Bernhard Russi begleitet Kids auf die Piste

Dank eines Projekts kamen rund 90 Kinder in den Genuss eines Gratis-Skinachmittags – und dies erst noch mit einer Skilegende.

Urs Hanhart
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Unter der Aufsicht einer Skilegende den Stemmbogen machen: Das ermöglicht das Projekt.
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Die Anfänger übten auf dem Nätschen.
Liegestütze zum Aufwärmen.
Die Kinder durften mit Bernhard Russi hinunterfahren.
Die Angängergruppe übte auf dem Nätschen.
Unter der Anleitung von Bernhard Russi lernten die Anfänger den Stemmbogen.
Unter der Anleitung von Bernhard Russi lernten die Anfänger den Stemmbogen
Bernhard Russi gab den Kindern wertvolle Tipps
Bernhard Russi mit der Anfängergruppe.
Bernhard Russi gab den Kindern wertvolle Tipps
Die Anfänger lernten unter der Anleitung von Bernhard Russi den Stemmbogen.

Unter der Aufsicht einer Skilegende den Stemmbogen machen: Das ermöglicht das Projekt.

Bild: Urs Hanhart (Andermatt, 8.1.2020)

In der Skiarena Andermatt-Sedrun tummelten sich gestern Nachmittag zahlreiche Kinder im Alter zwischen 9 und 13 Jahren auf den hervorragend hergerichteten Pisten. Die meisten von ihnen stammten aus der Stadt Luzern oder aus Agglomerationsgemeinden. Alle trugen sehr auffällige, hellblaue Startnummern mit der Aufschrift «Snow 4 free». Betreut wurden die in verschiedene Leistungsgruppen eingeteilten Schüler von zehn Skilehrern.

Hauptperson dabei war aber die Urschner Skilegende Bernhard Russi. Der Abfahrts-Weltmeister von 1970 und Olympiasieger von 1972 liess es sich nicht nehmen, die jungen Gäste auf dem sonnenüberfluteten Gütsch persönlich zu begrüssen. Nach einem gemeinsamen Aufwärmprogramm fuhr Russi zusammen mit einer Gruppe fortgeschrittener Skifahrer hinunter zur Mittelstation auf dem Nätschen. Dabei zeigte er den jungen Sportlern, worauf sie beim Ziehen der Schwünge achten sollten und wie sie ihre Fahrtechnik verbessern können.

Der Skistar beeindruckt den Nachwuchs

In dieser Gruppe befand sich auch die Zweitklässlerin Sandrine Scheidegger aus Neuenkirch. Sie zeigte sich sichtlich begeistert und meinte: «Ich fand es megacool, dass wir mit einer solchen Skilegende die Piste hinunterfahren durften.» Das sei ein ganz spezielles Erlebnis. «Seine Tipps und auch diejenigen der Skilehrer waren super.»

Ganz ähnlich äusserte sich auch Viertklässler Andrin Weber aus Emmen: «Mit einem Weltstar zu fahren, ist genial. Ich habe mich sehr gefreut. Das war ein perfekter Einstieg in diesen Skinachmittag.» Nach den Fortgeschrittenen widmete sich Russi dann geduldig den Anfängern, die in der Kids-Arena auf dem Nätschen ihre ersten skifahrerischen Gehversuche unternahmen, wobei der Schwerpunkt beim Erlernen des guten alten Stemmbogens lag.

«Snow 4 free» geht in diesem Winter in seine 16. Saison. Russi hat dieses Bewegungsförderungsprojekt 2005 mit einem Testlauf initiiert und gemeinsam mit der Cleven-Stiftung umgesetzt. «Seit dem Startschuss haben wir über 30000 Kindern einen kostenlosen, unvergesslichen Nachmittag auf der Piste ermöglicht», erklärte der ehemalige Skistar. «Unsere Philosophie war von Anfang an, dass es keine Rolle spielt, ob ein Kind bereits Skifahren kann oder nicht. Alle, die mitmachen, sollen unkompliziert einen schönen Nachmittag an der frischen Luft in der Natur verbringen können, wobei dank unseren Sponsoren alles gratis ist.» Russi stellt aber auch klar: «Was wir nicht anstreben, ist das Entdecken und Rekrutieren von neuen Ski- oder Snowboardtalenten.»

Rund zehn Prozent auf der Warteliste

Solche «Snow 4 free»-Mittwochnachmittage finden jeden Winter jeweils viermal im Januar in verschiedenen Schweizer Skidestinationen statt. An jedem dieser Nachmittag können über 500 Kinder gratis auf die Piste. Für die Skiarena Andermatt-Sedrun war es gestern eine Premiere. Sie machte bei diesem Projekt erstmals mit. Auf diesen Winter hin haben die Veranstalter etwas über 3000 Anmeldungen erhalten. 2700 Kinder, viele davon aus sozial benachteiligten Familien oder aus Familien mit Migrationshintergrund, konnten berücksichtigt werden. «Die restlichen sind auf eine Warteliste gekommen», erklärte Russi.

Die 9- bis 13-Jährigen werden jeweils in Städten ausgerüstet, von regionalen Car­unternehmen in die Berge gefahren, erhalten Halbtageskarten und werden von den Schneesportschulen vor Ort unterrichtet. Damit auch Kinder aus Bergregionen mitmachen können, gibt es bei «Snow 4 free» für sie die Möglichkeit, zusätzlich eine Begleitperson anzumelden, die dann zum halben Preis Skifahren darf.