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Bedeutende Vergangenheit von Flüelen ans Tageslicht geholt

Archäologische Grabungen auf dem Areal des ehemaligen Gasthauses Weisses Kreuz in Flüelen untermauern die einstige Bedeutung des Dorfes am Vierwaldstättersee für das Säumerwesen. Auch zeigen die mittelalterlichen Spuren, wie man sich im Hafenort vor dem See schützte.
Auf dem Grundstück des abgebrochenen ehemaligen Hotels Weisses Kreuz sollen Wohnungen und Gewerberäume entstehen. Zuvor werden aber zuerst archäologische Grabungen durchgeführt . (Bild: Urner Zeitung)

Auf dem Grundstück des abgebrochenen ehemaligen Hotels Weisses Kreuz sollen Wohnungen und Gewerberäume entstehen. Zuvor werden aber zuerst archäologische Grabungen durchgeführt . (Bild: Urner Zeitung)

(sda) Bevor im Dorfkern von Flüelen auf über 7000 Quadratmetern eine neue Überbauung mit modernen Wohn- und Gewerberäumen entsteht, gehört der Baugrund jenen, die einen Blick in die Vergangenheit werfen. Jeweils fünf bis sechs Archäologen haben seit Anfang Mai rund 700 Quadratmeter untersucht und erste Ergebnisse am Samstag der Öffentlichkeit präsentiert.

Dass Flüelen als Hafenort bereits vor 700 Jahren zentraler Umschlagplatz für das Warenumladen vom See- auf den Landweg war, ist bekannt. Das deutsche Reich hatte eine Zollstation für Güter, die über den Gotthard transportierten. Das ist im Jahr 1313 verbrieft.

Vier Sondierbohrungen im Bereich des ehemaligen Gasthauses Weisses Kreuz, das der neuen Überbauung weichen musste, haben bereits 2017 älteres Mauerwerk und Fundmaterial zum Vorschein gebracht. Diese stehen nicht in Zusammenhang mit dem 1608 errichteten Gasthaus.

Hunderte Kleinfunde

Unter den Mauern des Weissen Kreuz stiessen die Archäologen auf eine mittelalterliche Bebauung. Laut Denkmalpfleger Eduard Müller könnten sie aus dem 13. bis 15. Jahrhundert stammen. Man versuche herauszufinden, ob es Überresten des schon um 1550 erwähnten Gasthauses Drei Könige oder von Wohn- oder Lagerhäusern seien.

Auch zum See hin geben das ehemalige Areal mit neuzeitlichen Pflästerungen und älteren Lehmböden einen Einblick in damalige Gassen- und Platzverhältnisse. Steinige Aufschüttungen und Trockenmauern zeigen den Willen der damaligen Einwohner, dem Wasserspiegel nach "oben" zu entfliehen und trockenen Baugrund zu schaffen, noch bevor das Gasthaus erstellt worden war.

Bei den Grabungen kamen hunderte Kleinfunde, wie Münzen oder Keramik zum Vorschein. Diese werden geborgen, gereinigt, vermessen, dokumentiert und landen dann im Staatsarchiv.

Für das Unterfangen hat der Urner Landrat 170'000 Franken bewilligt. Die Grabungen im Kerngebiet werden Ende Juni abgeschlossen, der Einsatz der Archäologen ist damit aber nicht vorbei. Weitere 1600 Quadratmeter gelten als archäologisch empfindlich. Dort wird der Aushub von einer Fachperson begleitet.

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