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BERUFSSCHULE: 17-Jährige untersucht Urner Integrationsprojekte

Während mehrerer Monate haben sich die Lehrlinge und Berufsmaturanden intensiv mit einem Thema auseinandergesetzt. Ab heute werden die Abschlussarbeiten vorgestellt. Unsere Zeitung hat eine davon herausgepickt.
Remo Infanger
Meret Mettler spricht im Café Salisalam in Altdorf mit den Migranten Erdal Dündar und Bagher Ahmadi (von links). (Bild: Remo Infanger (17. 2. 18))

Meret Mettler spricht im Café Salisalam in Altdorf mit den Migranten Erdal Dündar und Bagher Ahmadi (von links). (Bild: Remo Infanger (17. 2. 18))

Remo Infanger

redaktion@urnerzeitung.ch

Kleine Sprachbarriere hin oder her – im Café Salisalam an der Hagenstrasse in Altdorf versteht man sich. Es wird gescherzt, gelacht, sich ausgetauscht. Die unterschiedlichen Muttersprachen, die zwischen den Migranten Erdal Dündar und Bagher Ahmadi und der Berufsmaturandin Meret Mettler bestehen, scheinen dabei nebensächlich zu sein.

Das Café befindet sich im Treffpunkt26, einem integrativen Projekt, das Asylsuchende zusammen mit Einheimischen vor einem Jahr aus einem alten Bauernhaus aufgebaut haben. Es ist eines von vielen Angeboten im Kanton Uri, die einen Begegnungsort für Migranten und Einheimische schaffen.

«Ich wusste sofort, wo mein Interesse liegt»

Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit hat sich die angehende Berufsmaturandin Meret Mettler nun solchen Projekten gewidmet. «Ich wollte untersuchen, wie es um die integrative Förderung in Uri steht», sagt die 17-jährige Altdorferin. So hat die Bankangestellte im dritten Lehrjahr Angebote angeschaut, die Asylsuchende und Urner zusammenbringen. «Integration war für mich schon immer ein wichtiges Thema, das mir am Herzen liegt», betont Mettler. «Ich wusste gleich, wo mein Interesse liegt, als es darum ging, ein Thema für die Abschlussarbeit zu finden.»

Während mehrerer Monate mussten sich die Schülerinnen und Schüler mit einem fächerübergreifenden Thema intensiv auseinandersetzen. Das Verfassen und die Präsentation der Arbeiten gelten dabei als wichtige Bestandteile der Vorbereitung auf den späteren Berufsalltag oder ein Studium. Die Abschlussarbeitspräsentationen der Berufsmaturaklassen sind in diesem Jahr zum ersten Mal öffentlich (siehe Kasten). Anders als die Vertiefungsarbeiten der Berufsschüler der Abteilung Handwerk/Technik/Gesundheit, heissen sie bei den Absolventen der Berufsmatura Interdisziplinäre Projektarbeiten (IDPA).

Chancen und Schwierigkeiten aufgezeigt

Sowohl die Recherche wie auch das Verfassen der IDPA habe ihr grossen Spass gemacht, sagt Mettler. «Die Arbeit bot mir eine perfekte Gelegenheit, mich noch tiefer mit etwas auseinanderzusetzen, was mich ohnehin schon interessierte.»

Natürlich stosse man aber auch auf Schwierigkeiten und Hürden. «Am Anfang sitzt man vor einem weissen Blatt Papier und weiss gar nicht recht, wo man denn beginnen soll», so Mettler. Zudem sei es zunächst schwierig gewesen, an Informationen zu gelangen. «Normalerweise fragt man Google oder Wikipedia», so die Altdorferin. «In meinem Fall musste ich mich aber selber um die Infos kümmern.» So habe sie nebst einer Online-Umfrage auch tolle Interviews und Gespräche mit den Initianten von Integrationsprojekten und Migranten führen dürfen.

Den Fokus ihrer Analyse legte sie auf drei ausgewählte Projekte: der Treffpunkt26 in Altdorf, das Café Mondial im Haus für Kunst sowie das Angebot «Wir kochen gemeinsam». Mettler befasste sich mit der Entstehung und dem Werdegang der Projekte, schaute sich die Finanzierung an und zeigte die Chancen und Schwierigkeiten der Angebote auf. «In Uri gibt es eine breite Vielfalt solcher Projekte», so die Altdorferin. «Ich würde mir aber wünschen, dass sich auch mehr junge Einheimische darin engagieren.»

Geschichten der Migranten berühren

Besonders eindrücklich seien die Gespräche mit den Asylsuchenden gewesen. «Es war teilweise echt krass zu hören, was Kriegsflüchtlinge alles durchmachen, um ein besseres Leben führen zu können», sagt Mettler. «Solche Geschichten gehen einem persönlich dann sehr nahe.»

Viele der Migranten seien top ausgebildet oder hatten in ihrem Heimatland gute Jobs. «Es stört mich deshalb, dass sie ihre Fertigkeiten und Erfahrungen hierzulande einfach nicht mehr gut anwenden können, da die Chancen auf einen Job meist gering sind», meint die Berufsmaturandin. Deshalb seien Projekte wie etwa der Treffpunkt26 wichtige Plattformen, wo Integration gefördert werden kann.

Was Mettler nach ihrer Ausbildung bei der Bank machen möchte, weiss sie noch nicht genau. «Mich würde ein Studium in Psychologie oder Soziale Arbeit interessieren», sagt die Berufsmaturandin. Für Letzteres hätte sie nun mit ihrer IDPA bereits einen Grundstein an Erfahrungen legen können.

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