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BERUFSSCHULE: Greis zeigt Schülern, wie man reimt

Die Schweizer Musik-Grösse Greis war im BWZ für einen Workshop zu Gast. Dabei ging es um die Kunst des Rappens, aber auch um die Mehrsprachigkeit, mit welcher der Künstler aufgewachsen ist.
Florian Arnold
Rapper Greis zeigte den Berufsschülern, was gelebte Mehrsprachigkeit ist. (Bild: Florian Arnold (Altdorf, 22. Februar 2018))

Rapper Greis zeigte den Berufsschülern, was gelebte Mehrsprachigkeit ist. (Bild: Florian Arnold (Altdorf, 22. Februar 2018))

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Diese Französischlektion wird den Berufsmaturanden des Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZ) wohl stärker im Gedächtnis bleiben als manch andere: Nicht jede Woche steht vor ihnen eine national bekannte Musik-Grösse, die eine starke Verbindung zum Kanton Uri hat. Als seine Eltern von Lausanne nach Bern zogen, er war damals fünfjährig, habe seine Familie als Erstes mit zwei Altdorferinnen Kontakt gehabt. «Ohne sie hät­-ten wir den Anschluss nicht geschafft», so Greis. Und als er als Kind in den Ferien in Altdorf zum ersten Mal versucht habe, über einen Bach zu springen, habe er gelernt, was es heisst, mit Niederlagen umzugehen.

Im Zentrum seines Workshops stand aber die Sprache und deren Unterschiede. «Jede Sprache hat ihre Eigenheiten», sagte der Bilingue. «Mit diesen Unterschieden kann man spielen.» Während etwas auf Französisch romantisch klinge, töne dasselbe auf Deutsch lächerlich. «Französisch ist viel kurviger und melodiöser. Dafür ist Schweizerdeutsch eine perkussive Sprache, die sich gut fürs Rappen eignet.»

Alles eine Frage des Blickpunktes

In welcher Sprache er denke, wollte ein Schüler wissen. Dies konnte der Künstler nicht beantworten, denn seine Gedanken seien oft Bilder und nicht Worte. «Aber wenn ich fluche, ist es meistens französisch.» Während der Künstler sprach, zeigte er auf, was es heisst, ein Bilingue zu sein: Manchmal wechselte er mitten in einem Satz zwischen Berner Mundart und Französisch. Mit den Schülern sprach der Rapper aber auch über gesellschaftliche Unterschiede zwischen Welschen und Deutschschweizern. «Für die Deutschschweizer sind alle Welschen gleich. Dabei haben etwa die Lausanner mit den Genfern gar nichts am Hut», stellte er klar. Alles sei eine Frage des Blickpunktes, so der Künstler, der in seinen Songs soziale Miss­stände, persönliche Probleme und die aktuelle Welt- und Lokalpolitik thematisiert.

«Bei diesen Workshops ist es mir wichtig, den Schülern zu vermitteln, dass alles möglich ist, wenn man an sich glaubt», sagte der Künstler am Rande der Veranstaltung. «Jeder hat andere Fähigkeiten, sei es in der Mathematik, im Fussball oder eben in der Musik. Das Anderssein muss man als Chance nehmen statt als Hindernis.» Und schliesslich zeigte der Künstler den Berufsmaturanden, wie man beim Schreiben eines Rap-Songs vorgeht – und zwar zu einem Thema, das ein Schüler vorschlug: zum Röstigraben.

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