Bezug zum Teufelsmaler gezeigt

Das Haus für Kunst hat erneut bekannte Urner eingeladen, die über ihre persönlichen Lieblingsbilder von Heinrich Danioth erzählten. Einer davon wuchs sogar in einem Haus voller Werke des Künstlers auf.

Paul Gwerder
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Thomy Truttmann, Stephanie Walker und Franz-Xaver Stadler (v.l.) präsentieren ihre liebsten Danioth-Werke. (Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 16.8.18))

Thomy Truttmann, Stephanie Walker und Franz-Xaver Stadler (v.l.) präsentieren ihre liebsten Danioth-Werke. (Bild: Paul Gwerder (Altdorf, 16.8.18))

Kunstvermittlerin Joëlle Staub durfte am Donnerstagabend im Haus für Kunst in Altdorf über zwei Dutzend Danioth-Liebhaber begrüssen. Die drei Protagonisten, Stephanie Walker, Thomy Truttmann und Franz-Xaver Stadler, erzählten über ihre persönlichen Beziehungen zum Künstler Heinrich Danioth. Sie hatten ihr Lieblingsbild von Danioth auf einer Staffelei neben sich aufgestellt.

Stephanie Walker entschied sich für das «Christkind» und Thomy Truttmann für «Drei heilige Könige als Skifahrer» – beide Werke sind aus dem Haus der Kunst. Franz-Xaver Stadler brachte «Das Schartihöreli» gleich von zu Hause mit. Die bekanntesten Werke des Urner Malers und Zeichners Heinrich Danioth (1896-1953) sind das Wandbild «Föhnwacht» im Wartesaal des Flüeler SBB-Bahnhofes sowie das Felswandbild über der Teufelsbrücke bei Andermatt.

«Er hätte seine Freude an der Technologie gehabt»

«Mich hat Danioth erst im vergangenen Jahr an der Ausstellung gepackt», erinnerte sich Stephanie Walker. Sie betreibt den Coiffeursalon «Himbeerblond – die Frisurenbäckerei». Von sich sagte sie, dass sich ihr Leben um Haare, Mode, Kunst und Menschen drehe. «Als ich den Film ‹Danioth – der Teufelsmaler› sah, war ich ‹geflasht›, mit anderen Worten, es hat mich begeistert und zugleich gepackt», sagt die junge Frau. «Ich hätte mir gewünscht, diesen grossartigen Mann persönlich kennen zu lernen und ich bin überzeugt, dass Danioth an der heutigen Technologie seine Freude gehabt hätte», meint sie. Besonders angesprochen wurde Walker vom Bild «Das Christkind». «Ich verliebte mich in dieses Werk, denn es hat mich tief getroffen», beschreibt sie ihre Gefühle.

«Ich bewundere Danioth auch als Autor»

«Ich war sehr fasziniert über die Farben, deshalb wollte ich heute unbedingt das Bild mit den drei heiligen Königen als Skifahrer neben mir haben», so Thomy Truttmann. Der gebürtige Seelisberger ist heute als freischaffender Schauspieler, Regisseur und Autor tätig. Es sei für ihn toll zu sehen, wie die Farben des Werkes auch noch nach hundert Jahren auf die Menschen wirken. «Ich bewundere Danioth nicht nur als Maler, sondern auch als Autor», so Truttmann. «Besonders das bekannteste Werk als Dichter, das ‹Urner Krippenspiel›, hat es mir angetan.» Es habe ihm imponiert, wie Danioth das Theater gebaut hat und wie er mit einfachen Leuten und Themen, welche die Menschheit bewegten, umzugehen verstand».

Der frühere Altdorfer Arzt Franz-Xaver Stadler hat einen sehr persönlichen Bezug zu Danioth. «Ich wohnte in meiner Jugendzeit zusammen mit meinen Eltern und Grosseltern in einem grossen Haus in Altdorf, das voll von Danioth-Bildern war», erzählt Stadler. Dazu sei es folgendermassen gekommen.

Danioth-Bilder wegen Geldnot abgekauft

«Mein Grossvater arbeitete bei der Post und war ein guter Freund von Heinrich Danioth. Als er immer wieder miterleben musste, wie der grossartige Künstler dauernd unter chronischem Geldmangel litt, kaufte er häufig ein Bild von ihm ab, obwohl er ebenfalls nicht auf Rosen gebettet war», sagt Stadler. In der Stube der Grosseltern sei das dominante «Schartihöreli» gehangen – ein Bild, das Stadler immer sehr angesprochen habe. Danioth habe dieses Werk mit der friedlichen Landschaft erst kurz vor seinem Tod im Jahr 1951 gezeichnet.

Speziell erinnert sich Stadler an das Portrait von seinem Grossvater im Esszimmer. «Ich sass oft unter diesem Bild und viele Gäste bestätigten mir immer wieder, dass ich eine sehr grosse Ähnlichkeit mit ihm hätte», erzählt Stadler abschliessend.