Beschuldigter Urner will nicht am Steuer gesessen haben

123 statt 80 km/h: Ein Autolenker muss sich vor Gericht verantworten. Er behauptet, nicht selber gefahren zu sein.

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Ein Personenwagen wird auf der Autobahn A2 in Amsteg in Fahrtrichtung Süd mit 123 km/h geblitzt. Es ist der 15. Februar 2019. Damit überschreitet dieser die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h unter Abzug der Toleranz um 39 km/h.

Der Tatbestand des Rasers ist zwar nicht erfüllt. Als solcher gilt von Gesetzes wegen, wer die zulässige Geschwindigkeit um mindestens 60 km/h überschreitet, wo die Höchstgeschwindigkeit 80 km/h beträgt.

Grobe Verletzung der Verkehrsregeln

Im Strafbefehl der Staatsanwaltschaft heisst es dennoch: «Die beschuldigte Person hat mit ihrem Verhalten durch eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen, in dem sie aus Unachtsamkeit die Geschwindigkeit unabsichtlich, aber pflichtwidrig, nicht im Auge behielt.» Sie forderte eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 430 Franken. Zusätzlich solle eine Busse ausgesprochen werden von 2150 Franken. Die Kosten des Verfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen. Bei Nichtbezahlen der Busse soll die Ersatzfreiheitsstrafe 5 Tage betragen.

Der Beschuldigte hatte den Strafbefehl nicht akzeptiert. Er betonte am Dienstag, 3. Dezember 2019, vor dem Landgerichtspräsidium, nicht der Lenker des Geschäftsautos gewesen zu sein. Von seinem Recht, die Aussage zu verweigern, machte der Unternehmer ausgiebig Gebrauch. Er wisse zwar, wer das Auto gelenkt habe. Wer das aber sei, das wollte er dem Gericht partout nicht mitteilen. Der Richter erkundigte sich, ob es denn jemanden in seiner Firma gäbe, der ihm ähnlich sähe. Der Beschuldigte wich aus.

Anwälte bleiben der Verhandlung fern

Die Staatsanwaltschaft und der Anwalt des Beschuldigten waren nicht an der Verhandlung, sie hatten sich entschuldigt. Das Urteil wird dem Familienvater in den nächsten Tagen schriftlich zugestellt. (cts)