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BERUFSBILDUNG: Kreative Mode aus Uri präsentiert sich

Das Lehratelier Uri in der Berufsfachschule Uri stellt sich wiederum der Bevölkerung vor – verbunden mit einem Apéro. Besucher können sich von neuen Trends und Stoffkollektionen inspirieren lassen.
Bekleidungsgestalterinnen können ihre Ausbildung im Lehratelier in Altdorf absolvieren. (Bild: PD)

Bekleidungsgestalterinnen können ihre Ausbildung im Lehratelier in Altdorf absolvieren. (Bild: PD)

In den 1970er-Jahren bestätigten sich die Beobachtungen, dass der Bedarf an ausgelernten Damenschneiderinnen gross war. Die entsprechende Lehre galt als ideale Ausbildung für anspruchsvolle Stellungen in Textilgeschäften und in der Konfektionsindustrie oder als gute Grundlage für Modeberufe und für Lehrpersonen für Textiles Werken. Da damals langjährige Lehrmeisterinnen ihr Geschäft altershalber aufgaben, verringerte sich die Anzahl der Lehrstellen stetig. In Uri liessen sich für angehende Damenschneiderinnen nicht mehr genügend Ausbildungsplätze finden.

1982 gründeten deshalb tatkräftige Frauen und Männer den Verein Damenschneiderinnen-Atelier Uri (heute Verein Lehratelier für Bekleidungsgestalterinnen). Der Verein eröffnete 1983 in der damaligen Berufsschule Uri (heute Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri) ein Lehratelier für die praktische Ausbildung zur Damenschneiderin. Damit sollte jungen Urnerinnen und Urnern weiterhin ermöglicht werden, trotz des Mangels an privaten Lehrstellen den Beruf der Damenschneiderin zu erlernen. Für die berufliche Grundbildung in Bekleidungsgestaltung haben der Urner Regierungsrat und der Verein eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen, die den Ausbildungsauftrag und die Abgeltung regelt. Für die ausserkan­tonalen Lernenden stellt das Lehratelier den zuweisenden Kantonen gemäss Berufsfachschulvereinbarung Rechnung.

Jährlich drei bis vier Lernende unterrichtet

In den vergangenen 34 Jahren haben im Lehratelier etwa hundert junge Frauen und Männer ihre berufliche Grundbildung abgeschlossen. Das Atelier bildet unter kundiger Leitung jährlich drei bis vier Lernende in den Berufen Bekleidungsgestalter/in Fachrichtung Damenoberbekleidung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) und Bekleidungsnäher/in mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) aus. Neben Urner Lernenden durchlaufen auch Lernende aus anderen Kantonen – vorwiegend aus dem Kanton Schwyz – ihre berufliche Grundbildung im Lehratelier. Jährlich absolvieren zudem rund zehn Jugendliche einen dreitägigen Schnupperlehrgang im Lehratelier. Die operative Führung des Lehrateliers liegt bei der Atelierleiterin und ihren zwei Assistentinnen. Unterstützt werden sie von der Atelierkommission als Aufsichtsgremium. Der Verein ist nach wie vor Träger des Lehrateliers.

Viele Berufs- und Weiterbildungschancen

Nach einer dreijährigen Ausbildung im Bereich Bekleidungsgestaltung bieten sich viele Berufs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, unter anderem Mitarbeit in einem Haute-Couture-Atelier, in Modegeschäften oder in der Modeberatung, ein eigenes Atelier, die Höhere Fach- oder Berufsprüfung, die Weiterbildung zur Theaterschneiderin, zur Fashiondesignerin, zur Fachlehrerin et cetera (siehe Box).

Kleider herstellen bedeutet für das Lehratelier, die Wünsche seiner Kundschaft aufzunehmen und in qualitativ hochstehende Produkte umzuwandeln. Unter professioneller Anleitung kreieren und nähen die Lernenden Kleider fachgerecht und führen auch Änderungen aus. Zum Sortiment gehören Alltagsmode für Jung und Alt und in jeder Kleidergrösse, Einzelanfertigungen gemäss Wünschen der Kundschaft, Braut-, Abend-, Gala- und Fasnachtskleider, Änderungen oder Serienanfertigungen (zum Beispiel Alpenmode). Neben privaten Kunden nützen auch Vereine das Angebot (unter anderem Samichlauskleider, Erstkommunionkleider, Hirtenhemden, Fasnachtskostüme, Kleider für ganze Musikformationen oder Einzelmusiker). Es liegt dem Lehratelier viel daran, durch die Ausbildung von Lernenden das kreative Handwerk der Schneiderei in Uri zu erhalten, damit eine gewisse Exklusivität anbieten zu können und auf dem Markt präsent zu sein. Alle drei Jahre führt das Atelier eine Modeschau durch, an der die Lernenden ihr Können und ihr modisches Flair an eigenen Modellen präsentieren.

Saisonal bedingte Auftragslage

Heute ist das Lehratelier in Uri der einzige Betrieb, der Jugendliche in diesen kreativen, handwerklichen, vielseitigen und modebewussten Berufen ausbildet. Die angebotenen Lehrstellen können jeweils alle mit geeigneten Lernenden besetzt werden. Doch der Vereinsvorstand muss sich mit steten Veränderungen auseinandersetzen. Die Textilbranche als ehemals bedeutsamer Industriezweig der Schweiz hat ihre Produktionsstandorte in andere Regionen und Länder verlegt. Produkte aus Billiglohnländern konkurrieren trotz unterschiedlicher Qualität das hiesige Angebot. Zudem gehen die Kundenaufträge im Lehratelier saisonal bedingt unterschiedlich ein (zum Beispiel vor der Fasnacht oder vor einem Grossanlass) und führen zu schwankenden Ertragszahlen und einer unterschiedlichen Beschäftigungs­situation. (red)

Hinweis

Der Modeapéro Herbst/Winter 2017 findet am kommenden Mittwoch, 27. September, von 14 bis 19 Uhr im Lehratelier Uri des BWZ Uri an der Attinghauserstrasse 12 in Altdorf statt.

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