Besuch in Uri
Skiweltmeisterin erzählt in Seelisberg von ihren Erlebnissen

Die ehemalige Freestyle-Skierin Conny Lehmann-Kissling erläuterte Interessierten die Herausforderungen der aktuellen Ski-WM.

Christoph Näpflin
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Conny Lehmann-Kissling teilt im Hotel Bellevue ihre WM-Erinnerungen mit den Gästen.

Conny Lehmann-Kissling teilt im Hotel Bellevue ihre WM-Erinnerungen mit den Gästen.

Bild: Christoph Näpflin (Seelisberg, 11. Februar 2021)

Sie konnte mit ihren Erinnerungen etwas Weltmeisterschaftsstimmung vermitteln: Die ehemalige Schweizer Freestyle-Skierin Conny Lehmann-Kissling war vor kurzem in Seelisberg zu Gast. Sie ist mit Urs Lehmann, dem ehemaligen Abfahrtsski-Weltmeister und heutigen Präsidenten des Schweizer Skiverbands Swiss-Ski, verheiratet. Ihr Jawort haben sich die beiden vor bald 20 Jahren auf dem Rütli gegeben. Anschliessend haben sie im Hotel Bellevue in Seelisberg ihre Hochzeit gefeiert. Seit dieser Zeit verbindet die beiden eine schöne Freundschaft mit dem Hotel. Der Besuch in Seelisberg fand denn auch dort statt.

Während Urs Lehmann vor Ort in Cortina an der Ski-Weltmeisterschaft die Schweizer Athleten betreut, fiebert Conny Lehmann-Kissling mit ihrer Tochter Nina-Pia zu Hause mit, wie sie den Hotelgästen erzählte. Sie sei überzeugt, dass die Schweiz noch einige Trümpfe in der Hand halte für diese Ski-WM. «Seit mein Mann Präsident von Swiss-Ski ist, sind wir mit allen Sportarten verbunden – vom Freestyle über den alpinen Wintersport bis zum Langlauf», sagte die ehemalige Spitzenathletin, welche in ihrer Karriere 106 Weltcup-Siege errungen hat und zwischen 1983 und 1992 zehnmal in Folge den Gesamtweltcup gewinnen konnte. Nebst den fünf Medaillen bei Weltmeisterschaften freut sich Lehmann-Kissling bis heute aber am meisten über ihre Ernennung zur Schweizer Sportlerin des Jahres 1992.

Rennen auf bislang unbekannter Piste

«Da die Generalprobe zur diesjährigen WM im letzten Winter wegen Corona nicht stattfinden konnte, stehen nun die Sportlerinnen und Sportler vor der Herausforderung, auf einer bis jetzt unbekannten Piste ihr Bestes geben zu müssen.» Die Verbundenheit mit dem Skisport besteht auch dank ihrer Tochter, welche selber FIS-Skirennen fährt. «Der Weg bis zum Weltcup ist aber noch lang und hart», so Lehmann-Kissling.

Auch zugegen war bei Lehmann-Kisslings Besuch einmal mehr Sepp Odermatt, der seit bald 30 Jahren die Ski-Weltcup-Rennen in Adelboden kommentiert. Er kommentierte im Hotel Bellevue für die Hotelgäste die Siegesfahrt von Roland Collombin am Lauberhorn von 1973 und auch jene von Beat Feuz aus dem Jahr 2017. Geändert hätten sich seither vor allem die Sicherheitseinrichtungen für die Fahrer und die Art der TV-Übertragung, erläuterte Odermatt. Die Geschwindigkeit auf der Piste und die Zeitunterschiede zwischen den Fahrern seien aber ähnlich geblieben.

Conny Lehmann-Kissling und Sepp Odermatt besprechen die Olympischen Winterspiele 1992, an denen Lehmann-Kissling damals Gold holte.

Conny Lehmann-Kissling und Sepp Odermatt besprechen die Olympischen Winterspiele 1992, an denen Lehmann-Kissling damals Gold holte.

Bild: Christoph Näpflin (Seelisberg, 11. Februar 2020)

Österreicherloch verdankt Namen gestürzten Rennfahrern

Ebenso verlor Odermatt einige Worte über das Lauberhornrennen in Wengen, bei welchem er jeweils als Co-Speaker mitwirkt. «Das Lauberhorn ist ein spezielles Rennen. Die Fahrer sind in drei Himmelsrichtungen unterwegs. Nebst der immer wieder anderen Sonneneinstrahlung verändert sich auch die Schneebeschaffenheit laufend», so Odermatt. Er konnte den Hotelgästen aber auch erläutern, dass der Pistenabschnitt Österreicherloch seinen Namen erhalten habe, weil dort in den 1950er-Jahren viele Österreicher Rennfahrer gestürzt seien. Der «Silberhornsprung» sei zudem von Bernhard Russi, dem TV-Kommentator Mathias Hüppi und einem Funktionär des Lauberhornrennens am frühen Morgen in einer Bar kreiert worden.