nutztiere zu operieren und auch für einige Tage stationär zu hospitalisieren. Die beiden Tierärzte haben dazu vor einiger Zeit die Gross- und Nutztierpraxis Uri AG gegründet. Dank des Ambulatoriums sollen künftig auch wieder vermehrt Assistenztierärzte ihre Ausbildung im Kanton Uri absolvieren. Die Baubewilligung für die Klinik liegt vor, der Baurechtsvertrag zwischen der Gross- und Nutztierpraxis Uri AG und der Gemeinde Altdorf ist unterzeichnet. Ende April/Anfang Mai sollen die Bauarbeiten beginnen. Läuft alles nach Plan, dürfte das rund 1,5 Millionen Franken teure Ambulatorium im Frühjahr 2017 bezugsbereit sein.

Bruno Arnold